Trockenheit fällt Buchen und Pappeln in der Massener Heide

dzUmwelt

Die Rodung etlicher Bäume in der Massener Heide scheint die Menschen zu beunruhigen. Tatsächlich ist Sorge angebracht – aber nicht wegen eines Baumfrevels, sondern weil es für die Fällungen Gründe gab.

Unna

, 23.05.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Kreisstraße durch die Massener Heide und an Nebenwegen ins Naturschutzgebiet Liedbachtal liegen viele Bäume zum Abtransport aufgeschichtet. Auf dem Feld im Winkel von Autobahn und Durchgangsstraße sind es vor allem Pappeln, die der Säge zum Opfer gefallen sind. Tief im Grün wurden Buchen gefällt.

Bei Spaziergängern und wohl auch bei einigen der wenigen Anwohner im Umfeld scheint Sorge aufgekommen zu sein, die sich in der Frage äußert, warum in Zeiten des Klimawandels noch Bäume gefällt werden müssen. Doch der Klimawandel liefert auch die Antwort: Die Bäume waren krank und wären irgendwann ohnehin umgestürzt – dann aber unkontrolliert und womöglich auf die Fahrbahn der A1 oder der Kreisstraße „Massener Heide“.

Etwa hundert Festmeter Buchenholz auf zwei Flächen hat der Landesbetrieb „Wald und Holz NRW“ in der Massener Heide geschlagen. Es seien also keine allzu großen Flächen gewesen, meint Förster Matthias Müller. „Aber sie liegen halt direkt am Weg.“

Etwa hundert Festmeter Buchenholz auf zwei Flächen hat der Landesbetrieb „Wald und Holz NRW“ in der Massener Heide geschlagen. Es seien also keine allzu großen Flächen gewesen, meint Förster Matthias Müller. „Aber sie liegen halt direkt am Weg.“ © Sebastian Smulka

Tatsächlich hat es sich nicht nur um eine Rodung gehandelt, sondern um zwei, die einfach relativ zeitnah zueinander erfolgt sind.

Die Buchen wurden vom Landesbetrieb „Wald und Holz NRW“ gefällt, der so etwas wie die örtliche Forstbehörde ist.

Die Pappeln auf einem privaten Grundstück fielen im Auftrag des Eigentümers. Er reagierte damit auf eine Aufforderung von Straßen NRW.

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Pappeln neigen ohnehin zum Ausbrechen größerer Äste, und die in der Massener Heide standen zum Teil recht nah an der Autobahn. Vom Zustand her wäre es vielleicht noch nicht unbedingt nötig gewesen, gleich alle Bäume zu fällen. Andererseits soll in den kommenden Jahren ein Neubau der Autobahnbrücke erfolgen, für den vor Ort Flächen benötigt werden. So war die Rodung vielleicht eine Sicherungsmaßnahme und ein Vorgriff auf den Brückenneubau gleichermaßen.

Am Rande der Autobahn haben die Pappeln eine Gefahr dargestellt. Auf einen Hinweis von Straßen NRW haben die Flächeneigentümer sie gefällt.

Am Rande der Autobahn haben die Pappeln eine Gefahr dargestellt. Auf einen Hinweis von Straßen NRW haben die Flächeneigentümer sie gefällt. © Sebastian Smulka

Revierförster Matthias Müller sieht einen Zusammenhang zwischen dem Gesundheitszustand der Bäume und den Klimaveränderungen. „Die Bäume waren schlichtweg kaputt, zum Teil sogar schon bis zur Krone trocken“, schildert er den Zustand der Bäume vor der Fällung. Würde man so einen Baum stehen lassen, würde ihn sich die Natur zurückholen: Fäulnis, Pilze und Insekten würden sein Holz so sehr angreifen, dass er irgendwann von allein umstürzt. Direkt neben Wegen, auf denen Menschen verkehren können, hat die Sicherheit Vorrang, muss der Baum kontrolliert gefällt werden.

Buchen leiden unter den trockenen Sommern

Buchen zählen zu den Bäumen, denen die langen Trockenperioden in den Jahren 2018 und 2019 stark zu schaffen gemacht haben. Im Extremfall können die Bäume tatsächlich vertrocknen. Aber auch die Buchenkomplexkrankheit, die die Bäume anfällig für verschiedene Schädlinge macht, steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Schwächung durch lange Trockenheit.

In Unna mussten in den zurückliegenden Jahren einige teils sehr stattliche Buchen gefällt werden. Die großen Einzelbäume an der alten Katharinenschule und an der Hauptpost waren dabei durch Prominenz und Lage aufgefallen. Ökologisch bedeutsamer war aber sicherlich die Rodung eines zusammenhängenden Buchenwaldes am Stadion in Billmerich.

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Was genau mit den freigeschlagenen Flächen im Liedbachtal passieren wird, will Förster Müller im Sommer erarbeiten. Nach der Durchforstung der Wälder in seinem Bezirk bestimmt derzeit die Vermarktung des Holzes den Alltag im Landesbetrieb. Im Anschluss daran will Müller ein umfassendes Konzept aufstellen, das alle Flächen einbezieht. Auf einigen wird die Natur selbst ihr Werk verrichten. Andere sollen neu bepflanzt werden – mit einer Mischung aus ortstypischen Gewächsen und einigen Bäumen, denen eine stärkere Robustheit gegen den Klimawandel zugetraut wird.

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