Kein „Schrott“: Unnas Tafel-Chefin bittet weiterhin um Geschenkespenden für Bedürftige

dzWeihnachtsaktion

Schrott in den Geschenkepäckchen für Bedürftige? Unnas Tafel-Chefin Ulrike Trümper kann das nicht bestätigen. Trotzdem zeigen entsprechende Berichte eine Wirkung.

Unna

, 20.11.2019, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weihnachtspakete, die eher Frust als Freude bringen – dieses Problem bestimmte überregional die Medien, nachdem die Tafel in Bochum bekannt gegeben hat, keine Geschenkespenden mehr anzunehmen. In Unna sei die Situation eine andere, beteuert Tafel-Chefin Ulrike Trümper. Und doch sei die Entscheidung in Bochum gerade ein Thema.

„Viele unserer Spender sind jetzt sehr verunsichert. Sie fragen uns: Ist das sinnvoll, was ich hier schenke, oder ist das Schrott“, gibt Trümper Reaktionen aus dem Unterstützerkreis der Tafel in Unna wieder. Und sie sagt: „Wir nehmen weiterhin Pakete an und nehmen sie sehr gerne.“ Allen Spendern möchte sie versichern, dass ihre Hilfe sinnvoll sei. „Ohne unsere Spender sind wir nichts“, so Trümper.

Allgemein seien die Geschenkespenden, die in Unna an die Tafel herangetragen werden, von ordentlicher Qualität. Weniger als fünf Prozent könne man als grenzwertig einstufen. Und auch in diesen Fällen weiß die Tafel einen Umgang: Ungewaschene Bekleidung etwa werde den Päckchen entnommen und auf einen gesonderten Stapel gelegt, an dem sich Tafel-Nutzer bedienen können, wenn sie es möchten.

Dass die eingehenden Pakete vor der Weiterverteilung geöffnet werden, ist auch bei der Tafel in Unna nicht ungewöhnlich – es sei denn, die Pakete sind mit einer Inhaltsangabe versehen, für wen sie sich eignen. „Ein Pullover in Größe 36 mag noch so gut erhalten sein, bringt aber trotzdem nichts, wenn die Empfängerin des Päckchens eine 48 braucht“, erklärt Trümper den Hintergrund.

So macht das Weihnachtsgeschenk Freude

Für alle, die die Tafelaktion unterstützen möchten, gibt Trümper aus dem aktuellen Anlass heraus noch ein paar Tipps:

  • Bekleidung sollte gewaschen und wirklich tragfähig sein.
  • Trotz der regelmäßigen Lebensmittelausgabe können auch essbare Geschenke ins Päckchen – etwa ein Christstollen oder besondere Konserven. Auf Schweinefleisch sollte aber ein Zettel am Paket hinweisen, da es für Muslime tabu ist.
  • Bücher kommen offenbar nicht so gut an. Einkaufsgutscheine gehen immer.
  • Geschenke für Kinder sollten unverpackt gespendet werden. Dann können sich die Kinder selbst aussuchen, was ihnen gefällt.
  • Generell gilt: Spenden müssen gar nicht verpackt übergeben werden. Wer sie einpacken möchte, denke bitte an die Inhaltsangabe auf dem Beiblatt.

Bis zum 6. Dezember sammelt die Tafel Geschenkespenden, die dann kurz vor Weihnachten verteilt werden. Eine Anlaufstelle ist die Tafel-Zentrale an der Dorotheenstraße 32 in Königsborn, montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr.

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