Streit zwischen Kroll und König schwelt auch nach Kaffeetrinken weiter

dzSPD-Fraktion

Nach einem Gespräch, das zur Klärung gedacht war, sind Unnas SPD-Fraktionsvorsitzender Volker König und die SPD-Ratsfrau Ingrid Kroll weiterhin nicht versöhnt. Eine Entschuldigung Königs bewertet Kroll als „wischiwaschi“.

Unna

, 13.11.2018, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kroll und König hatten sich am Montagnachmittag zu einem Vier-Augen-Gespräch in einem Café in Unna getroffen. Ziel sollte die Klärung eines Streits sein, der vor mehr als einem Monat nach einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) entbrannt war. Das Ergebnis der Unterredung bewerten beide Seiten nun wieder sehr unterschiedlich. Das Gespräch habe keine 15 Minuten gedauert und sei „ergebnislos“ verlaufen, sagt Ingrid Kroll. Sie hatte König einen Entwurf für eine Entschuldigung übergeben, den dieser öffentlich machen sollte, auch über die Presse.

Stattdessen veröffentlichte König nachher eine Erklärung auf der Internetseite der SPD-Fraktion. „Die Vehemenz, die emotionale Art und die rustikale Wortwahl waren nicht richtig. Es tut mir leid“, schreibt König unter anderem mit Bezug auf seine Äußerungen im Oktober. Er wolle sich wie schon im Verlauf des persönlichen Gesprächs noch einmal öffentlich für seine Äußerungen entschuldigen. Kroll wiederum erklärt, sie habe verlangt, dass er seine Äußerungen im Wortlaut zurücknehme.

„Die Erklärung auf der Internetseite ist wischiwaschi.“
Ingrid Kroll über Volker Königs Entschuldigung auf der Homepage der SPD-Fraktion

Nachdem sie in der HFA-Sitzung gegen den Bau einer Flüchtlingsunterkunft und damit gegen ihre Fraktion gestimmt hatte, soll König ihr nachher vorgehalten haben, sie käme nur aus dem Einzelhandel und würde nur „dusselige“ Fragen stellen. In einer E-Mail an König warf Kroll ihm machohaftes Verhalten vor und dass er ihr Intelligenz und Wissen abspreche. Sein Auftreten erfülle die Bedingungen der „#metoo“-Debatte. Gegen den Sexismus- oder den „#metoo“-Vorwurf verwehre er sich aufs Schärfste, erklärte König in seiner Internetveröffentlichung und im Gespräch mit unserer Redaktion.

Davon, dass die Entschuldigung überhaupt auf der Fraktionsseite stand, erfuhr Kroll selbst durch unsere Redaktion, wie sie am Dienstag sagte. Sie habe König im Gespräch am Montag gesagt: Er solle bis Mittwochabend mitteilen, wie er mit ihrem Entwurf umgehe. Königs Internet-Erklärung sei „wischiwaschi“. König erklärt, er habe Krolls Entwurf nicht verwendet, weil dieser „nicht den Gegebenheiten entsprach“. Er betont, er habe sich nun mehrmals auch persönlich entschuldigt. Es sei nun an Frau Kroll, das zu akzeptieren. „Jetzt liegt der Ball bei Frau Kroll.“ Er biete ihr für die Zukunft eine konstruktive Zusammenarbeit an.

König recherchiert zu Krolls Studium

Womöglich hat das Café-Gespräch die Beziehung der beiden sogar verschlechtert, anstatt sie zu verbessern. Es ging dabei auch um Krolls Studium, mit dem sie ihre Wirtschaftskompetenz verbessern möchte. Laut Kroll habe König ihr gesagt, er habe bei ihrer Hochschule recherchiert. Das empfinde sie als „Herumschnüffeln“ in ihrem Privatleben, so Kroll. „Mit welcher Berechtigung macht er das?“ König erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, Kroll selbst habe ihn ja in ihrer E-Mail auf ihr Studium hingewiesen. Da sei es „legitim, die Homepage einer Hochschule zu besuchen“. Eigentlich interessiere ihn Krolls Studium aber gar nicht.

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