Verrückte Idee für Hemmerde Ehrenamtlicher Transportservice mit einer Rikscha geplant

Redakteur
Carsten Hellmann (l.), Ronja Kossack und Martin Struck zeigen eine Rikscha in Hemmerde
Es war der Tag des Schneegestöbers, als Carsten Hellmann (l.), Ronja Kossack und Martin Struck ihr Projekt in Hemmerde vorstellten. Der Freude am Projekt schadete der Wintereinbruch nicht. Eine Rikscha soll Menschen in Hemmerde in Bewegung bringen. © Udo Hennes
Lesezeit

Starke Fahrräder für besondere Zwecke gibt es inzwischen einige in Unna. Jetzt soll ein weiteres hinzukommen: Mit einem Rikscha-Projekt geht eine Gruppe in Hemmerde voran. Sie möchte Menschen umweltfreundlich in Bewegung bringen und gleichzeitig die Jugendarbeit unterstützen.

Eine urig, aber auch etwas anstrengend wirkende Rikscha drehte kürzlich in Hemmerde ihre ersten Runden. Es ist ein Original, das in Indonesien seinen Dienst als Fahrradtaxi versehen hat und einige Jahrzehnte auf dem Sattel haben dürfte. Martin Struck war durch Zufall an dieses Rad gekommen und setzt es nun als sympathisches Werbemittel ein. Er berichtet, er habe in München erlebt, wie Menschen per Rikscha zum Oktoberfest gefahren wurden. „Da dachte ich: Sowas wäre für unser Dorf auch cool.“

Udo Hennes
Fahrt gegen Spende: Die kleine Holzkiste an der Alt-Rikscha soll eingesetzt werden, um für das moderne Neu-Rad zu sammeln. © Udo Hennes

E-Bike als Dorftaxi

Die Rikscha, die der Hemmerder und seine Mitstreiter im Dorf ins Rollen bringen möchten, wird mit diesem Gefährt nur das Grundprinzip gemeinsam haben: Ein Mensch tritt in die Pedale und befördert andere Menschen. Für Hemmerde soll ein modernes E-Bike angeschafft werden. Die Fahrerin oder der Fahrer wird hinten sitzen, bis zu zwei Fahrgäste vorne in einer kleinen Kabine.

Die Initiative, ein Arbeitskreis innerhalb des Heimatvereins Kirchspiel Hemmerde, rechnet damit, dass das Gefährt etwas mehr als 10.000 Euro kosten wird. Struck und Co. rufen nun auf, für die Anschaffung der „Rikscha für Hemmerde“ zu spenden. Auch beim Adventsmarkt am 10. Dezember im Dorf soll für das Projekt geworben werden.

Zum Thema

Rikscha beim Adventsmarkt

Der Adventsmarkt in Hemmerde ist am Samstag, 10. Dezember, an der evangelischen Kirche. Ab 14 Uhr präsentieren sich verschiedene Initiativen. Es gibt Verkaufsstände, Musik, Kinderbelustigung sowie Essen und Trinken. Für 16.30 Uhr wird der Besuch des Nikolauses erwartet.

Beim Adventsmarkt wird auch das Rikscha-Projekt vorgestellt. Wer sich darüber informieren möchte, kann Martin Struck kontaktieren: Tel. (0172) 283 3454; post@rikscha-hemmerde.de

Spenden mit dem Stichwort „Rikscha“ können an den Heimatverein überwiesen werden, IBAN DE60 4416 0014 1400 6884 01 (Volksbank Unna).

Für Besorgungen und Ausflüge

Mit der Rikscha soll der zunehmenden Zahl an älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen eine umweltfreundliche Mobilität und Teilhabe am Dorfleben ermöglicht werden. Ronja Kossack von der Projektgruppe nennt Fahrten zum Hofmarkt in Stockum als Beispiel. Auch in dem großen neuen Seniorenheim im Dorf sieht die Gruppe Bedarf. „Wer dort einen Verwandten besucht, kann sich die Rikscha ausleihen und gemeinsam einen Ausflug machen“, erklärt Carsten Hellmann.

Die Rikscha soll in Hemmerde stationiert werden. Wer möchte, kann sie sich für Transportfahrten oder andere Erledigungen, auch für Kindergeburtstage oder Schulveranstaltungen ausleihen. Das ist die eine Variante der Nutzung. Die andere ist mit Fahrer: Die Initiative möchte mobilitätseingeschränkte Menschen im Dorf und in der Umgebung fahren. Dafür baut sie ein Netzwerk von Fahrerinnen und Fahrern auf. Wer daran Interesse hat, darf sich gern melden.

„Jetzt suchen wir Fahrer, im Frühjahr suchen wir Mitfahrer“, sagt Martin Struck. Vorgesehen ist, das Gefährt zu März oder April 2023 anzuschaffen. Die Rikscha soll auch eine Kupplung für Anhänger bekommen und eine Halterung für ein „Beiboot“: Bei Bedarf kann ein Faltrad angehängt werden. Wer die Rikscha demnächst nutzt oder sich damit fahren lässt, wird zum Spenden eingeladen. So will das Rikscha-Team die Kinder- und Jugendarbeit im Dorf unterstützen.