Teich im Bornekamp: Auch ein „Zuschütten“ würde Geld kosten

dzStadtbetriebe

Die Stadtbetriebe werben für einen Erhalt des Teiches im Bornekamp und rechtfertigen die dafür anfallenden Kosten. Zum Teil würden sie nämlich auch ohne einen neuen Teich anfallen.

Unna

, 17.09.2019, 13:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kostenentwicklung für den geplanten Neubau des ersten Teiches im Bornekamp hatte in Unna eine leichte Erschütterung ausgelöst: Nachdem der Rat der Stadt zunächst 400.000 Euro für den Neubau bereitgestellt hatte, schlagen die Stadtbetriebe nun vor, weitere 500.000 Euro freizugeben, um das Projekt sicher zu finanzieren. Befürworter des Teichneubaus fürchten, dass er an den Mehrkosten scheitern könnte. Skeptiker wie etwa die FDP-Fraktion fordern einen Verzicht auf den Neubau.

Entscheiden muss auch über die zusätzlichen Mittel der Stadtrat. Doch auch im Betriebsausschuss der Stadtbetriebe waren die Mehrkosten jetzt ein Thema. Der kaufmännische Betriebsleiter Frank Peters rechtfertigte sie – und machte deutlich, dass Unna vielleicht gar nicht umhin komme, zumindest Teilbeträge auszugeben. Denn selbst einen Verzicht auf den Teich bekomme die Stadt nicht kostenlos. Wer von einem „Zuschütten“ redet, verkenne die technischen Herausforderungen.

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Der Schlamm im Teich etwa enthalte nachweisbar Schadstoffe von der Oberflächenentwässerung der A44 über den Kortelbach, verlange daher nach fachgerechter Entsorgung. Gleiches gilt für die Folie.

Peters rief dazu auf, die Gesamtkosten der Maßnahme nicht allein als den Preis für das Vorhandensein eines Teiches im Bornekamp zu betrachten. Denn der Neubau des Teiches bedeute auch einen Umbau des Kortelbaches und die Umsetzung einer EU-Richtlinie für den Gewässerschutz. 330.000 Euro seien der Entflechtung von Teich und Bachlauf zuzurechnen.

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Zurzeit wird der erste Teich direkt aus dem Kortelbach mit Wasser gespeist. Ein künstliches Stauwerk lässt das Wasser zunächst bis zum gewünschten Pegelstand im Teich ansteigen, bevor das überschüssige Wasser weiterfließt. So eine Bauweise wäre heute nicht mehr zulässig. Der Teich im Bornekamp genießt Bestandschutz, aber bei einem Neubau müsste Unna dem Grundsatz der „Durchlässigkeit“ fließender Gewässer Rechnung tragen. Daher wird der Kortelbach nach einem Umbau neben dem neuen Teich herfließen und nur bei starkem Wasserfluss den Teich mit fluten.

Der Teich indes soll sein Wasser hauptsächlich aus dem gemauerten Quellenstein beziehen, der dafür ans Südende der Anlage versetzt würde. Versiegt dieser Zufluss in regenarmen Zeiten, wird der Pegel des Teiches vermutlich durch Verdunstung sinken. Die geplante Tiefzone mit 2,80 Metern Teichtiefe bietet Wasserlebewesen dann einen Rückzugsraum.

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