Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Über 100.000 Besucher, italienische Lebensfreude für alle Sinne und der liebe Gott als Fan

dz„Un(n)a Festa Italiana“

Das Wetter bis Sonntag perfekt, Zigtausende Besucher und ein vielseitiges Programm: Die Festa 2019 ist ein tolles Begegnungsfest. Kleinere und größere Pannen haben die meisten Besucher gar nicht mitbekommen.

Unna

, 02.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Als am Sonntagmorgen auf dem Alten Markt der Strom ausfiel, habe das für einen gewissen Adrenalinschub gesorgt, berichtet Stadtmarketingchef Horst Bresan. Es war zu einer Panne gekommen, die nach der intensiven Vorbereitung eigentlich gar nicht hätte passieren können. Aber wo so viele Menschen miteinander feiern und arbeiten, da passieren Fehler. Der Fehler bestand darin, dass von einem der Gastronomiestände auf dem Markt Abwasser in eine Öffnung geleitet worden war, wo es nun wirklich nicht hingehört. Im Boden des Marktes sind Stromanschlüsse installiert, die je nach Bedarf ausgefahren werden können. Den Schacht darunter habe wohl jemand für einen Abfluss gehalten, so Bresan. Die genauen Hintergründe müssten nun aufgeklärt werden, berichtete der Cheforganisator, inzwischen schmunzelnd. Fest steht, dass Folgendes passiert war: Ein Wasserschlauch lag in diesem Elektroschacht, und darin habe es am Sonntagmorgen irgendwann gekocht. Um 8.07 Uhr wurde dann eine Alarmkette in Gang gesetzt, die Bresan wiederum bestätigte, dass auch diese Notfallstrukturen gut funktionieren. Vom Notdienst der Stadtwerke über die Veranstaltungstechniker des Stadtmarketings bis zur zügig beauftragten Tiefbaufirma hätten alle zusammengearbeitet, sodass es auch am Sonntag am Markt gut gekühlte Getränke gab.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Festa Italiana 2019: Sonntag

02.06.2019
/
Am Sonntag wurde der Alte Markt in ein Freiluft-Gotteshaus verwandelt. © Udo Hennes
Den Open-Air-Gottesdienst leitete Pfarrer Eugene Niyigena von der italienisch-katholischen Mission Dortmund.© Udo Hennes
Einige Besucher nahmen an dem ungewöhnlichen Gottesdienst teil, der feste Bestandteil der Festa ist. © Udo Hennes
Dazu gehörten natürlich auch die Heilige Kommunion...© Udo Hennes
...und die Teilnahme der folkloristischen Kostümträger.© Udo Hennes
Schlagworte Festa Italiana

Kühlung war am Sonntag ohnehin wichtig. Rund 30 Grad und Sonne ließen die Organisatoren endgültig feststellen: „Der liebe Gott muss ein Festa-Fan sein“, so Bresan. Den ersten Beweis dafür hatte der Dienstag geliefert, als der Himmel passend zum Beginn des Opernabends seine Schleusen schloss, um 600 Gästen auf dem Kirchplatz einen erstklassigen Einstimmungsabend zu ermöglichen.

Kurz und knapp

Hinter den Kulissen der „Festa“

  • Wasser und Strom passen nicht zusammen. Das war bei der Festa am Stromausfall-Sonntag zu spüren. Das spürte aber auch ein besonders reinlicher Gastronom: Er hielt es für eine gute Idee, seine Kühlschränke zu reinigen. Prompt sprang die Sicherung raus.
  • Dass weitgehend alles ohne Zwischenfälle über die Bühne ging, ist über 100 Mitarbeitern zu verdanken: Stadtmarketing und Sicherheitsdienst, DRK-Helfer, Feuerwehr und Polizei arbeiteten Hand in Hand.
  • Autos im Parkverbot stellen ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Sie stehen im Fall von Einsätzen im Weg. Sieben abgeschleppte Fahrzeuge sind für ein solches Stadtfest keine besonders hohe Zahl. Die Zahl der Knöllchen, geschrieben aus den gleichen Gründen, liegt im unteren dreistelligen Bereich.
  • Ein Bierglas geht nach Rom: Franco Giordani wird seinen Posten als italienischer Konsul in Dortmund aufgeben. Das Riesen-Warsteiner-Glas, mit dem er zur traditionellen Festa-Eröffnung zuprostete, will er mitnehmen in sein nächstes Büro in Rom.

Mit musikalischen Besonderheiten hatte die Festa in diesem Jahr ohnehin aufzuwarten. Da war die italienische Nationalhymne, die am Sonntag zum Abschluss des Freiluftgottesdienstes erklang - passend zum italienischen Nationalfeiertag. Da waren die „Bersaglieri“, die auf persönliche Einladung des italienischen Konsuls Franco Giordani erstmals in Unna spielten. Für die Musik der traditionellen Militärkapelle mit fahnengeschmückten Helmen habe er sogar Lob und Anerkennung von einigen Italienern erhalten, sagt Bresan. Nicht nur von der Bühne, auch mitten im Getümmel spielte die Musik. Bei früheren Veranstaltungen sei die Bühne an der Lindenbrauerei immer eine Art Satellit gewesen. Deswegen habe man in diesem Jahr dort ein anderen Konzept ausprobiert: Das „Gianpiero & Vanessa Duo“ verwandelte ein Stück Massener Straße in eine italienische „Piazzetta“. Und wenn Besucher schon nachmittags ausgelassen zur Musik tanzen, dann kann diese Idee nicht schlecht gewesen sein. Der Nürnberger Italo-Band „Pino Barone“, die sich schon öfter für Unnas Festa beworben hat, eine Chance zu geben, erwies sich auch als Erfolg. Die Gruppe sorgte für beste Stimmung.

Über 100.000 Besucher, italienische Lebensfreude für alle Sinne und der liebe Gott als Fan

Pfarrer Eugene Niyigena von der italienisch-katholischen Mission Dortmund verteilte die Kommunion an Besucher des Open-Air-Gottesdienstes. Zu dessen Abschluss erklang die italienische Nationalhymne. © Udo Hennes

Und immer wenn das Licht angeht, geht ein Raunen durch die Menge. Die Lichtbauer-Familie Paulicelli habe wieder ganze Arbeit geleistet, lobt Bresan. Und auch hier spielte das Wetter mit: Würde es stärker regnen, müssten die Lämpchen der großen Prospekte, der Rosoni und Galerien aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Liebenswert machen „Un(n)a Festa Italiana“ auch Teilnehmer wie Kult-Puppenspieler Jonny Krause, der Pinocchio und den Unnaer Esel verbindet, oder auch die Gruppe „Piaggi Folklore“. Diese spielte wunschgemäß nicht nur Italo-Pop, sondern auch Tarantella aus Sizilien oder Canzone aus Neapel. Die Musik, die die Gastarbeiter vor Jahrzehnten mit nach Deutschland brachten, fand 2019 in Unna ihre Liebhaber. Musik, Licht, jede Menge italienische Feinkost und auch viele kleinere, besondere Momente von den kurzen Shakespeare-Aufführungen bis zu den venezianischen Gondolieri, die den venezianischen Karnevals-Kostümträgern begegneten, machten die Festa wieder zu der Veranstaltung, die die Besucher schätzen. Über 100.000 Menschen hätten das im Jahr 2019 wieder erlebt, schätzen die Organisatoren.

Über 100.000 Besucher, italienische Lebensfreude für alle Sinne und der liebe Gott als Fan

„Skotty´s Eisheiße Gelatimusikshow“ passte perfekt zur Festa bei Sommerwetter. © Udo Hennes

Jetzt lesen

Festa am Montag

Der „Domenico-Tag“ als Zugabe

  • Noch in der Nacht zu Montag werden die meisten Stände in der Innenstadt abgebaut. Die Lichtinstallationen aber bleiben noch. Am Montagabend gegen 19.30 Uhr wird ein letztes Mal der Schalter umgelegt. Gerade für Ältere und Gehbehinderte bieten die Organisatoren diesen Abend an, damit sie die „Illuminazione“ mit weniger Hindernissen und weniger Gedrände genießen können.
  • Dieser Tag war die Idee von Domenico Peloso selbst, dem Festa-Erfinder.
  • Mit Musik des Tribute-Duos „Al Bano & Romina Power“, ab 19.30 Uhr auf dem Markt, können die Besucher den letzten Festa-Abend ausklingen lassen. Gegen 22 Uhr ist dann endgültig Schluss - bis 2021.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt