„Teich im Bornekamp wird teuer gerechnet und dann beerdigt“

dzVorwurf nach Kostenexplosion

Bei Freunden des „ersten Teiches“ im Bornekamp löst die Kostenexplosion große Sorgen aus: Vielleicht könne das Projekt doch noch gekippt werden. Und vielleicht stehe dahinter eine Absicht.

Unna

, 02.09.2019, 12:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für geschätzte Kosten in Höhe von 400.000 Euro hatte der Stadtrat bereits eine Freigabe erteilt, den undichten Zierteich im Bornekamp durch einen Neubau zu ersetzen. Nun allerdings schnellen die Kosten in die Höhe: Die Stadtbetriebe rechnen mit 695.000 Euro, wollen sich aber vorsorglich ein Budget von 900.000 Euro bewilligen lassen. Diese Entwicklung löst Sorgen aus – und Skepsis.

„Die Kosten werden unverständlich hochgerechnet, um den Teich zu beerdigen“, meldete sich nun etwa der Uelzener Garten- und Landschaftsbaumeister Holger Zühlke zu Wort. Zühlke ist berufsbedingt vom Fach, zudem ein engagierter Bürger, der der Stadt seine Hilfe anbietet, wenn sie gefragt sein könnte.

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Angesichts der aktualisierten Kostenberechnung durch die Stadtbetriebe erinnert Zühlke an einen Kostenvoranschlag, den der im Jahr 2013 eingeholt hatte, um einen Bürgerantrag für eine Instandsetzung des Teichs zu untermauern. Darin zeigte ein Betrieb aus Dortmund auf, wie das Problem für 141.000 Euro zu lösen sei.

Zühlke wirft der Stadt vor, keine Motivation für die Suche nach einer kostengünstigen Lösung zu zeigen. Die von den Stadtbetrieben beabsichtigte „mineralische Abdichtung“ sei eines von vielen Verfahren, um einen Teich abzudichten und mit Abstand eines der teuersten.

Folienteich wäre durchaus eine taugliche Lösung

„Die Einschätzung, dass Teichabdichtungen im öffentlichen Bereich aus Kunststoff ungeeignet sind, ist bewiesenermaßen falsch“, betont Zühlke, der unter anderem Mitglied des Regelwerksausschusses Gewässerabdichtung der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau in Bonn ist. „Mit den heutigen Materialien und der Fügetechnik sowie einem Oberflächenschutz sind diese Gewässerabdichtungen sehr wohl sehr dauerhaft auch im öffentlichen Bereich kostengünstig einzusetzen“, so Zühlke.

Schwere Vorwürfe an die Stadtverwaltung hatte auch Bornekamp-Anlieger Volker Viebahn in einem Leserbrief geäußert: So eine Kostenentwicklung während einer Haushaltssperre sei ein sicherer Weg, das Projekt zu zerschlagen. Es sei fraglich, wie die unterschiedlichen Einschätzungen bislang und jetzt zustande gekommen sind.

Welche Auswirkungen die Kostenentwicklung für das Projekt haben, ist derzeit noch nicht abzusehen. Die zusätzlichen Mittel müssten mit einem weiteren Beschluss vom Stadtrat freigegeben werde. Er tagt erst am 26. September wieder.

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