Sturmgewehre und Granaten: Zeuge gewährt Einblicke in die Unnaer Waffenwerkstatt

dzProzess

Der Prozess um illegale Waffengeschäfte aus einer Werkstatt in Unna geht weiter. Ein Kunde des mutmaßlichen Waffenhändlers gewährt Einblicke. Im Angebot war offenbar auch Kriegsgerät.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 13.11.2019, 20:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Oktober begann vor dem Landgericht Arnsberg ein Prozess um illegale Waffengeschäfte in Menden und Umgebung. Am dritten Verhandlungstag äußerten sich drei der fünf Angeklagten. Die offenbar umfangreich bestückte Waffenwerkstatt, die in Unna entdeckt worden war, war zumindest bei einem von ihnen immer wieder Thema.

Jetzt lesen

Mutmaßlicher Waffenhändler erkrankt

Eine Erkrankung und Verhandlungsunfähigkeit sorgten zu Beginn des Verfahrens zwar dafür, dass sich der 54-jährige Mann, der in Unna offenbar eine illegale Waffenwerkstatt betrieb, demnächst in einem gesonderten Verfahren verantworten soll. Und doch fiel sein Name am dritten Prozesstag regelmäßig.

Kontakt zu Unnaer über einen Junkie

Ein Angeklagter aus Menden räumte in seiner Einlassung zunächst ein, Waffen veräußert zu haben. Die P 22 und PK 380, so erklärte der 27-Jährige, habe er von dem mitangeklagten Ex-Umarex-Mitarbeiter gekauft. Besagter Ex-Mitarbeiter hatte bereits zugegeben, Teile aus dem Betrieb geschmuggelt, zu Waffen zusammengebaut und dann verkauft zu haben. Den Kontakt mit dem Unnaer Werkstatt-Betreiber, so offenbarte der Mendener weiter, habe er über einen Junkie bekommen, als er auf der Suche nach Munition gewesen sei.

Zu Besuch in der Werkstatt: Sturmgewehre und Granatwerfer

Nach Treffen auf dem Parkplatz eines Fastfood-Restaurants sei er auch einmal in der Werkstatt in Unna gewesen. Er habe bei dieser Gelegenheit selbst eine Schutzweste getragen, weil ihm das etwas gefährlich erschienen sei. „Ich war schockiert“, erinnerte sich der 27-Jährige. Da hätten antike Waffen „ohne Ende“, zerlegte Sturmgewehre und Granaten für Granatwerfer gelegen.

Angeklagter: Kein Sturmgewehr gekauft

Die Granaten, so habe ihm der 54-Jährige eröffnet, mache er aber nur scharf, wenn er sie verkaufe. Er habe von dem Mann Munition, Schalldämpfer und auch mal ein Ersatzteil gekauft und ihm im Gegenzug Waffen veräußert. Wenn der Werkstatt-Betreiber allerdings bei der Polizei angegeben habe, er, der Mendener, habe auch Interesse an Sturm- und Maschinengewehren gehabt oder sogar welche gekauft, sei das nicht wahr. „Der will nur seinen Arsch retten“, mutmaßte der 27-Jährige.

Beim nächsten Prozesstag geht es auch um Drogen

Der Prozess wird am 26. November mit den Angaben eines weiteren Angeklagten fortgesetzt. Ihm wird neben Waffenhandel auch Drogenhandel mit Waffen vorgeworfen.

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen