Keine Chance für 30: Darum sollen die Autos auf der Iserlohner Straße schnell bleiben

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Mal 50, mal 30: Die Tempolimits auf der Iserlohner Straße in Unna sind für viele inzwischen nicht mehr nachvollziehbar. Und das bleibt so. Für Tempo 30 in Höhe des EBG gibt es keine Chance.

Unna

, 09.09.2019, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als erster Straßenabschnitt überhaupt war die Iserlohner Straße zwischen der B1 und dem kleinen Kreisverkehr an der Martinstraße aus Lärmschutzgründen einem neuen Tempolimit unterworfen worden. Tempo 30 gelten dort. Jenseits der B1 hingegen, bis zur Kreuzung Kessebürener Weg/Wasserstraße, darf weiterhin mit 50 Stundenkilometern gefahren werden. Das sei zu schnell, meint die SPD-Fraktion. Sie forderte die Einrichtung von Tempo 30 und verwies auf Gespräche mit Lehrern des Ernst-Barlach-Gymnasiums. Diese hatten sich besorgt um die Sicherheit ihrer Schüler geäußert.

„Keine besondere Gefahrenlage“

Was niemand sieht, ist ein grundlegender Unterschied zwischen der Iserlohner Straße südlich der B1 und dem nördlichen Abschnitt. Nach Süden verläuft sie als Gemeindestraße. Die Stadt Unna konnte deswegen selbst über das Tempolimit bestimmen. Nördlich der B1 kann sie das nicht, denn dort ist die Iserlohner Straße eine Landesstraße. Dort seien Geschwindigkeitsbegrenzungen nur in besonders begründeten Ausnahmefällen möglich, heißt es in einer aktuellen Drucksache zu dem SPD-Antrag.

Der fließende Verkehr dürfe nur eingeschränkt werden, wenn eine „Gefahrenlage“ vorliegt. Die Stadt hat dazu die Polizei um Stellungnahme gebeten. Ergebnis: Sie empfehle eine Temporeduzierung, allerdings „ohne Rechtsgrund“. Der Straßenabschnitt sei nicht als Unfallhäufungsstelle aufgefallen, daher: keine „besondere Gefahrenlage“.

Schuleingang nur zur Nebenstraße

Neuerdings kann Tempo 30 auch an schützenswerten Einrichtungen angeordnet werden, zum Beispiel an Schulen. Problem: Das Ernst-Barlach-Gymnasium liegt offiziell nicht an der Iserlohner Straße. Die Eingänge zur Schule und zur Sporthalle liegen an der Seminarstraße.

Straßen NRW lehnt 30 ab

Wenig überraschend teilte Straßen NRW als Straßenbaulastträger der Stadt Unna mit, dass eine Reduzierung auf 30 km/h abgelehnt werde. Eine Landesstraße habe „die gesetzliche Aufgabe, regionale Verkehre leistungsfähig im vorhandenen Straßennetz zu führen; bei Tempo 30 km/h ist dieses nur bedingt möglich“.

Nicht alle nutzen Fußgängerampel

Ein Trostpflaster aus Sicht des Rathauses ist die Ampel in Höhe des Gymnasiums. Diese ermögliche es den Schülern, gesichert die Iserlohner Straße zu überqueren. Manche nutzen diese Möglichkeit. Ein kurzer Mittagsbesuch an einem Schultag zeigte aber, dass viele die Ampel ignorieren. Ganze Gruppen queren die Straße ein Stück „unterhalb“ der Ampel, um direkt zur Schillerstraße zu laufen.

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