Straße bitte nicht reparieren: Unnaer wollen Ruhe statt Raserei

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„Bitte nicht“, war unsere spontane Reaktion, als wir im HA lasen, dass der Tagesbruch in der Hermannstraße nun beseitigt werden soll. Gibt es doch endlich eine himmlische Ruhe für Anlieger, seit das Loch im Asphalt vor Wochen durch Baken gesichert wurde, und die Raserei damit ein Ende hatte.

Denn genau an dieser Stelle – hinter unserem Garten – heulen die Motoren auf, weil die schnurgerade Hermannstraße mit leichtem Gefälle gen Süden dazu einlädt, hinter der Kreuzung Grillostraße aufs Gaspedal zu treten, der geltenden 30er- Zone zum Trotz. Sinnigerweise weist auch kein 30er-Schild weit und breit auf diese Begrenzung hin, von Kontrollen ganz abgesehen, die kein Motorisierter fürchten muss, weder frühmorgens, noch tags – noch in den ganz späten Abendstunden.

Da hilft es hier auch keinem, wenn in der Friedrich-Ebert-Straße regelmäßig geblitzt und – schon bei relativ geringen Tempoüberschreitungen – abkassiert wird. Ja, den klammen öffentlichen Kassen seien diese Einnahmen gegönnt. Aber Primärziel von Tempo-30-Zonen ist nicht die Steigerung öffentlicher Einkünfte, sondern die Minderung von Abgas- und Lärmschmutz sowie der Schutz der Schwachen in der Öffentlichkeit, vornehmlich von Kindern, Alten und Menschen mit Behinderung.

Klar muss der Tagesbruch in der Hermannstraße beseitigt werden. Aber wir fragen: Und dann?