In Obermassen und Billmerich sind die Trauerhallen bereits abgerissen, in Afferde steht dieses Szenario 2019 bevor. Diese Maßnahmen tragen einer immer geringeren Nutzung der Hallen Rechnung.

Unna

, 04.12.2018, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein Prozedere, das sich wiederholt: Im vergangenen Jahr entschied die Politik kurz vor Weihnachten, dass die Trauerhalle in Billmerich ab Januar nicht mehr genutzt und im Laufe des Jahres abgerissen werden sollte, nun steht derselbe Vorschlag für die Trauerhalle in Afferde zur Diskussion.

Gebühren

Kosten für Bestattungen steigen leicht

  • Vorbehaltlich der Beschlussfassung durch den Betriebsausschuss am 11. Dezember werden die Bestattungs- und Beisetzungsgebühren in Unna im nächsten Jahr um rund 1,9 Prozent steigen.
  • Ein Beispiel: Für den Erwerb einer einstelligen Erdwahlgrabstätte fallen dann 2397,96 Euro an – das sind 79,19 Euro mehr als 2018.
  • Die Gebühren für die Trauerhallennutzung werden um rund 1,4 Prozent angehoben.
  • Ein Beispiel: Eine 60-minütige Trauerfeier in der Trauerhalle auf dem Südfriedhof kostet dann 424,47 Euro – 5,70 Euro mehr als 2018.

Bis Oktober des laufenden Jahres wurden die verbliebenen Trauerhallen auf Unnas Friedhöfen – in Afferde, Niedermassen und auf dem Südfriedhof – insgesamt 222 Mal genutzt. Das entspricht knapp der Hälfte aller bis dato bekannten Beerdigungsfälle.

Die Nutzungszahlen der Hallen sind seit Jahren rückläufig – mit ein Grund, wieso die Stadtbetriebe bereits 2017 den Abriss der Hallen in Billmerich und Afferde vorschlugen, nachdem im selben Jahr bereits die Trauerhalle in Obermassen abgerissen worden war.

In Billmerich zeugt nur noch ein Bauzaun von der Halle, die 1968 im Zuge der kommunalen Neuordnung errichtet wurde - sozusagen als Versprechen der Stadt Unna, zu der Billmerich fortan gehörte, dass dem Dorf „etwas Eigenes“ bliebe. Nun soll eine Toilettenanlage sowie ein Raum für den Pastor oder den Trauerredner die Funktion der Halle ersetzen. 57.000 Euro sind dafür in der Gebührenkalkulation für die Friedhöfe 2019 vorgesehen.

Stadt Unna reduziert die Zahl der Trauerhallen auf Friedhöfen weiter

Die Trauerhalle auf dem Friedhof in Afferde soll ab dem 1. Januar 2019 nicht mehr genutzt werden. © Marcel Drawe

In ihrer Planung für 2019 gehen die Stadtbetriebe davon aus, dass durch die anvisierte Schließung der Trauerhalle in Afferde keine Auswirkungen auf die noch verbliebenen Trauerhallen in Niedermassen und auf dem Südfriedhof zu erwarten sind. 230 Trauerhallennutzungen werden für 2019 kalkuliert.

Allerdings ging diese Rechnung im Falle von Billmerich nicht ganz auf: Auch hier hatten die Stadtbetriebe angenommen, dass Menschen die die Trauerhalle in Billmerich genutzt hätten, nicht auf eine andere Trauerhalle ausweichen, also die Zahl der Trauerhallennutzungen insgesamt durch den Abriss der Halle in Billmerich sinkt.

Das taten sie jedoch nicht: Tatsächlich liegt die Zahl von 222 Trauerhallennutzungen bis Oktober nur knapp unter den für das gesamte Jahr kalkulierten Nutzungsfällen von 245. Bis Ende des Jahres rechnen die Stadtbetriebe in einer Prognose nun mit 266 Trauerhallen-Nutzungen – das entspräche gut 50 Prozent aller Beerdigungsfälle.

Die Schließung der Trauerhalle in Afferde ab dem 1. Januar und der Abbruch des Gebäudes stehen dennoch zur Entscheidung im Betriebsausschuss am 11. Dezember an.

Allerdings mit einer Änderung gegenüber dem Szenario in Billmerich im vergangenen Jahr: In Afferde sollen die Planungen für den Abriss in einer Informationsveranstaltung im Bürgerhaus Afferde „frühzeitig“ vorgestellt werden. „Da haben wir aus Billmerich gelernt“, sagt der kaufmännische Leiter der Stadtbetriebe, Frank Peters.

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