Szenen einer vielleicht doch ganz normalen Ehe

dzTheater

Die Hochs und Tiefs des Ehelebens stellte Stephan Eckels Stück „Alles über Liebe“ unterhaltsam ins Rampenlicht. Am Freitag amüsierte die Komödie die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Stadthalle.

von Sebastian Pähler

Unna

, 18.01.2020, 15:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht weniger als „Alles über Liebe“ konnten am Freitag die Zuschauer in der Stadthalle erfahren. So jedenfalls lautete der Titel des Theaterstücks von Stephan Eckel, das mit Renan Demirkan, Tanja Schumann und Giovanni Arvaneh in den Hauptrollen ein großes Publikum anlockte. Das „Tournee-Theater Thespiskarren“ aus Hannover brachte die bissige Beziehungskomödie nach Unna.

„Ach, die Liebe“

„Wir haben Probleme“ – diese Erkenntnis steht am Anfang der Paartherapie, mit der Anna und Carlos versuchen, ihre Ehe wieder auf Vordermann zu bringen. Dabei ist der fröhliche und gesellige Carlos gar nicht der Meinung, dass es irgendwelche Probleme gebe. Das ist typisch für den Lebemann, der ganz zufrieden mit dem Status quo ist. Doch leider sieht Anna das ganz anders. Für sie ist irgendwie alles verkehrt. „In guten wie in schlechten Zeiten“, zitiert sie das Ehegelübde. Sie habe eben nur nicht gewusst, dass der eine Ehepartner allein die guten und der andere die schlechten Zeiten abbekommt.

Szenen einer vielleicht doch ganz normalen Ehe

Die Positionen sind verhärtet in der Paartherapie, doch im Laufe des Stücks „Alles über Liebe“ gelingt den Ehepartnern Anna und Carlos eine Annäherung. Der Weg dahin ist lang und schmerzhaft. © Sebastian Pähler

Bei der Krisenlösung versucht Therapeutin Edeltraud Mayer-Wölk zu helfen. „Hier geht es nicht darum, sich zu rechtfertigen, sondern erst einmal darum, die Situation darzulegen“, stellt sie schniefend und niesend fest. Doch neben einer Erkältung plagen sie während der Beratung auch ihre eigenen Beziehungsprobleme. Sie hat nämlich keine und ist daher gerade bei den schlüpfrigen Schilderungen des Ehelebens, wie es in seinen besten Zeiten einmal war, ganz überwältigt.

Doch neben kreischenden Kindern, einer intriganten Schwiegermutter und unterschiedlicher Erziehungskonzepte sind es ganz persönliche Probleme, die die Ehepartner bewegen. „Du guckst doch auch anderen Männern hinterher und findest sie erotisch“, wehrt sich Carlos gegen den Vorwurf, fremdzugehen. „Ja“, stellt Anna fest. „Aber sie gucken nicht mehr zurück.“

Szenen einer Ehe

Tanja Schumann und Giovanni Arvaneh als Anna und Carlos gelang es in ihren Schlagabtauschen, das Publikum mitzunehmen in die Rekapitulation einer Ehe. Denn die Therapiesitzung war eigentlich nur die Gelegenheit, mit den beiden zurückzublicken, vom ersten Kennenlernen über die Verliebtheit bis zum aktuellen Stillstand der Beziehung.

Der Blick in die Generation davor, auf die ach so perfekte Ehe der Eltern, die sich bei näherer Betrachtung als ziemlicher Horror erwies, brachte zudem noch weitere Aspekte ein, um vielleicht nicht alles, aber sehr vieles über die Liebe zu erfahren. Wenn auch etwas klischeehaft, so verfehlte das Stück seinen Zweck nicht und unterhielt das Publikum gut.

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