Schon nach der Hälfte der Zeit waren über 4000 Besucher beim Standorttag in der Glückauf-Kaserne. Die Bundeswehr hatte einiges zu bieten, von der actiongeladenen Fahrzeugschau bis zu ihren Vorzügen als Arbeitgeber.

Königsborn

, 07.07.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Alle zwei Jahre lädt der Kommandeur der Glückauf-Kaserne in Unna-Königsborn zum Standorttag ein. Das Kasernentor steht ausnahmsweise einmal allen offen, die einen Blick auf das Geschehen dahinter werfen möchten. Schon drei Stunden nach der Eröffnung stand fest, dass auch dieser Standorttag wieder ein erfolgreicher war. Über 4000 Besucher schon um 14 Uhr machten den Tag zu einem Volksfest auf dem riesigen Kasernengelände: Unnas einziges Volksfest mit Panzern. Das Versorgungsbataillon, das in Unna stationiert ist, hat allein aufgrund seiner Aufgabenvielfalt einiges zu bieten. Diese Soldaten sind dafür zuständig, Fahrzeuge der Bundeswehr in Schuss zu halten und auch unter den Bedingungen eines Kampfeinsatzes zu reparieren. Einen kleinen, aber spannenden Eindruck von diesen Aufgaben vermittelte die dynamische Fahrzeugschau, stets einer der Höhepunkte dieses Tags der offenen Tür.

Tausende besuchen ein Volksfest mit Panzern in der Glückauf-Kaserne - mit Bildergalerie

Das war mal sein Fahrzeug: Ingo Brumann (42) hat einst als Soldat in Unna Lkw fahren gelernt und hat mit diesem SLT 50 Panzer transportiert. Das hat ihm durchaus weitergeholfen: Als Zivilist ist er nach seinem Wehrdienst Kraftfahrer geworden. © Raulf

Büffel-Panzer zermalmt Kleinwagen

Das Publikum durfte unter anderem verfolgen, wie Soldaten in Windeseile mit Hilfe eines 40 Tonnen schweren Bergepanzers das defekte Triebwerk eines Marder-Schützenpanzers ausbauten. Der gigantische Schwerlasttransporter Mammut holte einen Igel-Wagen mit Kühlerschaden ab. Und dann kam der große Auftritt von Leopard und Büffel. Der Leopard 2 als Hauptfahrzeug der Panzerbrigade fuhr rasselnd vor und schwenkte sein mächtiges Kanonenrohr. Doch auch er habe nun einen Schaden, wie die Kommentatorin das Publikum über das Szenario informierte.

FOTOSTRECKE
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Standorttag in der Glückauf-Kaserne

Action, Spiele, Erbsensuppe und jede Menge Informationen über die Bundeswehr als Armee und Arbeitgeber: Tausende Besucher feierten den Standorttag in der Glückauf-Kaserne.
07.07.2019
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Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf
Standorttag Glückauf-Kaserne 2019© Raulf

Als Abschleppwagen diente der Bergepanzer Büffel. Donnernd ließ das über 50 Tonnen schwere Kettenfahrzeug seine 1500 PS hören. „Ihm steht leider ein Falschparker im Weg“, so der trockene Kommentar aus dem Lautsprecher. Der ausgeschlachtete Ford Ka, den Kameraden mit dem „Feldumschlaggerät Steinbock“ dem brüllenden Büffel in den Weg gestellt hatten, wurde von dessen Ketten herrlich krachend zermalmt.

Video
Glückauf-Kaserne Standorttag Fahrzeugschau

Die Armee als Arbeitgeber

Die Bundeswehr versteht sich darauf, eine gute Show abzuliefern. Und sie nutzte die Gelegenheit, sich als moderner Arbeitgeber zu präsentieren.

Über die Kaserne

800 Soldaten in Königsborn stationiert

  • Derzeit sind rund 800 Soldatinnen und Soldaten in der Glückauf-Kaserne in Unna-Königsborn stationiert.
  • Die meisten gehören dem Versorgungsbataillon 7 an. Es ist in vier Kompanien und drei Standorte aufgeteilt: Unna, Augustdorf und Stadtallendorf. Die Logistiker sind Teil der Panzerbrigade 21 „Lipperland“.
  • In Unna sind außerdem weitere Einheiten stationiert, unter anderem die Bundeswehr-Fahrschule, ein Sanitätsversorgungszentrum oder das Evangelische Militärpfarramt.

So waren auch die Karriereberatung und die Berufsförderung der Armee präsent, um zu informieren. Längst gibt es in der Glückauf-Kaserne auch ein Familienbetreuungszentrum, über das Besucher sich am Sonntag informieren konnten. Es sei früher einfach gewesen, sich eine Meinung über die Bundeswehr zu bilden, sagte Oberstleutnant André Rosarius in seiner Begrüßungsansprache. Der Kommandeur des Versorgungsbataillons erinnerte daran, dass die Wehrpflicht seit acht Jahren ausgesetzt ist, dass es also nicht mehr wie früher in nahezu jeder Familie einen Wehrpflichtigen gibt, der berichten kann. Und so wolle man mit dem Standorttag eben das facettenreiche Spektrum der Bundeswehr präsentieren. Jordan Hellweg sagt, er hätte durchaus Interesse, einmal in Uniform zu arbeiten. Der 16-jährige Dortmunder ist gerade mit der zehnten Klasse fertig, überlegt, wohin es für ihn beruflich einmal gehen kann und schaute sich am Sonntag mit seinen Eltern in der Kaserne um. Er hätte nichts dagegen, wenn sein Sohn Soldat würde, meint Vater Heiko. Die Bundeswehr sei ein vielfältiger Arbeitgeber, so Mutter Stefanie.

Tausende besuchen ein Volksfest mit Panzern in der Glückauf-Kaserne - mit Bildergalerie

Die Familie Hellweg aus Dortmund ließ sich das Aufklärungs-Fluggerät „Luna“ erläutern. Jordan Hellweg (r.) überlegt, nach der Schule bei der Bundeswehr anzufangen. © Raulf

Kameraden in Afghanistan und im Irak

Natürlich ist sie auch ein Arbeitgeber, der sein Personal mitunter in Auslandseinsätze führt. Im Jahr 2018 waren über 250 Soldatinnen und Soldaten des Versorgungsbataillons in Afghanistan. Eine Handvoll ist immer noch dort, auch im Irak sind einige Kameraden. Kommandeur Rosarius hatte schon beim Neujahrsempfang angekündigt, dass 2019 wieder ein herausforderndes Jahr für sein Bataillon werde. Die Logistiker sind wie andere Bundeswehreinheiten Teil einer Eingreiftruppe, die die Nato aufgrund der weltpolitischen Lage gebildet hat. Die Vorbereitung auf Landes- und Bündnisverteidigung ist für die Bundeswehr wieder zu einem wichtigen Thema geworden.

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Spannender Einsatz in klein: Modellfahrzeuge führten ein Manöver auf einem Sandhaufen durch. © Raulf

Grüne Kinderschminke, blaue THW-Laster

Sich offen zu präsentieren, ist ebenso ein Thema. Und so gab es neben Fahrzeug-Action und Berufsberatung jede Menge zu erleben. Jedes Fahrzeug konnte ausgiebing von innen und außen erkundet werden. Einige Tausend Handybilder, vor allem mit Kindern auf Fahrersitzen, sind wohl am Sonntag entstanden. Einen kompletten Feldeinsatz im Miniaturformat hatte die Reservistenkameradschaft Modellbau aufgebaut. Besucher konnten mit dem Fahrschul-Lkw herumfahren oder sich anschauen, wie Soldaten im Feld kampieren. Und weil es die Bundeswehr ist, hatte natürlich auch das Kinderschminken einen grünen Anstrich.

Tausende besuchen ein Volksfest mit Panzern in der Glückauf-Kaserne - mit Bildergalerie

Auch nichtmilitärische Partner präsentierten sich beim Standorttag, hier das THW mit Thorben Graf (v. l.), Luca Schletthoff, Börge Lipinsky und Mika Plattner. © Raulf

Da stach Blau deutlich heraus: Das Technische Hilfswerk, präsent mit Fahrzeugen und Ehrenamtlichen, gehört zu den zivilen Partnern der Bundeswehr. So arbeitet man beispielsweise im Katastrophenschutz eng zusammen, ebenso wie mit der Feuerwehr oder der Polizei, wie Presseoffizier Christian Brünnecke erläuterte. Zu den nichtmilitärischen Partnern, die das Fest mitgestalteten, gehören unter anderem auch die Kreisverkehrswacht mit Überschlag- und Sicherheitsgurt-Simulator oder die Polizei mit ihrer Puppenbühne. Unnas Bürgermeister Werner Kolter unterstrich die Verbundenheit der Unnaer mit ihrer Kaserne. Er schenkte Kommandeur Rosarius zwei neue Stadtflaggen.

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Standorttag in der Glückauf-Kaserne

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