In ihrem eigenen Kot sitzt die verstörte Taube seit Tagen hinter der großen Scheibe der Pizzeria an der Hertinger Straße. © Hornung
Tierschutz in Unna

Taube seit Tagen hinter Scheibe gefangen: Keiner kann dem Tier helfen

Etliche Unnaer haben sich beim Tierschutzverein gemeldet, einige auch bei Polizei und Ordnungsamt. Und trotzdem sitzt mindestens seit Samstag eine Taube hinter der Scheibe der Pizzeria Canapé.

Mehrere Tage schon sitzt eine Taube hinter der Scheibe der Pizzeria Canapé mitten in der Unnaer City. Das Tier sitzt aufgeplustert in seinem eigenen Kot, wird in den nächsten Tagen verhungern und kann in diesem Zustand von jedem Passanten beobachtet werden. Trotzdem konnte seit rund vier Tagen niemand die Eigentümer der Pizzeria benachrichtigen, um den Vogel zu befreien.

Die ersten Anrufe beim Tierschutzverein gingen am Wochenende ein. Mindestens seit Samstag sitze die Taube dort, berichten die Tierschützer.

Vermutlich ist die Taube durch ein kaputtes Fenster ins Gebäude gelangt. © Hornung © Hornung

Vermutlich sei das Tier durch ein kaputtes Fenster in die Pizzeria gelangt, in der die Renovierungsarbeiten gerade ruhen, vermutet der Unnaer Rudolf Fröhlich, der sich ebenfalls an Polizei und Ordnungsamt gewendet hat. „Auch wenn Tauben nicht unbedingt beliebt sind, kann man sie doch nicht so verenden lassen“, sagt er.

Und er ärgert sich über die Polizei, die sich der Sache nicht weiter annehmen wollte. Das Ordnungsamt habe allerdings Kontakt mit der Pizzeria aufnehmen wollen, berichtet der Tierschutzverein. Der Verein habe zusätzlich auch das Veterinäramt informiert.

Unter der öffentlichen Nummer des Restaurants ist aktuell niemand zu erreichen. Das Ordnungsamt habe angegeben, eine private Nummer zu kennen. Bis zum Dienstagnachmittag saß der Vogel allerdings noch hinter der Scheibe. Zum Ärger vieler Passanten, die sich fragen, warum es so lange dauert, bis in der Angelegenheit etwas passiert. „Wir können ja nicht einfach die Scheibe einschlagen, das ist strafbar“, so der Tierschutzverein.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung

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