Die Stadtlichter auf Unnas Westfriedhof leuchten in diesem Jahr zum letzten Mal

dzAb 13. September

Aufbauarbeiten auf dem Westfriedhof wecken die Vorfreude auf die Stadtlichter 2019. Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld dämpft sie mit einer schlechten Nachricht: Er kehrt Unna den Rücken.

Unna

, 09.09.2019, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit seinem Arrangement aus Strahlern, Videoprojektionen und leuchtenden Objekten verwandelt Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld den alten Westfriedhof in eine Zauberwelt, die den Besucher zum Staunen und Träumen einlädt. Vom 13. bis zum 29. September geht die Lichtinszenierung in eine Neuauflage. Es werde jedoch die letzte sein, teilt Flammersfeld nun im Vorfeld mit.

Wer in die Atmosphäre dieser Lichterwelten eintauchen will, muss danach den Weg ins Umland suchen. Flammersfeld ist der kreative Kopf unter anderem hinter dem Winterleuchten im Dortmunder Westfalenpark oder dem Herbstleuchten im Maxipark in Hamm. Pro Jahr erreichen seine Veranstaltungen rund 300.000 Besucher.

Debatte über Kultur auf dem Westfriedhof

Auch in Unna hatte Flammersfelds Aktion über Jahre hinweg immer wieder ein Publikum gefunden. Sie war aber politisch auch auf Skepsis gestoßen. Über eine kulturelle Nutzung des Westfriedhofes für das Sommertheater des Narrenschiffs und die Stadtlichter im frühen Herbst gab es Kontroversen.

Befürworter hatten schon dabei darauf hingewiesen, dass Flammersfelds Arbeit ein Geschenk an seine Heimatstadt ist, plant der Lichtkünstler doch normalerweise in größeren Dimensionen. Dieser Hinweis darf nun als nahezu prophetisch gelten.

Jetzt lesen

Gründe für das Ende der Stadtlichter in Unna sind vielschichtig. Flammersfelds Erfolge mit Lichtinstallationen in Unna und an anderen Orten sind einer davon, aber offenbar nicht der wesentliche. Auf Nachfrage unserer Redaktion räumt der Initiator Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen in Unna ein. So musste seine Firma in den vergangenen beiden Jahren eine Gebühr ans Lichtkunstzentrum entrichten, um die Außenwände des Turrell-Bauwerkes als Projektionsfläche nutzen zu dürfen. Mangelnde Unterstützung wirft Flammersfeld auch der Stadt vor. „Wir durften nicht einmal Plakate im ZIB aufhängen, weil man uns als kommerzielle Veranstaltung eingestuft hat. Das finde ich schon unterirdisch“, so Flammersfeld.

Was den tatsächlichen kommerziellen Gehalt der Stadtlichter angeht, erklärt Flammersfeld, dass sein Heimspiel unter allen Veranstaltungen in seinem Kalender die mit den geringsten Besucherzahlen ist. In gewisser Weise dürfte das auch den Reiz der Veranstaltung ausgemacht haben, die wesentlich ruhiger wirkte als etwa das Winterleuchten in Dortmund. „Ich finde es selbst auch schade“, so Flammersfeld. Dennoch sei sein Entschluss unumstößlich.

Außerhalb Unnas genießt Flammersfeld höheres Ansehen

Im vergangenen Jahr war Wolfgang Flammersfeld bei den renommierten „Darc Awards“ in London ausgezeichnet worden. Zurzeit ist er für den German Design Award nominiert. Solche Würdigungen von Fachjuroren ziehen zwangsläufig Anfragen für Arbeiten an neuen Orten nach sich.

Auch das mag gegen eine Fortsetzung der Stadtlichter sprechen. Der Zeitraum der Schau in Unna entspricht der „Hauptsendezeit“ der Freiluftlichtkunst. Die Dunkelheit setzt früh genug ein, um dem Publikum ein ausreichend großes Zeitfenster für den Besuch des Lichterparks zu geben. Dennoch sind die Temperaturen oft noch mild.

Flammersfelds Arbeiten sind in über 20 Parks, Höhlen und Städten wiederkehrend zu sehen. Das Unternehmen „World of Lights“ setzt auf Expansion, hat seine Lagerkapazitäten vergrößert und seine Logistik angepasst. Statt in Unna werde sein Unternehmen mit Illuminationen an neuen Wirkungsstätten tätig, erklärte Flammersfel.

Zeiten und Preise

Ein letztes Mal Stadtlichter auf dem Westfriedhof

  • Die Stadtlichter laufen vom 13. bis zum 29. September, sonntags bis donnerstags von 19 bis 22, freitags und samstags von 19 bis 23 Uhr. Zugang zum Westfriedhof gibt es dann über den Eingang am Platz der Kulturen.
  • Karten kosten sechs Euro für Erwachsene. Kinder zahlen ab sieben Jahren drei Euro für den Eintritt.
  • Zum Auftakt wird es am 13. und 14. September um 20 Uhr eine Führung mit Wolfgang Flammersfeld selbst geben.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Literatur

Erst die Kinder, dann Erwachsene: Ulli Potofski stellt seine Bücher heute in Unna vor

Hellweger Anzeiger Einbruch

Schrott-Container an der Viktoriastraße in Unna durchwühlt: Polizei fasst Täter vor Ort

Hellweger Anzeiger Umgehungsstraße gegen Dauerstau

Den Stöpsel gegen den Stau rund um Ikea ziehen: Alle Grundstücke für die Westtangente im Sack

Hellweger Anzeiger Straßen

Fördergelder für die Anwohner: Linke sehen Chance für Ausbau der Burgstraße in Unna

Meistgelesen