Streit vor Gericht nach Blechschaden an der Hemmerder Tankstelle

dzUnfallflucht

Wer einen Unfall verursacht, muss dafür geradestehen und sich auch darum kümmern. Das funktioniert aber nicht immer richtig, wie ein Fall aus dem Unnaer Amtsgericht zeigt.

von Jana Peuckert

Unna

, 30.05.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach einem Unfall mit Blechschaden gingen einige Zeit später vor Gericht die Aussagen der Beteiligten weit auseinander. Im August 2019 war ein Mann an der Tankstelle an der Hemmerder Dorfstraße in die Waschanlage gefahren. Direkt hinter ihm war eine Frau mit ihrem Auto. Der Mann sei dann rückwärts gefahren und gegen etwas gestoßen, erklärte der 66-Jährige nun vor Gericht. Zunächst sei er davon ausgegangen, gegen einen Stapel Reifen gefahren zu sein. Dann habe er aber registriert, dass es das Auto der Frau war.

Beide seien ausgestiegen, hätten sich die Fahrzeuge angeguckt und keine Schäden entdeckt. Im gegenseitigen Einverständnis sei er dann gefahren, so der Angeklagte. Später aber wurde er von der Polizei mit dem Vorwurf der Unfallflucht konfrontiert.

Die Anzeige stammte von der Frau. Die 65-Jährige gab an, sie habe den Angeklagten vor Ort darauf aufmerksam gemacht, dass er an ihrem Wagen Kratzer hinterlassen hatte. Der 66-Jährige hätte sofort und bestimmend geäußert, dass der Schaden überhaupt nicht von ihm sein könnte. Davon offenbar eingeschüchtert, hatte die Zeugin nicht darauf bestanden, die Polizei zu rufen, sondern war sogar noch ein Stück zurückgefahren, damit der Angeklagte problemlos weg konnte.

Nicht zuletzt dieses Verhalten zusammen mit einem bislang straffreien Leben des 66-Jährigen brachte das Gericht dazu, das Verfahren vorläufig einzustellen. Der Angeklagte muss lediglich 35 Euro bezahlen: als Bußgeld für die Ordnungswidrigkeit des Verursachens eines Unfalls.

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