Trend zu Gesamtschulen setzt sich in Unna weiter fort

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Obwohl Unnas Gymnasien alle zum neunjährigen Abitur zurückkehren, bevorzugen Viertklässler und ihre Eltern die Gesamtschulen in der aktuellen Anmelderunde.

Unna

, 01.03.2019, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein Trend, der sich fortsetzt: Schon 2018 meldeten Eltern ihre Kinder lieber an einer der beiden Unnaer Gesamtschulen als einem der drei Gymnasien an. Auch in der aktuellen Anmelderunde verzeichnen die Peter-Weiss- und die Werner-von-Siemens-Gesamtschule mehr Anmeldungen von künftigen Fünftklässlern als die Gymnasien.

Zahlen sind vorläufig

Geburtenschwacher Jahrgang

  • Die nun vorliegenden Zahlen zu den Anmeldungen an den weiterführenden Schulen sind vorläufig: Noch bis zum 21. März kann es Veränderungen geben, was auch daran liegt, dass noch nicht alle Viertklässler in Unna angemeldet sind. „Zur Zeit fehlen uns noch 38 Kinder“, sagt die Beigeordnete Kerstin Heidler.
  • Sie weist auch daraufhin, dass zum Schuljahr 2019/2020 insgesamt weniger Fünftklässler angemeldet wurden. „Das liegt daran, dass der Jahrgang, der nun auf die weiterführenden Schulen kommt, geburtenmäßig schwächer war als der vorherige“, so Heidler. Waren es zum Schuljahr 18/19 noch 559 Unnaer Kinder, die in die fünfte Klasse wechselten, sind es zum Schuljahr 19/20 nur 510 Schüler. Das gelte auch für die Auswärtigen, die Schulen in Unna besuchten.

108 Fünftklässler lernen ab dem Sommer an der Werner-von-Siemens-Gesamtschule. Das sind zwar weniger als im Vorjahr, doch das hat einen einfachen Grund: „Die Schule musste Schüler abweisen, weil die Inklusionsvorgaben keine größeren Klassen erlauben“, erklärt die für die Schulen zuständige Beigeordnete Kerstin Heidler. Maximal 27 Kinder dürfen in einer Klasse unterrichtet werden, in der maximal drei Inklusionskinder sitzen. Unna hatte die beiden Gesamtschulen zu den beiden vorrangigen „Schulen des gemeinsamen Lernens“ erklärt; eine Reserve bildet die Hellweg-Realschule.

180 Kinder wurden an der Gesamtschule in Königsborn angemeldet. Plätze gibt es für 108, von denen etwa 19 für Inklusionskinder vorgehalten sind. Es wurden also 72 Kinder angemeldet, die umberaten wurden.

Alle Gesamtschulwünsche wurden berücksichtigt

An der Peter-Weiss-Gesamtschule wurden 153 Kinder angemeldet - das sind sieben mehr als noch im Vorjahr. Für die Innenstadt-Gesamtschule bedeutet dies, dass sie wieder sechszügig in den neuen fünften Jahrgang starten wird; die Königsborner Gesamtschule wiederum vierzügig. „Alle Kinder, die einen Platz an einer Gesamtschule haben wollten, haben auch einen bekommen“, betont Heidler.

Der Trend zu den Gesamtschule bedeutet für die Gymnasien einen Einbruch.

Pestalozzi-Gymnasium verliert dramatisch

Großer Verlierer ist dabei das Pestalozzi-Gymnasium (PGU). 28 Kinder weniger als noch zum aktuellen Schuljahr 2018/2019 wurden für das kommende Schuljahr im 5. Jahrgang angemeldet. Mit 56 neuen Fünftklässlern würde das PGU dann zwei Klassen bilden. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium verliert ebenfalls: Mit bisher 74 angmeldeten Fünftklässlern sind es 19 Schüler weniger als noch im Vorjahr. Konstant auf hohem Niveau bleibt allein das Ernst-Barlach-Gymnasium (EBG): Hier wurden 113 Schüler angemeldet - einer mehr als im Vorjahr. Ob das EBG nun vier Klassen bilden wird, das werden Schulträger und Schulleitung nun in Gesprächen mit der Bezirksregierung klären.

Realschule bleibt konstant

Gleiches gilt für die Hellweg-Realschule: Die Anmeldezahlen bleiben auch hier stabil. Mit 89 neuen Fünftklässlern liegt Unnas einzige Realschule nur leicht hinter dem Zahlen des Vorjahres. Damals waren es 91 neue Fünftklässler.

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