Nach Mühle Bremme: Auch für Unnas Postamt sind neue Nutzungen geplant

dzWirtschaft

Dass ein „Postamt“ nicht zwingend auf Postdienstleistungen beschränkt sein muss, ist lange üblich. Und auch für das historische Bauwerk im Norden der Unnaer Innenstadt gibt es nun neue Überlegungen.

Unna

, 24.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Norden der Unnaer Innenstadt bleibt ein Bereich mit dynamischer Entwicklung. Der Bau eines Einkaufszentrums anstelle der alten Mühle Bremme im kommenden Jahr wird die deutlichste sein. Aber auch beim Nachbarn in der „Post“ zeichnen sich neue Nutzungen ab.

Für das Haus liegt eine entsprechende Anfrage in Unnas Bauverwaltung vor. Ein Unnaer Architekt bereitet einen Umbau vor, mit dem neue Büros oder auch eine Arztpraxis einziehen könnten. Die Post würde etwas mehr Platz freigeben – aber keinesfalls ganz ausziehen.

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„Die Post“ ist dabei ein volkstümlicher Begriff und im Grunde nicht ganz korrekt. Das Gebäude selbst gehört nicht mehr dem ehemaligen Staatskonzern, sondern einer Geschäftsfrau aus Unna. Mieter ist formell die Postbank, der Schalterbereich der Post gilt als Untermieter.

Der „gelbe Riese“ baut seine Kundendienststellen seit Jahrzehnten nach und nach um oder auch ab. In einigen Kommunen der Region wurde die klassische Hauptpost inzwischen durch kleinere Vertretungen in Supermärkten ersetzt. Das dabei ausgebaute Inventar lagert dem Vernehmen nach in einem der Obergeschosse des Postgebäudes in Unna. In einer wirtschaftlichen Betrachtung ist das nicht sonderlich sinnvoll.

Die Post besetzt in Unna noch ungewöhnlich viel Fläche

In Unna besetzt die Post heute eine Fläche, wie es sie nur noch selten gibt im Filialnetz des Unternehmens. Der Seitentrakt für die Postfächer der Selbstabholer etwa ist ausgesprochen üppig. Auf längere Sicht wäre eine solche Nutzung auch in billigeren Immobilien denkbar als an so zentraler Stelle in der Innenstadt.

Hintergrund der Überlegungen für das alte Postgebäude ist ein Szenario, in dem sich die Post selbst aufs wirklich Wesentliche verkleinert, damit frei werdende Flächen anders vermarktet werden können. Von einer Aufgabe des Standortes ist allerdings nicht die Rede: Wer ein Paket oder einen Brief aufgeben will, soll auch weiterhin eine Anlaufstelle finden.

Teile des Postgebäudes stehen unter Denkmalschutz

Rein äußerlich wird sich an dem Gebäude vermutlich nicht viel verändern. Zumindest die Süd- und Ostfassade sowie das Dach stehen unter Denkmalschutz. „Die Post“ als Gebäude wird in Unna also bleiben, was sie ist. In ihrem Innern könnte sie jedoch neue Angebote aufnehmen.

Über Zeitpläne dafür ist noch nichts bekannt. Die Anfrage im Rathaus markiert noch einen relativ frühen Verfahrensstand.

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