Der Turm der Evangelischen Stadtkirche behält seine Höllenhunde und Fialen

dzSparvariante verworfen

Ein einfaches Dach anstelle der Galerie mit ihren Eckspitzen und Wasserspeiern hätte die Sanierung der Stadtkirche günstiger gemacht. Das Presbyterium hat die Idee aber verworfen – aus gutem Grund.

Unna

, 14.07.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtkirche soll so bleiben wie sie sie ist. Oder besser: Sie soll wieder so werden, wie sie vor dem Sturmschaden im Januar 2018 war. Die bautechnische Sanierung soll Unnas Wahrzeichen originalgetreu wiederherstellen. Den günstigeren Umbau des Daches ohne eine begehbare Galerie mit Eckspitzen und Wasserspeiern hat das Presbyterium als Leitungsgremium der Evangelischen Gemeinde Unna nun verworfen.

Rund 3,5 Millionen Euro dürfte der erste Bauabschnitt der Sanierung kosten, bei der auch Teile des Mauerwerks und der Turmhelm erneuert werden. 320.000 Euro hätte die Kirche aber sparen können, wenn ihr Gotteshaus dabei architektonisch vereinfacht worden wäre.

Ein einfacher Hut, der ohne Galerie direkt über das Mauerwerk gezogen worden wäre, hätte diese Ersparnis möglich gemacht. Diese „Petri-Kirchen-Lösung“ sei im Presbyterium durchaus als ernst gemeinte Idee diskutiert worden, erklärt nun Pfarrerin Barbara Dietrich.

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Entscheidend sei aber letztlich wohl der Wille der Gemeinde gewesen, wie er in persönlichen Gesprächen und bei der Gemeindeversammlung am 1. Juli zum Ausdruck gebracht worden ist, so Dietrich weiter. Und die Menschen wollen das Original.

„Es gab im Presbyterium auch das Argument, dass es doch auf die Inhalte ankomme und weniger auf das Gebäude, in dem wir sie vermitteln. Aber die Verbundenheit mit der Stadtkirche ist groß, und sie ist auch Grundlage für alle Spenden, die wir erhalten. Ohne sie würden wir es gar nicht schaffen, die Kirche zu sanieren. Also ist es richtig, dem Wunsch dieser Spender zu folgen“, zeichnet die Pfarrerin den Gedankengang im Presbyterium nach.

Arbeiten an der Stadtkirche laufen an

Mit diesem Grundsatzbeschluss können die eigentlichen Arbeiten an der Stadtkirche nun in eine weitere Phase gehen. Vielleicht schon in der Woche ab dem 22. Juli beginnt die Demontage der weiteren Ballustraden-Bauteile.

Zwei Fialen, drei Wasserspeier und der überwiegende Teil der Brüstungen müssen noch vom Turm heruntergeholt werden. Stück für Stück werden sie danach überarbeitet und für eine Rückkehr auf den Turm vorbereitet. Vermutlich geschieht das ohne weiteren Abtransport direkt an der Kirche.

Der Stein der Bauteile ist in den über 150 Jahren seit ihrer Fertigung rissig geworden. Mit einer Kombination aus Edelstahlankern und Spezialklebern werden sie wieder gefestigt.

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