Stadtbetriebe Unna wären für einen harten Winter gerüstet

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550 Tonnen Streusalz lagern in den Silos der Stadtbetriebe. Um Unnas Straßen im Winter 2017 eisfrei zu halten, brauchten sie weniger als die Hälfte. Das ist auch finanziell spürbar.

Unna

, 02.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem heißen und trockenen Sommer scheint ein harter und schneereicher Winter kaum vorstellbar. Doch sollte er Unna mit voller Wucht treffen, wären die Stadtbetriebe gut vorbereitet - und das sowohl finanziell als auch mit Blick auf die Salzreserven.

„Wir haben zur Zeit 550 Tonnen Salz in unseren beiden Silos auf dem Gelände von Gelsenwasser gelagert“, sagt der kaufmännische Betriebsleiter der Stadtbetriebe, Frank Peters, im Gespräch mit unserer Redaktion. Zusätzlich haben die Stadtbetriebe bereits weitere 300 Tonnen vorbestellt, die in der Nähe gelagert sind und kurzfristig verfügbar wären.

„Das haben wir mit Blick auf die anhaltende Trockenheit gemacht“, erklärt Peters. Denn die in Folge des trockenen Sommers anhaltend niedrigen Pegelstände der Flüsse könnten eine kurzfristige Salzlieferung unmöglich machen. Schon jetzt können viele Güter nicht mehr über die üblichen Schifffahrtsrouten transportiert werden - darunter vor allem Streugut.

Nach den Rekordwintern 2010 und 2011, in denen die Salzreserven dringend gebraucht wurden, hatten die Stadtbetriebe ein zweites Silo für die Streusalzlagerung bauen lassen - um für künftige harte Winter gut vorbereitet zu sein.

Stadtbetriebe Unna wären für einen harten Winter gerüstet

Nach den Rekordwintern 2010 und 2011 bauten die Stadtbetriebe ein weiteres Streusalzsilo, um mehr Vorräte an Streusalz lagern zu können. © Hennes

Seitdem fielen die Winter allerdings überwiegend milde aus, teilweise fiel gar kein Schnee. So mussten die Mitarbeiter des Winterdienstes im Jahr 2017 nur an 25 Tagen zu tatsächlichen Streu- und Räumdiensten ausrücken. 230 Tonnen Streusalz verbrauchten sie in dem Jahr - deutlich weniger als einkalkuliert.

Das führt zum einen dazu, dass Unna derzeit, was Streusalzvorräte und finanzielle Mittel für den Winterdienst angeht, zwei harte Winter gut überstehen könnte. Andererseits weckt dies aber auch Begehrlichkeiten im Zuge der Haushaltskonsolidierung.

Aktuelle Rücklagensumme ist beachtlich

Denn der Überschuss, der sich durch die zwar eingeplanten, aber nicht benötigen Winterdienstgelder mittlerweile angehäuft hat, ist beachtlich: 727.062,70 Euro lautet der aktuelle Stand der Rücklage. „Das liegt auch daran, dass wir seit 2011, nämlich nach den beiden harten Wintern, angefangen haben, eine zweckgebundene Rücklage für den Winterdienst zu bilden“, erklärt Peters.

2015 kamen auf diese Weise 138.957 Euro in den Winterdienst-Rücklagen-Topf, 2016 waren es 87.468 Euro und im vergangenen Jahr nochmals 85.157 Euro. „Das waren Soft-Winter, da haben wir kaum Schnee und Eis in Unna gehabt“, meint Peters.

Im Rahmen der Haushaltsberatung wurde vorgeschlagen – und es findet eine Mehrheit, aus der Rücklage 400.000 Euro zu entnehmen und dem Haushalt zuzuführen. Die SPD-Fraktion etwa formuliert dies auch in einem Antrag. Auch durch diese Haushaltsentlastung wird eine geringere Anhebung der Grundsteuer möglich.

Den Stadtbetrieben blieben rund 300.000 Euro „übrig“, um für alle Fälle - einen unerwartet harten Winter - gewappnet zu sein. Genau diese Summe fehlte in den Wintern 2010/11, als Eis und Schnee den Winterdienst deutlich mehr als üblich forderten.

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