Die Strathoff-Theorie ist für „Wir für Unna“ eine Steilvorlage

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Warum im Zusammenhang mit Klaus Tibbes Wechsel zu den Stadtwerken immer wieder der Name von Margarethe Strathoff genannt wird, mag ihr Verein „Wir für Unna“ nicht nachvollziehen. Trotzdem macht er mit.

Unna

, 19.11.2019, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass SPD-Mann Klaus Tibbe trotz seines beruflichen Wechsels zu den Stadtwerken sein Ratsmandat behalten will, ruft Spekulationen hervor.

Eine davon lautet, dass die SPD verhindern wolle, das Margarethe Strathoff in den Stadtrat nachrückt. Sie steht zwar als denkbare Nachrückerin auf der Reserveliste der SPD, gilt aber für die SPD in Unnas Stadtrat auch als Kandidatin für die kürzeste Fraktionsmitgliedschaft aller Zeiten.

Denn zwischen Strathoff und der SPD in Unna herrscht seit der „Causa Risadelli“ ein gespanntes Verhältnis. Ihr Engagement für ihre Heimatstadt übt sie längst unter dem Dach des Vereins „Wir für Unna“ aus, der eine eigene Kandidatur bei der Kommunalwahl 2020 in Betracht zieht.

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Was dran ist an der Theorie, dass Tibbe gehalten werden muss, um einen weiteren Stimmverlust im Rat zu verhindern, ist schwer zu prüfen. Dass sie immer wieder bemüht wird, um die Lage in der SPD zu erklären, regt Strathoffs Verein nun zu einer eigenen Stellungnahme an. Mit einer demonstrativen Empörung kritisiert Vorstandsmitglied Christoph Tetzner entsprechende Spekulationen, um sie zugleich zu befeuern.

„Wir für Unna“ will sich in Abgrenzung zur SPD profilieren

Es mute „befremdlich an, dass immer wieder der Name unserer Vorsitzenden in den Medien kursiert im Zusammenhang mit der Stadtwerke-Klaus-Tibbe-Amigo-Affäre“, schreibt Tetzer in einer Pressemitteilung.

Gleichwohl erklärt auch Tetzner: „Das Verhalten der SPD Unna zeigt auch hier mal wieder überdeutlich, dass es augenscheinlich wichtiger ist, die Posten zu verteilen, als Politik für unsere Bürger zu machen.“

Stadtrat stimmt schon bald über Tibbes neuen Arbeitgeber ab

Tibbe sieht es allerdings anders. Der SPD-Mann hält an seinem Ratsmandat und an seiner Ortsvorsteherfunktion in Hemmerde fest, weil aus seiner Sicht nichts dagegen spreche. Tibbe beruft sich auf den Auftrag der Wähler, die ihm seinerzeit das Direktmandat im Rat gegeben haben. Zurückziehen will er sich vor seinem Dienstantritt bei den Stadtwerken zum Januar aus dem Aufsichtsrat der Stadtwerke-Mutter WBU. Bei Beschlüssen des Stadtrates, die die Stadtwerke betreffen, werde er sich enthalten.

Ein solches Szenario kann durchaus schnell eintreten: Auch die Übernahme der Wasserversorgung durch die Stadtwerke erfordert einen entsprechenden Arbeitsauftrag vom Stadtrat.

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