Stadtbetriebe entfernen bei Reinigungsaktion auch Holz-Tipi von Schulkindern

dzNatur

Die Idee war, den Kortelbach und den Bornekampteich von Laub und Ästen zu befreien, damit die Abläufe nicht verstopfen. Doch bei der Reinigungsaktion der Stadtbetriebe verschwand auch ein Holz-Tipi.

Unna

, 19.03.2019, 16:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeden Mittag auf dem Rückweg von der Schule haben sie daran gebaut, jetzt ist es einfach weg: Vier Grundschulkinder staunten nicht schlecht, als am Montagmittag ihr selbst gebautes Holz-Tipi am Rande des Kortelbachs von Arbeitern abgebaut wurde. Im Zuge der Aufräumaktion im Bornekamp, die die Stadtbetriebe veranlasst hatten, verschwand auch das Bastelprojekt der Schulkinder.

Nachdem der erste Teich am Bornekamp am Wochenende überzulaufen drohte, weil Laub und Äste den Ablauf verstopften, hatten die Stadtbetriebe den Teich und das Umfeld reinigen lassen. Dazu zählte auch der Bereich am Kortelbach-Einlauf kurz hinter der B1-Brücke, wo das Holz-Tipi der Kinder stand.

Kinder bauten seit einem halben Jahr an der Hütte

Vater Dirk Hansel ärgert sich: „Seit mehr als einem halben Jahr haben die Kinder täglich auf ihrem Weg nach Hause dort eine Hütte errichtet. Jetzt mussten sie mit ansehen, wie ihr Werk entfernt wurde.“ Die Gründe dafür, dass der Bach durch das Holz verstopfen könnte, seien durchaus nachvollziehbar, meint Hansel. „Wir hätten uns dennoch eine sensiblere Vorgehensweise gewünscht“, findet der Vater.

Sein neunjähriger Sohn und seine Freunde hatten das Tipi sogar mit einem „Vorgarten“ abgegrenzt und Samen für Blumen gesät.

Breite Unterstützung für das Bauprojekt

Das Projekt der Grundschüler stieß auf positive Resonanz, wie Hansel berichtet. „Viele Passanten haben den Kindern immer wieder zugesprochen und vor ein paar Wochen hat ein fünfjähriges Mädchen sogar einen Fanbrief an der Hütte hinterlegt, weil sie das Tipi so toll findet“, erzählt Hansel. Ihre Großmutter habe den Brief für sie geschrieben, da sie selbst noch nicht schreiben konnte, aber unbedingt ihre Begeisterung über das Tipi zum Ausdruck bringen wollte.

„Das Tipi hat nicht nur den Winter, sondern auch die vergangene stürmische Woche schadlos überlebt.“
Dirk Hansel, Vater eines der Schulkinder, die das Tipi gebaut haben

Hansel und die anderen Eltern hätten sich gewünscht, dass die Kinder eine Chance bekommen hätten, ihr Tipi selbst abzubauen. „Man hätte doch erstmal einen Zettel dranmachen können mit dem Hinweis, dass das Tipi abgebaut werden muss. Ruhig mit einer Frist, aber dann hätten die Kinder Zeit gehabt, sich darauf einzustellen“, meint Dirk Hansel.

Kinder wollen neues Tipi bauen

Die Kinder wollen nun ein neues Tipi bauen - weiter entfernt vom Bach, sodass keinerlei Gefahr besteht, dass Holzteile ins Wasser fallen und dadurch den Abfluss verstopfen könnten. Wobei das auch bisher nicht der Fall gewesen sei, wie Dirk Hansel betont. „Das Tipi hat nicht nur den Winter, sondern auch die vergangene stürmische Woche schadlos überlebt“, sagt er.

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