Tag der Weide: Die Brombeere wird für die Weiden zum Problem

dzMit Video und vielen Fotos: Naturschutz

Die Weide als Kulturpflanze hat in Mühlhausen und Uelzen eine lange Tradition. Sie „in Form“ und damit gesund zu halten, ist Aufgabe aller Dorfbewohner. Und die packten am Samstag kräftig an.

von Sebastian Pähler

Mühlhausen/Uelzen

, 04.01.2020, 20:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Jahrzehnte, so lange wird in Mühlhausen schon der Tag der Weide gepflegt. Am Samstag war es wieder soweit und zahlreiche Helferinnen und Helfer trafen sich an der Ökozelle und anderen Orten in Mühlhausen und Uelzen, um die alte Kulturpflanze und ihren Lebensraum zu pflegen. Bei der Gelegenheit nahmen sich die Teilnehmer auch dem zunehmenden Brombeerproblem an.

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Vor 40 Jahren

„Liebe Mitbürger! Am Samstag, dem 5. Jan. 1980 um 9,00 Uhr wollen wir in Kölkers Weise ein wenig aktiveren Umweltschutz betreiben“, mit diesen Worten lud Karl-Heinz-Albrecht vor 40 Jahren zum ersten Mal zum Tag der Weide ein. Damals waren es 50 Kopfweiden, die für ihren Erhalt und zur Pflege des besonderen Ökosystems, das die Bäume vielen Lebewesen bieten, beschnitten wurden. „Ich kam darauf, weil ein Baum nach dem anderen umfiel“, erinnerte sich Albrecht bei seinem Besuch an der Ökozelle am Samstag.

Video
Tag der Weide in Mühlhausen/Uelzen

Viele Jahre hat der Umweltschützer den längst zur Tradition gewordenen Tag der Weide selbst organisiert. Mittlerweile ist das an die nächste Generation übergegangen: Viele der Aktiven am Samstag hatten bereits als Kinder bei den ersten Tagen der Weide mitgemacht.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Tag der Weide

Beim Tag der Weide halfen zahlreiche Bürger mit, die Weiden in und rund um Uelzen und Mühlhausen in Form zu bringen.
04.01.2020
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Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen, Teamwork bei Mutter und Tochter, Tabea (li) und Silvia Mönkebüscher© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen, mit schwerem Gerät wurden die Weiden gestutzt© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen, Erinnerungsfoto vom 1. Tag der Weide 1980 in der Hütte an der Öko-Zelle© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen, die örtlichen Schafe freuten sich über die Weiden-Abschnitte© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe
Tag der Weide Mühlhausen© Marcel Drawe

Viele Hände helfen

Der Naturschutzbund „NABU“ und der Verein für Heimat und Natur-Mühlhausen/Uelzen hatten auch in diesem Jahr wieder zu der Aktion eingeladen. Angeschlossen hatte sich trotz des durchwachsenen Wetters wieder zahlreiche Gruppen und Einzelpersonen, wie etwa die Grünen, der ADFC oder der Sauerländische Gebirgsverein. Aber auch viele Anwohner und Familien halfen mit.

Mehr als nur Äste schneiden

Das eigentliche Schneiden der Weiden hat größtenteils schon in den vergangenen Tagen stattgefunden, aber dennoch gab es reichlich zu tun. So wurden etwa mit den Ästen Zäune rund um die Ökozelle erneuert. Auch einige neue Weiden wurden am Mühlbach gepflanzt.

Tag der Weide: Die Brombeere wird für die Weiden zum Problem

Die örtlichen Schafe freuten sich über die Weiden-Abschnitte. © Marcel Drawe

Ein besonderes Augenmerk lag diesmal aber auch auf der Bekämpfung der sich immer stärker ausbreitenden Brombeere. „Die wuchern alles zu, die wachsen bis in die Baumkronen“, berichtete Georg Wöstmann. Als einer der aktuellen Organisatoren koordinierte er die Arbeiten an der Erleywiesen und am Storcksbachbruch. Hier freuten sich die Schafe am anliegenden Gehege über einige frische Weidenäste, bei denen sie genüsslich die Rinde abziehen durften. Aber auch an den anderen Standorten wurde, wo es nötig war, den dornigen Brombeeren Paroli geboten.

Nach getaner Arbeit gab es für die Helferinnen und Helfer an der Ökozelle frisch zubereitete Bratkartoffeln und heiße Getränke zum Aufwärmen.

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