Nordrhein-Westfalens zweitgrößtes Quellgebiet befindet sich in Uelzen/Mühlhausen. Doch selbst hier sprudeln die Quellen derzeit nicht - der Grundwasserspiegel ist zu niedrig. © Archiv/ Marcel Drawe
Natur

Trotz Regen: Überall in Unna ist es zur Zeit zu trocken

Gefühlt hat es doch gerade noch geregnet – doch tatsächlich ist der Boden im gesamten Unnaer Stadtgebiet viel zu trocken. Das zeigt sich vor allem dort, wo sonst das Wasser regelrecht sprudelt.

Der Teich neben dem Bistro im Kurpark eine trockene Grube – dass es das schon mal gegeben hat, daran kann sich kein Mitarbeiter im städtischen Umweltamt erinnern. Eigentlich liegt der Teich in einem Bereich der Stadt, der einen sehr hohen Grundwasserspiegel hat. Doch zur Zeit ist alles anders – nicht nur im Kurpark in Königsborn.

„Wir haben im gesamten Stadtgebiet einen niedrigeren Grundwasserspiegel als üblich“, sagt Siegmund Kansteiner, der bei den Stadtbetrieben für die Gewässer in Unna zuständig ist, „das sind teilweise 80 Zentimeter bis 1,50 Meter unter dem, was normal ist.“ Bestes Beispiel: Im Kurpark liegt der Grundwasserspiegel normalerweise 50 Zentimeter unter der Grasnarbe und damit vergleichsweise sehr hoch. Doch selbst in diesem Bereich ist das Wasser gesunken.

Nötig: Vier Wochen Dauerregen

„Das sieht man an dem Teich neben dem Bistro, aber auch in dem Bereich bei den Tennisplätzen. Da sprudelt sonst das Wasser hoch und auch da ist alles trocken“, sagt Siegmund Kansteiner. Die Tatsache, dass es in den vergangenen Tagen mehrfach geregnet hatte, ändere daran so schnell nichts, weiß Kansteiner. „Damit der Grundwasserspiegel dauerhaft wieder steigt, müsste es drei bis vier Wochen Dauerregen geben.“

Im Bereich der Tennisplätze im Kurpark Königsborn ist dieser Bereich normalerweise ein kleines Gewässer, das aus Grundwasser gespeist wird. Doch auch hier liegt alles trocken.
Im Bereich der Tennisplätze im Kurpark Königsborn ist dieser Bereich normalerweise ein kleines Gewässer, das aus Grundwasser gespeist wird. Doch auch hier liegt alles trocken. © Anna Gemünd © Anna Gemünd

„Damit der Grundwasserspiegel dauerhaft wieder steigt, müsste es drei bis vier Wochen Dauerregen geben.“

Siegmund Kansteiner, Leiter des Bereichs Gewässer bei den Stadtbetrieben Unna

Der Grund für den so niedrigen Grundwassserspiegel seien die trockenen drei Jahre, so Kansteiner. „Die Sommer waren stets sehr trocken und heiß und dann hat es im Grunde seit November nicht mehr richtig durch geregnet.“ So ergiebig die Regenfälle in dieser Woche einem auch vorkommen mögen – sie reichten bei weitem nicht, um den Grundwasserspiegel wieder ansteigen zu lassen. Wie gravierend sich die Trockenheit auf das Grundwasser auswirkt, zeige sich nicht nur im Kurpark in Königsborn.

Vorteil für Bauarbeiten im Bornekamp

„Zu dieser Jahreszeit steigen die Quellen in Uelzen und Mühlhausen normalerweise an – da passiert gerade gar nichts“, hat Kansteiner beobachtet, dass selbst in Nordrhein-Westfalens zweitgrößtem Quellgebiet, das sich in Unnas Doppeldorf befindet, zur Zeit eher Ebbe herrscht. Und auch in Massen ist die Trockenheit spürbar: „Durch den Massener Bach fließen sonst 50 bis 60 Liter pro Sekunde – auch das ist zur Zeit nicht der Fall.“

An einer Stelle zumindest kommt der tiefe Grundwasserspiegel den Stadtbetrieben zugute: Durch das ausbleibende Quellwasser des Kortelbaches kann im Bornekamp der erste Teich in Ruhe saniert werden – stünde das Grundwasser höher, müsste es abgepumpt werden, um die Bauarbeiten nicht zu behindern.

Über die Autorin
Redaktion Unna
Sauerländerin, Jahrgang 1986. Dorfkind. Liebt tolle Geschichten, spannende Menschen und Großbritannien. Am liebsten draußen unterwegs und nah am Geschehen.
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Anna Gemünd
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