UKBS baut fünf energieautarke Häuser in Unna-Königsborn

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Die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) plant den Bau von insgesamt fünf energieautarken Mehrfamilienhäusern an der Heinrichstraße in Königsborn. Der Bauantrag ist gestellt.

Unna

, 15.09.2020, 15:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klimawandel und Wohnen – das bringt die UKBS unter einen Hut: Das Projekt in Königsborn basiert auf einem Konzept des Autarkieteams rund um den Energiewissenschaftler Prof. Timo Leukefeld. Diese Häuser versorgen sich selbst mit Wärme, Strom und Elektromobilität aus der Sonne.

Auf dem knapp 6.000 Quadratmeter großen Areal in der Heinrichstraße entstehen insgesamt 35 Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 65 und 104 Quadratmetern. Ebenfalls Teil der Planung sind E-Tankstellen, die sich aus dem selbst gewonnen Sonnenstrom speisen: für eigenen E-Mobile oder für das konzipierte E-Car-Sharing-Projekt. Zudem entstehen 41 Stellplätze für Pkw und 100 für Fahrräder.

Fischer: Außergewöhnliches Projekt

Für Matthias Fischer, Geschäftsführer der UKBS, ist dies ein außergewöhnliches Projekt. „Zwar sind Gebäude, die sich über erneuerbare Energie selbst versorgen, inzwischen nichts Neues mehr. Das Konzept des Autarkieteams geht darüber jedoch weit hinaus. Zum einen kommt ein wirtschaftliches Geschäftsmodell hinzu, das so sozial wie nachhaltig ist. Zum anderen die innovative Idee der Enttechnisierung, wodurch die gesamte Heiz- und Warmwassertechnik annähernd wartungsfrei wird.“

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Fischer bezieht sich hier auf die vielen Vorteile, die die energieautarken Gebäude allen Beteiligten bringen: Die UKBS überlässt ihren zukünftigen Mietern den Wohnraum zu einer Pauschalmiete, die neben den Kosten für Wohnen auch das Entgelt für Wärme, Strom, Warmwasser und E-Mobilität als Flatrate enthält. Das gibt den Nutzern langfristig Sicherheit vor Mieterhöhungen und erspart ihnen die – meist unangenehmen – Überraschungen der jährlichen Nebenkosten-abrechnung. Mieter können über lange Zeiträume besser kalkulieren.

Für die Gebäude genügen Stromleitungen

Die Enttechnisierung bringt weitere Vorteile: Statt der üblichen Heiztechnologie, wie Heizkessel, Wärmepumpen, Fußbodenheizungen, Heizkörper, zentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Warmwasserboiler, -leitungen und -zirkulation oder BUS Systeme sorgt eine moderne Strahlungsheizung auf Infrarotbasis in diesen Gebäuden für wohlige Wärme.

Auch das Warmwasser wird dezentral, elektrisch bereitet. Als „Technik-Minimalist“ benötigen die gesamten Gebäude lediglich Stromleitungen. Seit Jahrhunderten bewährt, solide und langlebig machen sie die gesamte Heiz- und Warmwassertechnik nahezu reparatur- und wartungsfrei.

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„Mit diesen Häusern wird die UKBS sicherlich Maßstäbe setzen. Dem entsprechend umfangreich waren auch die Vorarbeiten: Der Energetische Kompass, den Prof. Leukefeld mit seinem Team für uns erstellt hat, weist uns den Weg“, erläutert Fischer. Dieser zeigt die optimale Ausrichtung der Gebäude zur Sonne für einen maximalen Solarertrag sowie die Berechnungen zur Gebäudehülle nach KfW-55-Standard, ermittelt den Heizwärmebedarf für Heizung und Warmwasser sowie die Wärme- und Stromkosten für die gesamten Gebäude.

Spatenstich im Frühjahr, Bezug im Winter 2021

Da ausschließlich Ökostrom den restlichen Bedarf ergänzt, sind diese Gebäude in ihrem Betrieb CO2 frei. Das macht sie einzigartig und ihrer Zeit voraus. Denn: Schon heute erfüllen sie den Baustandard, den die Bundesregierung ab 2050 plant.

Der Spatenstich für die fünf Gebäude soll im Frühjahr 2021 erfolgen und die 35 Wohnungen voraussichtlich zum Winter 2021 bezugsfertig sein.

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