Mit Umfrage: „Irre“, „mega“ und empört – so reagierte Unna auf die Traktor-Demo nach Bonn

dzProtest der Landwirte

Der Trecker-Konvoi sorgte in der Nacht für Aufmerksamkeit in Unna. Nicht alle reagierten verständnisvoll – auch, weil nicht alle Teilnehmer des Traktor-Protestes sich an die Regeln hielten.

Unna

, 22.10.2019, 12:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es war irre“, schreibt Jutta Böttger im sozialen Netzwerk Facebook, „mega“ fand Oliver Hörster den Anblick zahlreicher Trecker auf der B1 bei Unna. Doch längst nicht bei allen fand die nächtliche Tour Hunderter Traktoren gen Bonn zur Protestveranstaltung Zustimmung.

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Wie die Polizei am Morgen auf Nachfrage dieser Redaktion erläuterte, gab es in der Nacht einen Anruf von einem verärgerten Anwohner in Unna. Er beschwerte sich demnach über den Lärm auf dem Verkehrsring. Offenbar haben mehrere Fahrer der landwirtschaftlichen Fahrzeuge gehupt, als sie die Innenstadt passierten – inmitten der Nacht. Ansonsten habe es bis auf den festgefahrenen Lastwagen unter einer Unterführung in Schwerte keine Vorkommnisse gegeben, so Polizeisprecherin Vera Howanietz.

Rund 100 Trecker schlossen sich dem Konvoi in Unna an

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) meldete am Dienstagmorgen, dass sich von der Geschäftsstelle des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes in Unna 80 bis 100 Trecker auf den Weg nach Bonn gemacht hätten. Zudem seien noch viele Bauern aus der Region mit dem Zug zur Protestveranstaltung nach Bonn aufgebrochen.

Gegen 11 Uhr meldete die Polizei Münster via Kurznachrichtendienst Twitter dann Vollzug: „Die Trecker-Konvois haben sich vereint und fahren nun gemeinsam weiter zum Zielort.“ Damit waren die beiden Trecker-Kolonnen, die sich am Vorabend gegen 21.30 Uhr in Niedersachen über eine westliche und eine östliche Route auf den Weg gemacht hatten, insgesamt über 13 Stunden lang unterwegs.

In Bonn löste das Eintreffen Hunderter Traktoren unterdessen die erwarteten Probleme aus. Via Kurznachrichtendienst Twitter warnte die dortige Polizei unter anderem davor, die schweren Traktoren auf statisch nicht dafür vorgesehenen Flächen abzustellen. Auch der Bahnverkehr musste zwischenzeitlich unterbrochen werden, weil die Teilnehmer der Traktor-Demo immer wieder Gleise blockierten.

Aufgerufen zu der Demonstration hatte die Bewegung „Land schafft Verbindung“, die Landwirte hatten sich über eine Facebook-Gruppe organisiert und zusammengeschlossen. Mit der Aktion wollten die Landwirte ihren Unmut über „die Vielzahl an Verordnungen, Einschränkungen und Auflagen, die derzeit diskutiert würden“ kundtun, hieß es in der Mitteilung des WLV-Kreisverbandes.

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