Die Stadt Unna soll Corona-Finanzlöcher in der Kultur stopfen

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Corona und Kultur – das passt weiterhin nur sehr bedingt zusammen. In der Lindenbrauerei, im Lichtkunstzentrum und bei Unna Marketing klaffen Finanzlöcher. Die Stadt soll nun helfen.

Unna

, 15.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Ruf der Kultur nach Unterstützung in der Corona-Krise wird auch in Unna immer lauter. Aus gutem Grund. Nach dem Lockdown lag das kulturelle Treiben in der Stadt brach. Und es kommt auch nur sehr langsam wieder in Gang.

Im Zentrum für internationale Lichtkunst zum Beispiel sind Führungen in einem sehr begrenzten Rahmen wieder möglich. An Besucherströme, wie sie bei den herausragenden Wechselausstellungen in den vergangenen Jahren üblich waren, ist aber nicht zu denken. Auch Kindergeburtstage und Aktionen fallen weg. Und so klafft eine Finanzlücke, die das Lichtkunstzentrum nicht selbst stopfen kann.

Lichtkunstzentrum setzt auf städtische Hilfe

Der Verein hofft auf die Hilfe der Stadt Unna und hat einen Antrag auf Unterstützung mit 25.000 Euro gestellt. Der Kulturausschuss hat am Montagabend erstmals darüber beraten, eine Entscheidung aber vertagt. Der Haupt-und Finanzausschuss soll sich am 24. September mit dem Thema befassen.

Dafür gibt es nachvollziehbare Gründe. Die Beigeordnete Kerstin Heidler erklärte, dass auch eine politische Vorlage in Vorbereitung sei, die sich mit der Lindenbrauerei und der Unna Marketing GmbH befassen. Dabei gehe es um mehr Geld als die jetzt beantragten 25.000 Euro. Genaue Beträge nannte sie nicht. CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich mutmaßte aber, dass es auch um sechsstellige Summen gehen könnte.

Beratung auch zu Lindenbrauerei und Unna Marketing

Auf Antrag von Sebastian Laaser (SPD) wurde entschieden, Lichtkunstzentrum, Lindenbrauerei und Unna Marketing in einem Block zu behandeln. Die Grünen hätten sich auch vorstellen können, die 25.000 Euro schon vorab freizugeben, wie Michael Sacher erklärte.

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Allerdings zeichnet sich ab, dass es keine leichte Entscheidung wird, woher die Finanzhilfen, zu denen wohl alle Parteien bereit sind, kommen sollen. Sowohl Volker König (SPD) wie auch Rudolf Fröhlich (CDU) machten deutlich, dass dieses Geld nicht dem Kulturetat entnommen werden solle. Kämmerer Achim Thomae soll mögliche Alternativen aufzeigen.

Frank-Holger Weber (FLU) fordert zudem, dass im Haupt- und Finanzausschuss erklärt wird, wie nachhaltig die zu beschließenden Finanzhilfen seien – sprich: ob nicht in Kürze neue Forderungen laut werden.

Mittel für Machbarkeitsstudie freigegeben

Einen Trost aber gibt es zumindest für das Lichtkunstzentrum schon jetzt: Der Kulturausschuss hat 5000 Euro für eine Machbarkeitsstudie freigegeben. Das Land NRW hat dafür 100.000 Euro in Aussicht gestellt, wenn die Stadt und der Kreis Unna jeweils 5000 Euro beisteuern. Ziel ist es, das Lichtkunstzentrum zukunftssicher zu machen.

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