Stadtlichter zurück nach Unna? Flammersfeld offen für Gespräche

dzStadtlichter in Unna

Die Nachricht, dass Wolfgang Flammersfeld zur Weihnachtszeit die Innenstadt illuminieren wird, hat in Unna viele gefreut. Und der Künstler selbst macht Hoffnung auf mehr.

Unna

, 25.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist selbst für einen Künstler, der so erfahren im Umgang mit Licht ist wie Wolfgang Flammersfeld, eine Herausforderung: Über 20 verschiedene Gebäude mit höchst unterschiedlichen Fassaden in der gesamten Fußgängerzone will Flammersfeld zur Weihnachtszeit illuminieren. „Das habe ich in der Dimension noch nie gemacht“, sagt Flammersfeld. Dass er überhaupt in seiner Heimatstadt wieder etwas mit Licht macht, sorgt an vielen Stellen für Begeisterung - und möglicherweise eine neue Chance für die „Stadtlichter“.

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Das „Stadtlichter“-Projekt auf dem Westfriedhof ist unbestritten Flammersfelds bekanntestes Werk in seiner Heimatstadt.

Mystische Szenen auf dem Westfriedhof: Damit wurde Wolfgang Flammersfeld in seiner Heimatstadt Unna als Lichtkünstler bekannt.

Mystische Szenen auf dem Westfriedhof: Damit wurde Wolfgang Flammersfeld in seiner Heimatstadt Unna als Lichtkünstler bekannt. © Wolfgang Flammersfeld

Illumination zur Weihnachtszeit

Das plant Flammersfeld für die Innenstadt

  • Das Stadtmarketing Unna hat Wolfgang Flammersfeld gefragt, ob er eine Illumination der Gebäude in der Fußgängerzone gestalten könne, die in der Weihnachtszeit für Atmosphäre in der Innenstadt sorgt.
  • Flammersfeld hat zugesagt und steckt jetzt in den technischen Vorbereitungen, denn die Herausforderung ist groß: 20 bis 25 Gebäude in der Fußgängerzone will er illuminieren; auch die Baulücken mit Licht in Szene setzen. Viel Streulicht und höchst unterschiedliche Hausfassaden erschweren die Aufgabe.
  • Das Licht soll möglichst dynamisch wirken, sich also auch bewegen - so schwebt es dem Künstler zumindest vor, wenn die technischen Gegebenheiten dies zulassen. Erstmalig zu sehen sein wird die Installation am 27. November zum Late-Night-Shopping.

Der alte Baumbestand und die historischen Grabsteine wurden von dem Künstler durch Lichtinstallationen atmosphärisch in Szene gesetzt - und die Besucher kamen in Scharen. Doch Flammersfeld fühlte sich in seiner Arbeit von Teilen der Stadtverwaltung Unna und des Lichtkunstzentrums nicht genug unterstützt beziehungsweise hatte das Gefühl, man werfe ihm „bewusst Knüppel zwischen die Beine“.

Streit um Plakate

Es ging um Plakate für die „Stadtlichter“, die nicht im ZIB hängen durften und um Geld, das er für die Anstrahlung des Turrell-Turms auf den Platz der Kulturen an das Lichtkunstzentrum zahlen musste - kurz gesagt: In Kombination mit zahlreichen Anfragen für Veranstaltungen außerhalb Unnas reichten diese Unstimmigkeiten, dass Flammersfeld einen Schlussstrich unter die Stadtlichter in seiner Heimatstadt zog.

„Es muss eben auch Spaß machen und das hat es unter den gegebenen Bedingungen damals nicht mehr.“
Wolfgang Flammersfeld über die Stadtlichter und ihr Aus 2019

Dass ihm ausgerechnet bei der letzten Auflage im Herbst 2019 noch Technik im Wert von mehreren Zehntausend Euro gestohlen wurde, war da fast nur der besonders bittere Beigeschmack.

Doch ganz vom Tisch sind und waren die „Stadtlichter“ für Wolfgang Flammersfeld nicht, wie der Künstler im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. „Die Stadtlichter waren ja eine tolle Sache; der Westfriedhof bietet unglaublich viele Möglichkeiten. Aber es muss eben auch Spaß machen und das hat es unter den gegebenen Bedingungen damals nicht mehr. Aber wenn man auf mich zukommt und mich fragt, ob ich das wieder machen würde, würde ich natürlich darüber reden.“

Mit grünem Licht signalisierte Beeindruckende Installationen auf dem Westfriedhof Unna: Die „Stadtlichter“ von Wolfgang Flammersfeld waren jedes Jahr im Herbst ein Besuchermagnet. Sie könnten nun eine neue Chance bekommen.Wolfgang Flammersfeld im Kommunalwahlkampf 2020 seine Unterstützung für die Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Claudia Keuchel. Sie ist es, die jetzt die Stadtlichter nach Unna zurückholen will.

Beeindruckende Installationen auf dem Westfriedhof Unna: Die „Stadtlichter“ von Wolfgang Flammersfeld waren jedes Jahr im Herbst ein Besuchermagnet. Sie könnten nun eine neue Chance bekommen. © Udo Hennes

Keuchel und Wigant wollen Stadtlichter zurückholen

Und genau das scheint bereits passiert zu sein. Flammersfeld, der im Kommunalwahlkampf kein Geheimnis daraus machte, dass er die Grünen-Kandidatin Claudia Keuchel gerne als Bürgermeisterin Unnas gesehen hätte, hat aus genau dieser Richtung jetzt entsprechende Signale bekommen. „Claudia Keuchel hat mich angerufen und gesagt, dass sie gemeinsam mit Dirk Wigant die Stadtlichter wieder nach Unna bringen will. Das freut mich natürlich sehr und dazu bin ich gerne bereit.“

„Es wäre schön, wenn daraus ein jährliches Projekt werden könnte, an dem sich auch das Lichtkunstzentrum beteiligt.“
Dr. Jochen Stemplewski, Vorsitzender des Lichtkunstzentrumsvereins

Claudia Keuchel, die nun als Fraktionsvorsitzende der Unnaer Grünen im neu gewählten Rat sitzt, bestätigt, dass es entsprechende Gespräche gibt. „Kulturpolitik ist für mich sehr wichtig und ich bin bei Dirk Wigant auf offene Ohren damit gestoßen, die Stadtlichter wieder nach Unna zu holen. Wir haben für Anfang des Jahres dazu Gespräche vereinbart, was wir konkret tun können, damit wir zueinander finden“, sagt Keuchel im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie könne sich dafür auch eine Kooperation mit dem Lichtkunstzentrum vorstellen.

Beim Vorsitzenden des Lichtkunstzentrumsvereins, Dr. Jochen Stemplewski, dürfte sie dabei offene Türen einrennen. „Ich habe mich sehr gefreut, als ich gelesen habe, dass Wolfgang Flammersfeld zur Weihnachtszeit die Stadt illuminieren wird. es wäre schön, wenn daraus ein jährliches Projekt werden könnte, an dem sich auch das Lichtkunstzentrum beteiligt. So könnten wir Unna als Stadt des Lichts wunderbar präsentieren.“

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