Es ist genug für alle da: Auch bei einer zweiten Corona-Welle sind Hamsterkäufe unbegründet, wie Einzelhändler aus Unna erklären. © Vivien Nogaj
Hamsterkäufe

„Toilettenpapier reicht bis Weihnachten“: Unnas Einzelhändler appellieren an Vernunft der Kunden

Die zweite Corona-Welle bringt nicht nur steigende Infektionszahlen und neue Einschränkungen mit sich, sondern auch alte Ängste. Was, wenn das Toilettenpapier knapp wird?

„Bei der ersten Welle waren ja alle überrascht, auch die Industrie und der Großhandel. Jetzt sind alle Beteiligten – von der Herstellung bis zum Einkäufer – viel besser vorbereitet.“

Frank Dürre, Inhaber Rewe Dürre

„Das Toilettenpapier reicht bis Weihnachten, und auch darüber hinaus“, sagt etwa Frank Dürre vom Rewe Dürre in Unna. Zwar mache sich bemerkbar, dass die Produkte, die auch während des Lockdowns knapp waren, wieder verstärkt gekauft werden, jedoch sei dies noch lange nicht mit der Situation im März zu vergleichen: „Da war Land unter. Eine Palette Toilettenpapier war nach 15 Minuten weg“, berichtet der Inhaber.

Industrie und Handel sind vorbereitet

Dass die gleiche Situation jetzt nochmal eintritt, hält Dürre jedoch für unwahrscheinlich: „Bei der ersten Welle waren ja alle überrascht, auch die Industrie und der Großhandel. Jetzt sind alle Beteiligten – von der Herstellung bis zum Einkäufer – viel besser vorbereitet.“ Deshalb appelliert Dürre auch an seine Kunden, sich nicht durch kursierende Internetbilder beunruhigen zu lassen: „Ich verstehe die Panikmache nicht. Es sollte uns allen daran gelegen sein, nicht erneut so eine Kette in Gang zu setzen“, sagt er.

Damit das nicht passiert, ist man auch im Drogeriemarkt „dm“ am Hellwegcenter gut vorbereitet, wie die Filialleitung vor Ort berichtet: „Ich habe jetzt 15 Paletten Toilettenpapier bestellt. Die werde ich vor den Eingang stellen, damit die Menschen direkt sehen, dass noch genug da ist.“ Auch Seife und Desinfektionsmittel findet der Kunde in dem Drogeriemarkt noch ausreichend.

„Ich habe jetzt 15 Paletten Toilettenpapier bestellt, die werde ich vor den Eingang stellen, damit die Kunden sehen, dass noch genug da ist.“

Filialleitung „dm“ im Hellweg-Cente

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Discounter gibt nur haushaltsübliche Mengen ab

Damit dies auch in seinem Geschäft so bleibt, bringt Frank Dürre etwaige Schilder, die Kunden darauf hinweisen, nur in haushaltüblichen Mengen einzukaufen, gar nicht erst an seine Regale an: „So machen wir die Kunden ja erst drauf aufmerksam, zu hamstern“, sagt er.

Im Aldi an der Weberstraße setzt die Marktleitung hingegen schon jetzt darauf, die Ware nur in kleinen Rationen auszugeben: Ein Kunde an der Kasse sei am Montag darauf hingewiesen worden, nur eine statt zwei Packungen Toilettenpapier zu kaufen, wie ein Augenzeuge berichtete.

Eine Kundin bei Rewe Rauch hingegen begnügte sich von vornherein mit nur einem Paket Küchentücher: „Ich kaufe nur das ein, was ich brauche“, sagte sie. „Nach der ersten Welle hatten die meisten Menschen ohnehin viel zu viel von allem im Haus.“ Und das müsse ja nicht sein.

Über die Autorin
Geboren 1992 mitten im Ruhrgebiet (Bottrop) und aufgewachsen am Rande des Münsterlandes (Dorsten), hat es sie zum Studieren nach Bielefeld verschlagen (die Stadt gibt es wirklich ;-)). Nach beruflichen Zwischenstationen in Braunschweig, Berlin und Aachen ist sie froh, wieder zurück im Pott zu sein und Geschichten für Unna zu schreiben. Wenn sie nicht journalistisch unterwegs ist, hört sie gerne Musik, wandert im Grünen oder faulenzt mit einem guten Buch im Café.
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Vivien Nogaj
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