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Überraschende Studie: Unnas Handel ist stärker als vor zehn Jahren

dzStudie

Trotz Online- und Umland-Konkurrenz verdienen Geschäfte in Unna heute deutlich mehr Geld als vor zehn Jahren. Das hat etwas mit der guten Konjunktur zu tun, aber nicht nur, belegt eine Studie.

Unna

, 10.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Manchmal steckt das Wichtigste in den Nebensachen. Als die Stadtverwaltung nun zusammen mit Gutachter Jörg Lehnerdt den Entwurf für das neue Einzelhandelskonzept vorstellte, beschrieb das eigentliche Planungsinstrument für die Zukunft eher eine Evolution als eine Revolution. Eine überraschende Dynamik dagegen beschreibt der Blick in die Vergangenheit. Grundlage für Lehnerdts Handelskonzept sind unter anderem auch statistische Kennzahlen zur Lage des Handels. Verglichen mit seiner Arbeit vor zehn Jahren kommt der Diplom-Kaufmann nun zu erfreulichen Befunden: „Unnas Innenstadt ist stärker geworden“, sagt er. Unna und vielen Unnaern geht es gut. Die Kaufkraft in der Stadt ist nach Lehnerdts Vergleich in zehn Jahren um 20 Prozent gestiegen – stärker als es allein durch die Inflation zu erklären wäre. Insgesamt können die Unnaer für jährlich 385 Millionen Euro einkaufen gehen.

Gute Konjunktur

Und das tun sie auch. Allein in der Innenstadt wird für dieses Jahr ein Umsatz von 129,4 Millionen Euro erwartet. Das sind 31 Millionen Euro mehr als vor zehn Jahren. Gewachsen ist auch das Angebot in der Innenstadt: 33.000 Quadratmeter Handelsfläche im Vergleich zu 26.800 Quadratmetern im Jahr 2008 unterstützen die These, dass Leerstände in Unna zurzeit kein zu gravierendes Thema sind. „Das ist keineswegs selbstverständlich“, ordnet Lehnerdt die Situation Unnas in einem Vergleich mit anderen Orten ein. Dass der Innenstadthandel nicht nur im Internet, sondern auch in der Innenstadt von Dortmund starke Konkurrenz hat, scheint derzeit keinen nennenswerten Schaden anzurichten. Vielleicht ist die Großstadt in der Nachbarschaft für Unna sogar eher Chance als Risiko: Statistisch gesehen fließt Unna mehr Geld aus dem Umland zu als ins Umland ab.

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Strahlkraft in die Region, außer bei Lebensmitteln

Unterm Strich werde in Unna neun Prozent mehr Geld ausgegeben als verdient. Das liegt zum Teil an Zurbrüggen, zum Teil aber auch an der attraktiven Innenstadt. Beim Blick in die Branchen fällt auf, dass Unnas Kaufkraftbindung im Lebensmittelhandel geringer ausfällt. Lehnerdts Erklärung: Einen Markt der Größenordnung von Kaufland oder Real gibt es im Stadtgebiet nicht. Und wer solche Angebote schätzt, mag vielleicht über die Stadtgrenze nach Kamen oder via B1 nach Aplerbeck fahren.

In Unna übernehmen Doppelansiedlungen aus Vollsortimentern und Discountern eine vergleichbare Funktion. Strategisch würden sie insbesondere von den klassischen Vollsortimentern heute kritischer bewertet als vor zehn Jahren, so Lehnerdt. Mit größeren Sortimenten und höheren Markenanteilen würden die vermeintlichen Billigheimer nicht nur als Frequenzbringer, sondern auch als echte Konkurrenz gesehen, erklärt der Diplom-Kaufmann. Eine der nächsten großen Veränderungen im Unnaer Handelsangebot könnte aber dennoch auf das bisherige Kooperationsmodell setzen: Beim zurzeit noch vage angedachten Supermarktprojekt für Niedermassen sind Edeka und Aldi als nachbarschaftliche Nutzer im Gespräch.

  • Das Einzelhandelskonzept ist ein Planungsinstrument für Stadtverwaltung und Politik. Es definiert sinnvolle Standorte für Geschäfte und beschreibt ihre Bedeutung für das Umland, gibt einzelnen Anbietern sogar vor, wie groß ihr Laden sein darf.
  • Das aktuelle Konzept stammt aus dem Jahr 2008. Für ein Nachfolgegutachten gibt es einen Entwurf, der von der Politik in Unna aber auch in öffentlicher Auslegung zur Diskussion gestellt wird.
  • Den Entwurf zum Nachlesen gibt es hier:

    Entwurf Einzelhandelskonzept (6134 kB)

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