Stoppschild gilt auch bei gesperrter Straße: Gefährliche Situation am Afferder Weg

dzVerkehr

Seit über einem halben Jahr kann am Afferder Weg die Autobahn nicht mehr unterquert werden. Das führt zu teilweise riskanten Fahrmanövern - weil ein Stoppschild nicht mehr beachtet wird.

von Michael Neumann

Unna

, 15.06.2020, 13:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ende November 2019 wurde die Baustelle an der Autobahnbrücke eingerichtet - inklusive geänderter Verkehrsführung. Eine Durchfahrt unter der A1-Brücke ist auf dem Afferder Weg seither nicht mehr möglich. Vom Afferder Weg nach rechts auf die Straße „In der Külve“ abbiegen oder aus selbiger nach links auf den Afferder Weg abzubiegen, geht aber nach wie vor. Doch immer öfter werden dabei anscheinend die geltenden Verkehrsregeln ignoriert.

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Ein Ortsbesuch zeigt, dass viele Verkehrsteilnehmer, die aus Königsborn kommend auf der Straße „In der Külve“ in Richtung Afferder Weg unterwegs sind, das dort stehende Stoppschild ignorieren, nahezu ungebremst weiterfahren und nach links in den Afferder Weg einbiegen - möglicherweise in der Annahme, dass das Stoppschild angesichts der gesperrten Durchfahrt auf dem Afferder Weg keinerlei Relevanz mehr habe.

Die Annahme, das Stoppschild gelte derzeit nicht, weil wegen der Brückensperrung ohnehin niemand auf dem Afferder Weg an der Einmündung der Straße „In der Külve“ vorbeifahren könne, ist jedoch falsch: Wie das OLG Hamm schon 2010 urteilte, entfaltet ein Verkehrszeichen als Bestandteil des Verkehrsrechts erst dann keine Rechtswirksamkeit mehr, wenn es zum Beispiel durch Busch- oder Baumbewuchs nicht mehr als solches erkennbar ist.

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