Überraschende Wende: Doch kein Projektmanager für die Eishalle

dzEishalle Unna

Ein Experte, der als externer Projektmanager die Wiedereröffnung der Eishalle koordiniert – dieser Jemand wird nun nicht mehr von der Stadtverwaltung gesucht. Zumindest nicht unter diesem Namen.

Unna

, 29.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unnas Eishalle wieder eröffnen – dass das kein einfaches Unterfangen ist, zeigt sich immer deutlicher. Ein noch im September angekündigter „Projektmanager“, der alle Schritte koordinieren sollte, wird nun doch nicht gesucht. Die Ausschreibung für einen solchen Experten war im Rathaus vorbereitet worden, nun ist sie hinfällig.

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Verwaltungssprecher Christoph Ueberfeld bestätigt, dass der Fachmann, der ursprünglich zur Steuerung des Projektes gesucht werden sollte, nun nicht mehr gebraucht werde. „Es hat sich im laufenden Verfahren gezeigt, dass wir eher einen Planer brauchen, der sich gut im Hochbau auskennt, damit die anstehenden Arbeiten beispielsweise am Dach zügig erledigt werden können“, so Ueberfeld auf Anfrage unserer Redaktion.

Überraschende Wende: Doch kein Projektmanager für die Eishalle

Die Holzkonstruktion des Hauptdaches ist die größte und die dringlichste Baustelle in der Eissporthalle Unna. © Udo Hennes

Einen Projektmanager zu suchen, würde nur unnötig Kosten verursachen, so Ueberfeld. Von rund 90.000 Euro Honorar für einen solchen Fachmann war die Stadtverwaltung im September 2019 ausgegangen. Aufgrund der „Komplexität der Maßnahmen und der Spezifika der Eissporthalle“ sei die Einstellung eines solchen Projektmanagers notwendig, hieß es damals aus dem Rathaus.

Zu den Aufgaben eines solchen Projektmanagers sollten unter anderem die Entwicklung einer Projektstruktur, die Koordination der Beteiligten, die Überprüfung der Planung auf Vollständigkeit und Plausibilität sowie die Mitarbeit an einem Kostenrahmen für Nutzungs- und Investitionskosten gehören – Aufgaben, die „Unna braucht Eis“ größtenteils bereits geleistet hat, wie der Verein sagt.

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„Ein Projektmanager ist im Grunde überflüssig, weil wir ja wissen, was wir wollen“, sagt Wilhelm Ruck, Vorsitzender von „Unna braucht Eis“, im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Grunde habe das, was der Projektmanager machen sollte, wie eine zweite Machbarkeitsstudie geklungen, findet Ruck.

Überraschende Wende: Doch kein Projektmanager für die Eishalle

Das Vordach der Eishalle wurde Anfang Januar bereits ausgebessert. © Marcel Drawe

Nun habe man sich im Gespräch mit der Stadtverwaltung darauf geeinigt, dass der zu beauftragende Planer prüfen soll, ob die von „Unna braucht Eis“ bereits eingeholten Angebote regionaler Firmen für einen langfristig gesicherten Betrieb der Eishalle ausreichend sind oder ob zwingend die „große Lösung“ aus der städtischen Machbarkeitsstudie zur Ausführung kommen müsse. Möglicherweise sei auch eine Kombination aus den beiden Lösungswegen möglich, so „Unna braucht Eis“.

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„Wir haben darum gebeten, dass die Pachtverträge vorbereitet werden, damit wir loslegen können, sobald sie unterschrieben sind.“
Wilhelm Ruck, Vorsitzender von „Unna braucht Eis“

„Alles andere hätte jetzt noch länger gedauert“, sagt Wilhelm Ruck. „Unna braucht Eis“ drängt zunehmend auf eine zügige Umsetzung des Bürgerentscheids. Jüngst war aus den Reihen des Vereins vermehrt Kritik an den zeitlichen Verzögerungen gekommen. Um an Fördergelder für die Sanierung und den Betrieb der Eishalle zu kommen, muss zunächst ein gültiger Pachtvertrag zwischen der Stadtverwaltung und dem KJEC auf dem Tisch liegen. Der Königsborner Jugendeishockey Club soll nach den Plänen von „Unna braucht Eis“ als Betreiber der Eishalle auftreten, um alle Fördermöglichkeiten nutzen zu können.

Auch der nun gesuchte Planer muss allerdings im Rahmen eines offiziellen Vergabeverfahrens gesucht und gefunden werden. Dass dies möglichst schnell geschehen soll, darüber sind sich die Stadtverwaltung und „Unna braucht Eis“ einig. „Wir haben darüber hinaus darum gebeten, dass die Pachtverträge vorbereitet werden, damit wir loslegen können, sobald sie unterschrieben sind“, sagt Wilhelm Ruck.

Ende Februar wollen die Mitglieder von „Unna braucht Eis“ bereits die Kartierung der Risse in der Holzkonstruktion des Hauptdaches vorbereiten. „Das sind Kosten, die man dann einspart, weil wir das ehrenamtlich machen“, sagt Ruck.

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