Der Kampf für Frauenrechte ist auf der Bühne - und immer noch aktuell

dzTheater Narrenschiff

Statt Geschichten zu erzählen, will das Theater Narrenschiff Geschichte vermitteln. „Sister Suffragette“ handelt vom Kampf für die Frauenrechte – packend wie Theater, informativ wie die Wirklichkeit.

von Tom Schneider

Unna

, 20.01.2020, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unruhe macht sich im Vorraum der Theaters Narrenschiff breit. Fünf Frauen mit Schärpen drängen sich durch die Menge. Plötzlich schallt es durch den Raum: „Shout, shout, up with your Song“. Es ist die berühmte Hymne der englischen Frauenbewegung.

Mit den Worten „Vielen Dank, dass sie sich für die Rechte der Frau interessieren“ wurde man im Theatersaal begrüßt. Und somit war bereits vor der Aufführung die Stimmung gesetzt.

Zeitreise um gut 100 Jahre zurück in die Vergangenheit

„Sister Suffragette“ feierte am Sonntagabend Premiere im Narrenschiff. Das Theaterstück erzählt die Geschichte des Kampfes um das Frauenwahlrecht in den 1910er-Jahren. Der Zuschauerraum war geschmückt mit Bannern und Transparenten: „Votes for Women“ oder „Deeds not Words“ stand darauf. Sprüche wie diese nahmen die Gäste schon vor Beginn des Stückes mit in die revolutionäre Stimmung der Zeit, um die es in der neuen Narrenschiff-Produktion geht.

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Im Mittelpunkt der Geschichte steht Emmeline Pankhurst. Sie war eine der wichtigsten Personen der Suffragettenbewegung. „Sister Suffragette“ behandelt den alltäglichen Kampf Pankhursts und ihrer Mitstreiterinnen um das Wahlrecht der Frau. Dazu gehören Proteste, Märsche und auch das Erbringen von Opfern, alles eindrucksvoll inszeniert.

„Doch auch in einer Revolution werden wir mit menschlichen Gefühlen konfrontiert: Eifersucht, Liebe und der Frage nach gemeinsamen Werten“, fügt das Theater hinzu. Denn auch an zwischenmenschlischem Drama in der Bewegung mangelt es in „Sister Suffragette“ nicht.

Dramatisches Werk nah an den historischen Begebenheiten

Inhaltlich ist das Stück nah an der Geschichte der Pankhursts geschrieben. „Sister Suffragette“ stammt aus der Feder von Judith Binias. Die Idee kam ihr bei einem Besuch im Britischen Museum in London. Dort lief zu der Zeit eine überschaubare Ausstellung über die Frauenbewegung. Binias war schockiert: „Mir ist aufgefallen, wie wenig ich darüber wusste.“

Termine

Aufführungen im Januar und Februar

  • Weitere Vorstellungen im Theater Narrenschiff gibt es in diesem Monat am 26. und 31. Auch im Februar läuft das Stück noch: am 2., 7., 9. und 14.
  • Vorstellungen sind sonntags um 18 Uhr, freitags um 19.30 Uhr.
  • Informationen über Karten gibt es im i-Punkt im ZIB, Tel. (02303) 103-777.
  • Mehr Informationen über das Stück, das Theater und mehr gibt es im Internet: www.theater-narrenschiff.de

In ihrer Recherche sammelte sie die nötige Literatur zusammen. Dabei flossen Informationen aus historischen Zeitungen und Biografien in das Stück mit ein. Auch beinhaltet es Reden der Pankhurst-Frauen in ihrem Kampf für Gleichberechtigung.

Es sei eine Geschichte, die es wert ist erzählt zu werden, besonders in Zeiten, in denen in manchen Teilen der Welt Frauenrechte nicht existierten oder abgebaut würden, so Binias.

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