Theater Narrenschiff bietet Sex-Lesung, Musical und ein Miller-Klassiker

dzNeue Spielzeit

Mit „Wer hat Angst vor Virginia Woolf...?“ hat das Theater Narrenschiff in dieser Saison bereits viele Menschen begeistert. Doch der neue Spielplan wartet bis Mitte Juli 2019 mit vielen weiteren Höhepunkten auf.

Unna

, 14.12.2018, 18:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Wer hat Angst vor Virginia Woolf...?“

Mit zwei Zusatzveranstaltungen am 2. und 3. Februar bietet das Theater Narrenschiff all denen Gelegenheit, das Stück „Wer hat Angst vor Virginia Woolf...?“ zu sehen, die bislang noch keine Gelegenheit dazu hatten. Das Stück, das André Decker inszeniert hat, handelt von zwei Paaren, ihren Lebenslügen, ihren geheimen Sehnsüchten und einem Ehekrieg, der mit allen Waffen ausgefochten wird. Dieses Psycho-Spiel ist nicht nur spannend, sondern auch humorvoll. Neben Decker spielen Kathrin Bolle, Katalina Kopka und Kim Schütt.

„Die verbotenen Früchte – Briefe von einer anderen Liebe“

Marquis de Sade: Wer den Namen kennt, bringt ihn automatisch mit obszönen Sexpraktiken in Verbindung – schließlich ist der französische Adlige der Namensgeber des Sadismus. Doch was, wenn kaum einer den Charakter der Aufklärung derart konsequent zu Ende gedacht hat wie er, der aus dem Kerker heraus, in den man ihn für seine Perversitäten steckte, sensible Briefe voller Verletzbarkeit schrieb? Was, wenn seine Art der Liebe nicht verteufelt worden wäre? „Verbotene Früchte“ ist eine szenische Lesung, die die Charaktere selbst zu Wort kommen lässt und eine andere, mögliche Realität malt, die nicht so weit von unseren jetzigen Normen entfernt ist. Nachdem sich „So wie ich bin“, die erste inszenierte Lesung von Judith Binias, mit dem Leben berühmter Frauen auseinandergesetzt und ihnen eine Stimme gab, die über ihre Werke hinaus ging, bringt „Verbotene Früchte“ das private amouröse und erotische Verlangen von Autoren und Autorinnen auf die Bühne. Neue, nicht der Norm entsprechende Perspektiven sind es, die aus privaten Briefen hervorgehen und dem Publikum eine neue Sicht auf die Liebe und Sex ermöglichen. Fünf Mal ist die Lesung mit André Decker, Nils Jacobi, Silvia Kleinweichter und Edith Schneider zu erleben: am 17. und 23. Februar sowie am 3., 8. und 31. März.

„Bye, bye love“

Das neue Musical des Jugendprojektes Freie Wildbahn haben André Decker und Christiane Kopka gemeinsam inszeniert. „Bye, bye love“ ist nach „Der Zauberer von Oz“ und „Romeo und Julia“ bereits die dritte Musicalproduktion des Projektes. Daran beteiligt sind diesmal 35 Jugendliche. 1959 in einer amerikanischen Kleinstadt: Die 16-jährige Bianca hat ein Problem – sie darf erst mit Jungs ausgehen, wenn auch ihre ältere Schwester Katharina ein Date hat. Die will jedoch von Männern nichts wissen. Nach einer üblen Erfahrung mit dem Schul-Macho hat sie beschlossen: Bye bye love! Kat gibt sich so kratzbürstig und widerspenstig, dass alle vor ihr Reißaus nehmen. Da kommt Biancas Verehrer Luke auf die Idee, jemanden dafür zu bezahlen, dass er sich mit der Furie verabredet. Ein passender Kandidat ist bald gefunden – doch der geniale Plan läuft immer mehr aus dem Ruder. Das Stück ist am 15., 16., 17., 20., 22., 23., 24., 27. und 29. März sowie am 5. April zu sehen.

„Liebes(ge)schwüre“

Was tun, wenn man auf die Gartengeburtstagsparty seines Schwarms eingeladen ist, den Nudelsalat bereits zubereitet und sich in Schale geworfen hat, aber auf einmal Zweifel aufkommen? Rock D‘Arcy steht genau vor diesem Problem und wie immer in solchen Notlagen diskutiert er es ausgiebig mit seiner besten Freundin Doris. Bei diesem Schlagabtausch rund um das Thema Liebe und Beziehungen singen sich die zwei New Yorker durch klassische und aktuelle Musicalhits der letzten Jahre. „Liebes(ge)schwüre“ wurde von Marco Janiel für Nils Jacobi und Judith Binias 2012 geschrieben und im Theater Narrenschiff uraufgeführt. Jetzt, sieben Jahre später, gibt es eine neu bearbeitete Version des rasanten musikalischen Abends voller Witz, Dramatik, mitreißenden Songs und natürlich einer gehörigen Portion Liebe. Zu erleben ist das am 27. und 28. April sowie am 3. und 4. Mai.

„Hexenjagd“

Bezug nehmend auf den berüchtigten historischen Hexenprozessen von Salem schuf Arthur Miller mit „Hexenjagd“ einen der packendsten Stoffe der modernen Theatergeschichte. Seit seiner Uraufführung 1953 wird das Drama durchgehend auf Bühnen weltweit gespielt. Bis heute gilt das Stück als eins der wichtigsten amerikanischen Dramen aller Zeiten. Miller, der „Hexenjagd“ eigentlich als Allegorie auf die amerikanische Kommunisten-Verfolgung in der McCarthy-Ära schrieb, präsentiert einen messerscharfen Blick auf Massenhysterie und Todesangst. Er zeigt gekonnt auf, wozu Menschen fähig sind, wenn sie eigene Interessen durchbringen oder ihr Leben retten wollen. Ein Stoff also, der auch im heutigen Zeitalter nichts an Aktualität verloren hat. André Decker inszenierte „Hexenjagd“ erstmals 2007 für das Theater Narrenschiff. Nach über zehn Jahren gibt es nun eine neue Inszenierung des zeitlosen Klassikers. Spieltermine sind der 9., 15., 16., 19., 22., 23., 28. und 30. Juni sowie der 7. Juli.

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