In Afferde an der A1 soll eine große Rastanlage für Lastwagen entstehen. Offenbar gibt es großen Bedarf, damit Lkw-Fahrer ihre Ruhezeiten einhalten können. In Unna stößt das Projekt auf Widerstand, aber der dürfte zwecklos sein.

Afferde

, 14.09.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Uwe von Hofen, Leiter des Bereichs Bauleitplanung im Rathaus, berichtete über eine Anfrage der Autobahnbaufirma Deges. Das Unternehmen plane eine zusätzliche Rastanlage für Lastwagen im Verlauf der Autobahn 1. Die Anlage soll in Fahrtrichtung Süden entstehen, also auf der westlichen Seite der Autobahn. Offenbar soll mit dem neuen Rastplatz der in Lichtendorf südlich des Kreuzes Dortmund/Unna entlastet werden.

Über Deges

Ziel: Schnelle Projektabwicklung

Bei der Deges handelt es sich um eine Projektmanagementgesellschaft, die 1991 gegründet wurde. Sie sollte eine schnellere Planung und Umsetzung von Bauvorhaben für Verkehrsprojekte in Deutschland ermöglichen. Der Bund ist an der Deges mit fast 30 Prozent beteiligt, NRW hält fast sechs Prozent.

In Frage kommen mehrere Standorte. Einer wäre in der Massener Heide, im Grenzgebiet zwischen Unna und Holzwickede. Die beiden anderen sind nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt, beide in Afferde. Alle drei sind bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen, und favorisiert wird die nördlichste in Afferde.

Die Planungen für das Projekt sind offenbar schon recht weit. Deges wolle bereits mit Vermessungsarbeiten beginnen, sagte von Hofen.

Der Lastwagenparkplatz wäre zwar nicht in einem Naturschutzgebiet, aber auch nicht weit entfernt von Wohnbebauung. „Wir stehen der Anlage kritisch gegenüber“, sagte von Hofen. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Stadt Unna geringe Chancen habe, das Bauprojekt zu verhindern. Es werde nach dem Bundesfernstraßengesetz planfestgestellt. Im Rahmen dieses Verfahrens hat die Stadt die Möglichkeit, zur Planung Stellung zu beziehen. Solche Einwände werden dann aber abgewogen und womöglich nicht berücksichtigt.

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Kritik an Projekt, an Verkehr und Logistik

Die Politik sieht das Projekt ähnlich kritisch wie die Bauverwaltung. Solche riesigen Parkplätze an Autobahnen wirkten auf ihn „atemberaubend und beängstigend“, sagte Gerd Heckmann (CDU). Gleichwohl könne er den großen Bedarf nachvollziehen. Die Fahrer müssten ihre Ruhezeiten einhalten, fänden dafür aber keinen Platz. Auch andere Fraktionen erklärten, sie seien gegen das Projekt. Gleichzeitig ordnen die Politiker es in die Zusammenhänge des Logistikstandorts ein. „Das sind eben Fluch und Segen unserer Autobahnanbindung“, sagte Michael Tietze (SPD). Auch Klaus Göldner (FLU) zeigte sich resigniert und kritisierte die bisherige Ansiedlungspolitik. „Wir verscherbeln einen Logistikstandort nach dem anderen und dann beschweren wir uns, dass die Lkw irgendwo parken müssen.“

Die Zunahme des Lkw-Verkehrs insgesamt sei problematisch, es müssten mehr Güter auf Schienen- und Wasserwege verlegt werden, so Heckmann. Und es müsse weniger bei Amazon bestellt werden, sagte Günter Schmidt (FDP).

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