War es ein Unfall oder Tierquälerei? Die Katze eines Masseners lag tot mit einer Kopfverletzung und gehäutetem Schwanz vor seinem Haus. Die Polizei wird nicht weiter ermitteln. © Privat
Tierquälerei in Massen

Tote Katze in Massen – auch Tierschützerin schließt Tierquälerei nicht aus

Bei dem vermeintlichen Tierquäler-Fall von Donnerstag, 19. August, in Massen kann eine gewaltsame Tat weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Eine Tierschützerin nimmt Stellung zu dem Fall.

Bei dem traurigen Fall einer stark verwundeten toten Katze stellte sich durch eine Augenzeugin heraus, dass das Tier von einem Auto erfasst wurde. Da das Tier jedoch ungewöhnliche Wunden am Schwanz aufwies, schließt der Halter Tierquälerei nicht aus.

Die Katze von Joachim Krajewski kam an der Kleistraße durch einen Zusammenstoß mit einem Auto tragisch zu Tode. Sind Katzen durch den Straßenverkehr zunehmend gefährdet? Nicht unbedingt, meint Ellen Heckmann vom Tierschutzverein Unna. Es gäbe mittlerweile sogar mehr Tempo 30-Zonen und die meisten Katzen würden mit dem Straßenverkehr zurecht kommen. An einer stark befahrenen Hauptstraße sind Katzen aber natürlich deutlich gefährdeter.

Nach Unfall das Tier nicht einfach liegen lassen

Wenn es zu einem Unfall mit einer Katze kommt, sollte man zumindest jemanden verständigen. Wie bei der ersten Hilfe beim Menschen gilt auch hier: Wenn man selbst nicht helfen kann, sollte man wenigstens Hilfe holen. Besonders dann, wenn dem Tier noch geholfen werden kann. Viele Katzen sind gechipt oder tätowiert, sodass der Halter ausfindig gemacht werden kann. In dem Fall in Massen fuhr der Fahrer laut Augenzeugin einfach weiter. „Das Tier einfach liegen zu lassen ist auch Tierquälerei“, so die Expertin. Ellen Heckmann erinnert daran, dass Augenzeugen in solchen Fällen versuchen sollten, sich das Kfz-Kennzeichen zu merken.

Tierquälerei leider kein Einzelfall

Die Wunden am Schwanz der Katze könnten auf vorherige Tierquälerei hinweisen, vermutet auch die Tierschützerin. Es habe in letzter Zeit immer mal wieder Fälle von Tierquälerei an Katzen gegeben, die hätten räumlich allerdings weit auseinander gelegen, so Ellen Heckmann. Wie Menschen so grausame Taten begehen können, ist unklar. „Es gibt Leute die hassen einfach alle Tiere. Die meinen, Tiere seien schmutzig oder sie haben einfach Frust. Das wehrlose Tier wird dann einfach zum Frustablassen benutzt“, mutmaßt Ellen Heckmann.

Die Tierschützerin bittet, Augen und Ohren offen zu halten und nicht wegzuschauen. Selbst direkt nebenan in der Nachbarschaft kann es zu solchen Fällen kommen.

Dem Verdacht Krajewskis auf Tierquälerei ist die Polizei Unna nicht nachgegangen. „Die Polizei ist dazu verpflichtet, die Beamten wissen das anscheinend nicht“, sagt Ellen Heckmann zum Thema Zuständigkeit bei solchen Fällen. Sie erzählt von besorgten Bürgern, die nachts beim Tierschutzverein anrufen, weil ein Tier Hilfe benötigt. Oft erhielten die Personen zuvor keine Hilfe von der Polizei.

Eine Polizeidienststelle hat sicher viel zu tun, aber da könnte man meinen, sie vernachlässige in dieser Sache ihre Arbeit.

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