Starke Frauen, das Manhattan der 1950er-Jahre und Gleichberechtigung: Das Theater Narrenschiff setzt auf einen bunten Mix für seine neue Spielzeit. Auch Shakespeare ist wieder dabei – alllerdings nicht auf dem Westfriedhof.

Unna

, 07.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 4 min

Pünktlich vor Weihnachten und damit rechtzeitig für alle Geschenkesucher stellt das Theater Narrenschiff sein Programm für die neue Spielzeit 2020 vor. Seit dieser Woche läuft der Kartenvorverkauf im i-Punkt im ZIB. Vier Inszenierungen sind ab Januar zu sehen und auch das Stück, das im Rahmen der „Summertime“ Open Air aufgeführt werden wird, steht bereits fest.

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Kampf um Gleichberechtigung: „Sister Suffragette“

Los geht es aber im Januar mit einem Stück über den Kampf der Gleichberechtigung von Judith Binias. „Sister Suffragette“ spielt im England der 1910er Jahre: Seit Jahren kämpfen Frauen für ihre Rechte der Wahl und freierer Bestimmung über ihren Körper. Allen voran Emmeline Pankhurst. Als Kopf und Herz der Bewegung motiviert sie hunderte Frauen, sich ihrem Kampf anzuschließen, darunter auch zwei ihrer Töchter: Sylvia und Christabel, die in ihrer Mutter ein feuriges Vorbild der Emanzipation sehen und ihren eigenen Platz in der Frauenbewegung finden.

In der neuen Inszenierung von Judith Binias soll es weniger um die Frage gehen, wann gewaltsamer Widerstand zum Terrorismus wird, sondern mehr darum, warum Revolutionen besonders von inneren heraus verletzbar sind.

  • Bearbeitung & Inszenierung: Judith Binias
  • Mit: Jennifer Angersbach, Eva Bolle, Jane Csepi, Rebecca Ewe, Britta Happel, Julia Kullnat, Sarah Noisten, Edith Schneider
  • Termine: 19. Januar / 18 Uhr - Premiere; 26. Januar / 18 Uhr, 31. Januar / 19.30 Uhr, 2. Februar / 18 Uhr, 7. Februar / 19.30 Uhr, 9. Februar / 18 Uhr, 14. Februar / 19.30 Uhr - Derniere

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Tilla Grünspan kehrt zurück

Am 21. Februar kehrt mit Tilla Grünspan die Grande Dame der gepflegten Unterhaltung nach Unna zurück. Zu ihrem zehnjährigen Jubiläum bringt Tilla neue und alte Lieblingslieder und Geschichten aus ihrem bewegten Leben mit. 2010 schlüpfte Nils Jacobi zum ersten Mal in die Haut des Damenimitators mit der Schwäche für die Farbe Grün, von Anfang an begleitet von Lilja Kopka als Tillas jüdischer Garderobiere Ruth Löwenstein.

Mit „Lila“ erzählte Nils Jacobi erstmals die Geschichte der tollen Tilla: Im Berlin der 1930er Jahre sang und sprach Tilla von Liebe, Hoffnung und Widerstand. Der Abend erzählte auch von der Ausgrenzung der ‚Andersartigen‘ bis hin zur Flucht vor dem Nationalsozialismus. Mit „Koffer in Berlin“ und „Tilla in New York“ erzählte Jacobi in den folgenden Jahren in zwei weiteren Teilen von Tilla und Ruths Rückkehr ins Deutschland der Nachkriegsjahre und einem späten Erfolg in Amerika.

Zum Jubiläum gibt es einen Konzertabend mit Tilla-Klassikern und neuen Lieblingsliedern: Schlager und Gassenhauer von den 20er- bis 60er-Jahren. Der Best-of-Abend nimmt das Publikum erneut mit auf eine Reise durch das bewegte Leben zweier sehr unterschiedlichen Freundinnen, die sich niemals unterkriegen ließen.

  • Text & Inszenierung: Nils Jacobi
  • Mit: Nils Jacobi und Lilja Kopka
  • Termine: 21.Februar /19.30 Uhr - Premiere, 28. Februar / 19.30 Uhr

Theater Narrenschiff setzt weiter auf Shakespeare – aber nicht auf dem Westfriedhof

„Curtain Call“ blickt hinter die Kulissen des Broadways. © Theater Narrenschiff


„Curtain Call - Intrigen am Broadway“

Der Hollywoodfilm der „Goldenen Ära“ hat es André Decker, dem Künstlerischen Leiter des Theater Narrenschiffs, angetan. Mit „Curtain Call“ hat er eine weitere Hommage an diese Filme inszeniert. Dieses Mal steht das Haifischbecken des Broadways und das turbulente Leben der Künstlerszene dieser Zeit im Vordergrund. Angelehnt an Klassiker wie „Alles über Eva“, „Sunset Boulevard“ oder „42nd Street“ konzentriert sich das neue Bühnenstück ganz auf das Leben hinter den Kulissen des Theaters. Das Ergebnis ist ein spannendes Drama, das nicht nur für Theaterliebhaber einige Überraschungen bereithält.

  • Bearbeitung & Inszenierung: André Decker
  • Mit: Kathrin Bolle, Marc Debie, André Decker, Rebecca Ewe, Nils Jacobi, Silvia Kleinwechter, Katalina Kopka, Sarah Noisten, Johannes Schmidt, Edith Schneider
  • Termine: 28. März /19.30 Uhr - Premiere, 29. März/ 18 Uhr, 4. April /19.30 Uhr, 5. April /18 Uhr, 25. April / 19.30 Uhr, 26. April / 18 Uhr, 2. Mai/19.30 Uhr, 3. Mai / 18 Uhr, 8. Mai /19.30 Uhr, 10. Mai / 18 Uhr, 15. Mai /19.30 Uhr - Derniere

Theater Narrenschiff setzt weiter auf Shakespeare – aber nicht auf dem Westfriedhof

„Shakespeare revisited“ – das wird ein großes Bühnenexperiment, mit dem das Theater Narrenschiff sich seinem Lieblingsautor widmet. © Theater Narrenschiff


„Shakespeare Revisited – ein Bühnenexperiment“

Dass das Theater Narrenschiff eine Schwäche für Shakespeare hat, ist spätestens seit den ersten Aufführungen des Theaters Open Air auf dem Westfriedhof bekannt. Die Stücke des britischen Barden inszeniert André Decker besonders gerne; jetzt geht er noch einen Schritt weiter.

Was passiert, wenn man einzelne Shakespeare-Figuren aus ihrem Stück-Kontext löst oder sie mit Figuren aus anderen Werken interagieren lässt? Was geschieht, wenn man Textfragmente isoliert und neu zusammensetzt, um eine Welt zwischen Sinn und Wahnsinn, Macht und Ohnmacht zu erschaffen?

Mit „Shakespeare Revisited“ begibt sich das Theater Narrenschiff auf die Suche nach bisher verborgen Gebliebenem. Mit dem Fokus auf starke weibliche Charaktere aus Shakespeares Tragödien und Historien entsteht eine atmosphärische Szenencollage, die ein neues Ganzes ergibt.

  • Bearbeitung und Inszenierung: André Decker
  • Gespielt vom tn-Ensemble
  • Termine: 6. Juni / 19.30 Uhr - Premiere, 7. Juni / 19.30 Uhr, 12. Juni / 19.30 Uhr, 14. Juni / 19.30 Uhr, 20. Juni / 19.30 Uhr, 21. Juni / 19.30 Uhr, 26. Juni / 19.30 Uhr - Derniere

Theater Narrenschiff setzt weiter auf Shakespeare – aber nicht auf dem Westfriedhof

Nicht Shakespeare, sondern Jane Austen: Mit „Emma“ setzt das Theater Narrenschiff erneut auf die britische Autorin für seine Open-Air-Inszenierung auf dem Westfriedhof. © Theater Narrenschiff


Open-Air-Theater auf dem Westfriedhof

Nach so viel Shakespeare dürfte die Enttäuschung nicht allzu groß sein, dass das Theater Narrenschiff für die beliebte Open-Air-Inszenierung im Juli kein Werk des britischen Barden ausgewählt hat. Nach „Stolz und Vorurteil“ hat sich das Theater Narrenschiff für ein zweites Meisterwerk aus der Feder von Jane Austen für sein alljährliches Sommertheater entschieden.

„Emma“ ist Jane Austens letzter Roman, der ein Jahr vor ihrem Tod 1817 erschien. Er besticht bis heute durch seine witzigen Dialoge, feine Beobachtungen und einem Universum aus skurrilen Charakteren. Mit „Emma“ hat Jane Austen eine der großen Heldinnen der Weltliteratur geschaffen: Austen blickt voller Ironie auf die selbstherrliche Weltanschauung ihrer Heldin, die sie im Laufe der Geschichte durch viele Reifen springen lässt, auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

  • Bearbeitung: André Decker & Lilja Kopka
  • Inszenierung: André Decker
  • Gespielt vom tn-Ensemble
  • Termine: 16./17./18./19. Juli jeweils um 20.30 Uhr
  • Für die Open-Air-Aufführungen gibt es noch keine Karten im Vorverkauf. Infos zum Kartenverkaufteilt das Theater Narrenschiff im Frühjahr mit. Das Theater Narrenschiff kann keine Reservierung für die Open-Air Veranstaltunen im Rahmen der „Summertime“ annehmen. Der Vorverkauf wird ausschließlich im i-Punkt des ZIB erfolgen.
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