Ein Festabend der „Blue Notes“ aus der Trompete

dzTake 5 in Unna

Die besondere Rolle der Trompete im Jazz wurde am Samstag im Säulenkeller des Lichtkunstzentrums deutlich. Mit Dmitrij Telmanov und Giovanni Falzone standen zwei erstklassige Bläser im Mittelpunkt.

von Sebastian Pähler

Unna

, 10.11.2019, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist schwer zu entscheiden, wer in diesem Jahr beim Festival „Take 5 – Jazz am Hellweg“ mehr im Mittelpunkt steht: Dmitrij Telmanov, der begnadete Trompeter, der lange in der Region gelebt hat und nach seinem Umzug nach Celle bei seinem musikalischen Heimatbesuch gefeiert wurde, oder Giovanni Falzone, der Jazz-Star aus Italien, der hierzulande noch als Geheimtipp, in jedem Fall aber als eine Entdeckung gilt. Am Samstag mussten sich Jazz-Freunde zum Glück nicht entscheiden, denn bei der „International Trumpet Night Unna“ im Säulenkeller des Lichtkunstzentrums gab es die Gelegenheit, beide Musiker in einem Konzert zu erleben. Dementsprechend war die Resonanz gewaltig und die Veranstaltung praktisch ausverkauft.

Telmanov fühlt sich in Unna immer noch wie zu Hause

„Ich bin natürlich froh, dass ich endlich mal zu Hause spielen kann“, stellte Dmitrij Telmanov bei dem Konzert fest. Ganz fort ist der Ausnahme-Trompeter zum Glück nicht. Ein guter Teil seines Lebens und seines Wirkens passiert immer noch in der Hellweg-Region, auch wenn er mittlerweile eine Stelle in Celle angenommen hat und dort Nachwuchsmusiker auf ihren Weg bringt. Trotzdem wurde sein Besuch mit mehreren Konzerten, darunter auch ein „Jazz-Portrait“ über ihn, bei „Jazz am Hellweg“ gefeiert.

Bei der „International Trumpet Night“ präsentierte er sich mit dem „Blue Note Jazz Ensemble“, bestehend aus Take-5-Initiator Uli Bär und dem Nachwuchstalent Patrick Porsch aus der Region sowie dem Pianisten Igor Iabichino und dem Schlagzeuger Enzo Cioffi aus Italien. Besonders mitreißend waren dabei jene Stücke, die sich auf persönliche Erfahrungen bezogen, etwa „Night on Hellweg“ oder „First Visa“, mit dem der aus der Ukraine stammende Telmanov seine ersten Visen in Deutschland feierte.

Power und Zärtlichkeit

„Italiener haben Power, aber es sind auch ganz zarte Menschen“, sagt Telmanov über die Musik seines Bandkollegen Iabichino. Diese Feststellung traf sicherlich auch auf die Musik von Giovanni Falzone aus Italien zu, dem zweiten „featured Artist“ bei „Take 5“ im Jahr 2019.

Zusammen mit seiner eigens für das Festival zusammengestellten Band aus namhaften, regionalen Künstlern wie Caris Hermes, Matthias Nadolny, Tobias Weindorf und Niklas Walter verstand er es, das Publikum mitzureißen. Dabei tänzelte der italienische Jazz-Trompeter zwischen den anderen Musikern umher und schäkerte mit Künstlern und Publikum, auch wenn er selbst grade nicht spielte. Diese Lebensfrohe Art zu musizieren kam an und der Jubel für beide Trompeter war am Ende groß.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Evangelische Stadtkirche

Einfühlsam und gewaltig lässt Unnas Kantorei den unsterblichen „Elias“ erklingen

Meistgelesen