Stadt Unna lässt Verkehr auf der Hammer Straße zählen

dzKritik wegen Lärm und Geschwindigkeit

Lässt sich der Radverkehr sicher auf der Hammer Straße führen? Ist eine Verkehrsberuhigung möglich? Die Problemlösungen auf der Landesstraße erscheinen schwierig, die Stadt Unna verspricht zumindest einen weiteren Versuch.

Königsborn

, 08.09.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 11.000 Fahrzeuge am Tag fahren auf der Hammer Straße in die Stadt oder hinaus. Die Zahl ist Ergebnis einer Zählung, wie sie Straßen NRW alle fünf Jahre veranlasst, zuletzt 2015. Die Stadt Unna will jetzt mit eigenen Mitteln herausfinden, wie hoch die Verkehrsbelastung auf dem umstrittenen Straßenabschnitt ist. Ein Zählgerät soll die Anzahl der Fahrzeuge festhalten, auch ihre Größe. Der Kasten ermittelt auch die gefahrenen Geschwindigkeiten. Die Stadt Unna hatte ihn im Lauf der Woche schon kurz an der Hammer Straße installiert, aber dann zunächst wieder abgenommen. Man wolle sich ein realistisches Bild von der Verkehrssituation machen, sagte Verwaltungssprecher Oliver Böer. Die Messung beziehungsweise Zählung sollte nicht unmittelbar nach dem Aufstellen des neuen Halteverbots erfolgen. In den Tagen davor, betont Böer, wäre die Zählung ebenfalls sinnlos gewesen, da ja die Anwohner ihre Autos auf der Fahrbahn geparkt hatten.

Tempo 30 bisher unwahrscheinlich

Zu viele Fahrzeuge seien zu schnell auf der Straße unterwegs, und das führe zu Lärm und Erschütterungen: Diese Kritik hatten Anlieger an die Stadt Unna herangetragen. Nun soll die Zählung ergeben, wie die Verkehrssituation tatsächlich aussieht. Die Ergebnisse könnten Grundlage dafür sein, gegenüber Straßen NRW zu argumentieren. Ob tatsächlich eine Geschwindigkeitsreduzierung möglich ist, bleibt abzuwarten. Nach bisherigem Stand ist es unwahrscheinlich. Ein Straßen-NRW-Sprecher hatte bereits erklärt, dass Tempo 30 auf einer Hauptverkehrsstraße kaum durchsetzbar sei.

Neue Markierung „definitiv nicht“

Was die Markierung von Fahrradstreifen auf der Straße angeht, ist die Landesbehörde eindeutig: „Definitiv nicht“, sagte ein Sprecher der Straßen-NRW-Niederlassung Bochum im Gespräch mit unserer Redaktion. Da bei einer Ummarkierung Reste der alten Linien („Phantommarkierungen“) sichtbar blieben und dies gefährlich sei, müsse die Straße bleiben, wie sie ist. Erst bei einer grundlegenden Sanierung, die derzeit nicht nötig sei, könne die Fahrbahn anders markiert werden. Die Straße nur für den Fahrradstreifen umzubauen, dafür seien die Landesmittel zu knapp.

Ungerechtigkeit nicht erklärbar

Dass andere Straßen wie die Lünener Straße in Kamen sowohl ein 30er-Tempolimit als auch einen Fahrradstreifen haben, wird in Unna als ungerecht empfunden. Eine nachvollziehbare Erklärung kann Straßen NRW nicht liefern. Der Hintergrund für die Situation an der Lünener Straße sei unklar, sagt der Straßen-NRW-Mitarbeiter. Dieser Straßenabschnitt sei für die Niederlassung in Bochum „Altbestand“: Die Abteilung sei erst seit ein paar Jahren dafür zuständig.

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