Sucht nach Essen macht junge Frau aus Unna kriminell

dzJustiz

Prozesse wegen Diebstahls sind am Amtsgericht nicht ungewöhnlich. Kurios aber war der Grund, den eine Angeklagte in Unna vorbrachte. Sie griff wegen einer Sucht nach Essen zu Lebensmitteln.

von Jana Peuckert

Unna

, 21.01.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Frau auf der Anklagebank des Amtsgerichts Unna wirkt zierlich, nahezu zerbrechlich. Angeklagt ist die 21-Jährige wegen Diebstahls. Am 29. Oktober vergangenen Jahres entwendete sie in einem Discounter in Unna Lebensmittel im Gesamtwert von 62 Euro.

Es sei ihre Sucht nach Essen gewesen, die sie zu dieser Tat gezwungen habe, gab die Frau im Gericht eine ungewöhnliche Begründung für ihre Tat ab. Sie leide unter Essstörungen, weshalb sie auch unter Betreuung stehe.

Zur Tatzeit habe ihr der Betreuer ihr zugeteiltes Geld noch nicht übergeben gehabt. Folge: „Ich hatte Geldprobleme.“ Dennoch habe ihr Körper dringend nach Essen verlangt – und das in großen Mengen. Und so habe sie schließlich den Diebstahl begangen.

Angeklagte will sich behandeln lassen

Nach dem Vorfall habe sie gemerkt, wie ernst ihre Krankheit wirklich ist und sich in ärztliche Behandlung begeben. Demnächst stehe ein Aufenthalt in der Klinik an. „Mir ist klar geworden, dass ich etwas ändern muss“, gab die Angeklagte zu. Bereits im Mai 2019 hatte es gegen die 21-Jährige ein Verfahren wegen Diebstahls gegeben. Das war eingestellt worden.

Auf dieselbe Weise verfuhr das Gericht auch im aktuellen Fall. Dieses Mal muss die Angeklagte aber einen Betrag von 60 Euro an das Tierheim in Unna zahlen.

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