Gelbe Tonne mal drei: So diskutieren Unnas Stadtbetriebe die Einführung des Seitenladers

dzMüllabfuhr

Die neuen Seitenladerfahrzeuge der GWA werfen in Unna Fragen auf. Dabei macht die Gelbe Tonne nur einen Teil der Abfuhrlogistik aus. Weitreichender wäre der Systemwechsel bei den Stadtbetrieben.

Unna

, 30.01.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahresbeginn fährt die GWA auch in Unna mit Seitenladerfahrzeugen, die die Abfallgefäße mit einem ferngesteuerten Arm ergreifen. Dass die Gelben Tonnen deshalb mit einer passenden Stellordnung herausgestellt werden sollen, trifft in der Praxis auf Umsetzungsprobleme. Bei vielen Unnaern war die Information zunächst gar nicht angekommen. Und auch danach stellt sich mancherort die Frage, wie die Vorgaben zu den jeweiligen Begebenheiten passen sollen.

GWA leert 18.000 Behälter, die Stadtbetriebe 45.000

Dabei ist die kreiseigene GWA mit ihren rund 18.000 Gelben Tonnen in Unna der kleinere von zwei Akteuren bei der Abfallbeseitigung. Gewichtiger wäre ein Systemwechsel von der voll bemannten Müllabfuhr zum Ein-Mann-Fahrzeug mit Seitenlader bei Unnas Stadtbetrieben. Die Servicegesellschaft der Stadt entleert in Unna Restmülltonnen, Biotonnen und blaue Papiertonnen, insgesamt 45.000 Gefäße.

Jetzt lesen

Gedankenspiele über eine Umstellung auf die Seitenladertechnik hat es auch in Unna in den zurückliegenden Jahren mehrfach gegeben. Einige politische Anträge im Betriebsausschuss der Stadtbetriebe forderten sie ausdrücklich. Ein Beschluss für oder gegen die Einführung steht noch aus. Doch schon in absehbarer Zeit wird die Debatte erneut aufgenommen und dann wohl auch intensiver geführt.

Gutachten über Unnas Entsorgungslogistik im Ganzen

Grundlage dafür ist ein Gutachten, das die Stadtbetriebe in Auftrag gegeben haben, wie Betriebsleiter Frank Peters nun erläutert. Die Arbeit von Experten aus Hamm sei quasi abgeschlossen. Ihr Bericht soll bei der nächsten Betriebsausschusssitzung im März vorgestellt werden.

In den Gutachten gehe es auch um den Einsatz des Seitenladers – allerdings nicht nur, wie Peters betont. Das Hauptthema sei weiter gefasst: Es gehe um die Optimierung der Entsorgungslogistik in Unna. „Auch die Planung der jeweiligen Touren und der Einsatz alternativer Antriebstechniken sind darin ein Thema, und eingebettet in dieses Gesamtkonzept wollen wir auch über den möglichen Einsatz des Seitenladers sprechen“, so Peters weiter.

Thema Seitenlader nur im Kontext betrachten

Welche Empfehlung der Gutachter in Bezug auf eine mögliche Umstellung gibt, sei insofern gar nicht auf den Punkt zu bringen. Sie wäre aus dem Zusammenhang gerissen. Unna Stadtbetriebe werden stattdessen mit den Mitgliedern des Betriebsausschusses in eine grundlegende Diskussion über die Abfuhr der Abfallmengen in Unna einsteigen und in diesen Beratungen auch über den Seitenlader sprechen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Coronavirus rückt näher an den Kreis Unna: „Wird uns schneller ereilen, als uns lieb ist“
Hellweger Anzeiger Eishalle Unna
„Unna braucht Eis“ distanziert sich von steigenden Kosten für die Eishalle Unna
Hellweger Anzeiger Flüchtlinge
Streit um Flüchtlingskinder eskaliert in der Politik: SPD wirft CDU „Unmenschlichkeit“ vor
Meistgelesen