Zurzeit kostet eine Stunde Parken unter freiem Himmel 1,50 Euro. Diesen Satz wollen CDU und Bündnisgrüne so stark anheben, dass Autofahrer lieber gleich in eine Tiefgarage einfahren. © Thomas Raulf (Archiv)
Verkehr

Teurere Parkscheine sollen Autos aus Unnas Altstadt verdrängen

Schwarzgrün will parkende Autos in Unnas Innenstadt von der Straße holen. Die Parkgebühren unter freiem Himmel sollen deutlich angehoben werden, damit Fahrer gleich ein Parkhaus ansteuern.

Auf dem Weg zu einer autofreien oder zumindest autoarmen Innenstadt scheinen die bewirtschafteten Stellplätze in Unna gleich zwei Hürden darzustellen. Dass eine Straße, an deren Rändern geparkt werden darf, eben nicht frei von Fahrzeugen ist, leuchtet ein. Doch oft werden diese Flächen auch verantwortlich gemacht für die sogenannten Parksuchverkehre – Autos, deren Fahrer unnötig lange Wege durch den Stadtkern zurücklegen, um einen der Parkplätze frei vorzufinden.

CDU und Bündnisgrüne wollen diese Verkehre verdrängen, sie von den Straßen der Innenstadt fernhalten und auf kürzeren Wegen direkt in die Parkhäuser und Tiefgaragen führen. Dies soll zunächst nicht über Parkverbote geschehen, sondern über höhere Preise an den Parkscheinautomaten der bewirtschafteten Flächen.

Vor allem die beliebte „Brötchentaste“, die für 10 Cent einen Kurzparkschein für 20 Minuten ausgibt, soll deaktiviert werden. Parken unter freiem Himmel soll künftig im Stundentakt abgerechnet werden und innerhalb des Innenstadtrings teurer werden als der teuerste Satz in den Parkhäusern der WBU. Konkret würde das bedeuten, dass der künftige Satz über dem aktuellen von 1,50 Euro pro Stunde gehoben wird.

Anhebung müsste „merklich“ ausfallen

Wie stark diese Anhebung ausfallen wird, ist noch nicht klar. Aktuell findet sich der Ansatz in einem politischen Antrag wieder. Über ihn muss noch der Stadtrat befinden. Da aber CDU und Bündnisgrüne diesen Antrag gemeinsam vorbringen, gilt eine Mehrheit als gesichert.

CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich will es der Stadtverwaltung überlassen, den Entwurf für eine neue Gebührenordnung vorzulegen. Dies solle bis Ende März 2022 geschehen. Es gehe in dem Antrag nicht darum, Wuchertarife einzuführen. Die Parkgebühren sollen aber als Steuerungsinstrument dienen, was vermutlich eine zumindest merkliche Anhebung voraussetzt. „Das kann gerne erstmal moderat ausfallen, vielleicht 30 Cent pro Stunde; wir würden dann beobachten, was es bringt, und bei Bedarf nachsteuern.“

Betroffen sind 508 Stellplätze

CDU und Grüne sehen in der Neuordnung der Parkverkehre eine schnelle Lösung, bevor umfassendere Mobilitätskonzepte gefunden sind. Die Parkhäuser und Tiefgaragen lägen in verkehrsgünstigen Lagen und seien daher gut zu erreichen. Allein die WBU bietet nach der Eröffnung des Einkaufszentrums auf dem Mühle-Bremme-Gelände gut 1500 Stellplätze unter Dach. Dagegen werden in Unna 508 Freiluftstellplätze mit dem Parkscheinautomaten bewirtschaftet.

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Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka

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