Toter Waschbär in Wassergraben: Raubtier kommt in Unna erstaunlich oft unnatürlich zu Tode

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Ein toter Waschbär liegt in Hemmerde in einem ausgetrockneten Wassergraben. Der Fund, den Spaziergänger machten, führt zu einer erstaunlichen Erkenntnis: Das Raubtier findet in Unna oft einen unnatürlichen Tod.

Unna

, 30.07.2019, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen toten Waschbären entdeckte Günter Helck am vergangenen Wochenende auf einem Spaziergang in Hemmerde: Vor dem Schelk lag das Tier leblos in einem ausgetrockneten Wassergraben.

Der Anblick des toten Pelztieres, das lebendig allgemein als possierlich und sympathisch wahrgenommen wird, habe ihn schon traurig gemacht, teilte Günter Helck der Redaktion mit.

Toter Waschbär in Wassergraben: Raubtier kommt in Unna erstaunlich oft unnatürlich zu Tode

Ein Waschbär läuft über eine Wiese. In Unna und Umgebung werden erstaunlich viele Tiere auf der Streckenliste der Jagdbehörde gezählt. © dpa

Mit seiner Frau gehe er öfter am Schelk spazieren, habe dort aber bisher noch nie Waschbären gesehen. Auch einem Landwirt aus Hemmerde, den Helcks ansprachen, seien die nachtaktiven Raubtiere noch nicht aufgefallen.

Dabei kommt der Waschbär in Unna und der Region fiel häufiger vor, als man denken würde. Einem Ehepaar in Kamen war kürzlich ein Jungtier zugelaufen. Für ein häufiges Vorkommen sprechen auch die Zahlen der Unteren Jagdbehörde.

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Die Jagdbeauftragte des Kreises, Silke Amsel, führt die Streckenlisten. In diesen Listen werden alle getöteten jagdbaren Tiere aufgeführt. Für den Waschbär ergeben sich für das zurückliegende Jagdjahr zumindest für den Laien erstaunlich hohe Zahlen.

Demnach sind im Zeitraum vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2019 im Kreis Unna 170 Waschbären zu Tode gekommen. Dabei handelt es allein um die tot aufgefundenen Tiere.

Je nach Art der Todesumstände wird unterteilt in Fallwild, Abschusswild, Fangjagd und Unfälle. Fallwild bedeutet, dass die toten Tierkörper Anzeichen äußerer Gewalteinwirkungen aufweisen, aber nicht geschossen worden sind oder bei Verkehrsunfällen verendeten.

Toter Waschbär in Wassergraben: Raubtier kommt in Unna erstaunlich oft unnatürlich zu Tode

Ein junger Waschbär erkundet einen Garten. Manche Tiere finden in den Städten besonders gute Lebensbedingungen - nicht alle sind erwünscht. © dpa

In Unna hat die Jagdbehörde sieben Waschbären registriert, die als Fallwild gelten. Im gesamten Kreisgebiet waren es im letzten Jagdjahr 22 Tiere. Der Waschbär gilt hierzulande immer noch als invasive Art, also als nicht heimisches Tier. Auf zwei 1934 in Hessen ausgewilderte Pärchen geht der Großteil der heutigen Population in Deutschland zurück.

Der Waschbär darf gejagt werden. In Unna und Holzwickede sind zuletzt 22 Tiere geschossen worden, im gesamten Kreis waren es 75 Waschbären. Hinzu kommen die im Straßenverkehr verendeten Tiere und die nach der sogenannten Fangjagd – in Lebendfallen – getöteten Tiere.

Der Kreis empfiehlt, den Fund eines toten Waschbären der Unteren Naturschutzbehörde zu melden. Ein Foto vom Fundort ist hilfreich. Das Amt meldet den Fund dem zuständigen Jäger weiter, der das tote Tier entsorgt. Der in Hemmerde gestorbene Waschbär wurde dem zuständigen Jäger gemeldet.

Kontakt

Kein Fall für den Amtstierarzt

  • Waschbären gelten nicht als Überträger ansteckender Krankheiten.
  • Die Veterinärbehörde wird daher beim Fund toter Waschbären nicht informiert.
  • Den Fund toter Wildtiere kann der Unteren Naturschutzbehörde unter Tel. (0 23 03) 27-0 oder an post@kreis-unna.de gemeldet werden.
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