Übernachtungsstelle der Caritas in Ex-Nachtclub schon im September bezugsfertig

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Die neue Übernachtungsstelle der Caritas für obdachlose Männer kann schon im September bezogen werden. Eine Großspende der Katharinenstiftung hilft, unerwartete Zusatzkosten zu decken.

Unna

, 05.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon im nächsten Monat können obdachlose Männer in der neuen Übernachtungsstelle der Caritas an der Kamener Straße ein Bett für die Nacht finden. Der Umbau des ehemaligen Clubs „Mirabelle“ zu einer Obdachlosen-Schlafstelle inklusive Trainingswohnungen und Sozialstation der Caritas kommt schnell voran.

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„Wir werden den Umzug in zwei Etappen vollziehen und beginnen im September mit der Übernachtungsstelle“, erklärte Caritas-Vorstand Ralf Plogmann bei einer Besichtigung der Baustelle, „im Dezember folgt dann die Sozialstation, wenn alles weiterhin so gut klappt.“

Hier stand mal die Theke im ehemaligen Club „Mirabelle“; jetzt entsteht hier die neue Sozialstation der Caritas.

Hier stand mal die Theke im ehemaligen Club „Mirabelle“; jetzt entsteht hier die neue Sozialstation der Caritas. © Anna Gemünd

Dabei lief auf der Baustelle gar nicht alles rund; einige unerwartete „Altlasten“ sorgten für Mehrkosten und kleinere Verzögerungen. „Wir haben bei den Arbeiten festgestellt, dass es im ehemaligen Clubraum, wo sich auch die Theke befand, offenbar mal einen Brand gegeben haben muss, denn wir sind unter der Deckenkonstruktion auf verkohlte Flächen gestoßen. Das muss aber wohl noch zu Zeiten der einstigen Tankstelle passiert sein“, sagt Plogmann.

„Wir haben hier einen bewusst niedrigen Standard, denn das Ziel ist es schließlich, die Menschen langfristig in eigene Wohnungen zu vermitteln. “
Ralf Plogmann, Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Unna

Entdeckung beim Bau: „Reste“ der ehemaligen Waschstraße

Die vielschichtige Vergangenheit des Gebäudes, das die Caritas vom Eigentümer geschenkt bekam, forderte auch an anderer Stelle den Erfindungsreichtum des Architekten heraus: Im ersten Stock, wo eine Trainingswohnung für zwei bis drei Menschen entsteht, liegt der Fußboden eines Zimmers deutlich höher. „Das liegt daran, dass sich hier drunter früher die Waschstraße der Tankstelle befand“, erklärt Ralf Plogmann. Mit einer kleinen Treppe, die nun zu einer Loggia führt, wurde das Problem gelöst.

Caritas-Vorstand Ralf Plogmann zeigt, wo sich künftig der Haupteingang zur Übernachtungsstelle befinden wird. Über eine Treppe hinter dem Haus geht es zu den Mehrbettzimmern im ersten Stock.

Caritas-Vorstand Ralf Plogmann zeigt, wo sich künftig der Haupteingang zur Übernachtungsstelle befinden wird. Über eine Treppe hinter dem Haus geht es zu den Mehrbettzimmern im ersten Stock. © Anna Gemünd

Den Großteil des Obergeschosses nehmen die Mehrbettzimmer der Übernachtungsstelle ein. Dusche und WC befinden sich auf dem Flur. „Wir haben hier einen bewusst niedrigen Standard, denn das Ziel ist es schließlich, die Menschen langfristig in eigene Wohnungen zu vermitteln. Das hier ist eine Übernachtungsstelle, kein Hotel“, so Plogmann.

Katharinenstiftung spendet 10.000 Euro

Für die noch anstehenden Arbeiten kommt die Spende der Katharinenstiftung Unna sehr gelegen: Mit 10.000 Euro unterstützt die Stiftung das Projekt. „Was die Caritas hier macht, ist absolut förderungswürdig, weil genau hier die soziale Gemeinschaft anfängt“, sagte Ludger Büngener, Mitglied des Stiftungskuratoriums, bei der Spendenübergabe.

Mit dem Umzug der Übernachtungsstelle aus der Zechenstraße an die Kamener Straße wird zudem sozialer Wohnraum geschaffen: Anstelle des maroden Gebäudes an der Zechenstraße wird ein neues Gebäude mit Sozialwohnungen gebaut.

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