Coronavirus: Einige Bürger sind besorgt, aber Kreis und Stadt sind gut vorbereitet

dzEntwarnung

Coronavirus-Verdachtsfälle vermehren sich derzeit. Auch in Unna sind einige Bürger besorgt. Dazu gibt es aber keinen Grund, wie es aus Unnas Apotheken, Krankenhäusern und dem Gesundheitsamt des Kreises heißt.

Unna

, 06.02.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Deutschland nehmen die Verdachtsfälle von Coronavirus-Erkrankten zu. Auch, wenn sich der Verdachtsfall im Kreis Unna nicht bestätigt hat, kaufen einige besorgte Bürger Mundschutze in den Apotheken. Dabei heißt es aus dem Gesundheitsamt des Kreises: eine übermäßige Sorge ist unbegründet. Und auch für den Ernstfall sind Unnas Krankenhäuser gut gewappnet.

Im Kreis Unna wurde bis jetzt kein Fall vom Coronavirus bestätigt. Dennoch wollen sich eine Bürger schützen. Johannes Köhler, Apotheker in der Unnaer Adler-Apotheke, berichtet: „Ich habe die letzten 50 Mundschutze verkauft. Aktuell habe ich nichts mehr im Vorrat.“ Zwar wisse er nicht bestimmt, ob diese tatsächlich dem Schutz vor dem Coronavirus dienen sollen, „aber dass sie zu genau diesem Zeitpunkt ausverkauft sind, ist schon ein eigenartiger Zufall.“ Denn das sei zuvor noch nie passiert.

Coronavirus: Einige Bürger sind besorgt, aber Kreis und Stadt sind gut vorbereitet

Apothekerin Marion Schwalk zeigt eine partikelfilternde Halbmaske, die einige Bürger zum Schutz vor dem Coronavirus kaufen. © Vivien Nogaj

Marion Schwalk aus der Eulenapotheke kann hingegen bestätigen, dass Kunden die Mundschutze gezielt aus Sorge vor dem aus China eingeschleppten Virus kaufen: „Aktuell haben wir eine enorme Nachfrage von Privatpersonen“, sagt sie. Auf Wunsch der Kunden verkaufe Schwalk entweder den einfachen Papiermundschutz, den man auch aus Krankenhäusern kenne, oder einen partikelfilternden Halbmundschutz. Letzterer sei durch seine Filterfunktion deutlich besser geeignet, um sich vor Viren zu schützen. Generell halte Schwalk jedoch beide Maßnahme in unserer Region für überflüssig: „Eine echte Grippe ist viel gefährlicher, und eine Pandemie haben wir noch nicht.“

„Eine echte Grippe ist viel gefährlicher, und eine Pandemie haben wir noch nicht.“
Marion Schwalk, Apothekerin

Das sieht auch Constanze Rauert, Pressesprecherin des Kreises Unna, so. Für den Fall der Fälle verfüge das Gesundheitsamt des Kreises aber über eine standarisierte Vorgehensweise, die bei jeglicher Art von meldungspflichtigen, übertragbaren Krankheiten angewendet werde, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Diese sei auch durch vergangene Epiedemien, wie etwa die Schweinegrippe, gut erprobt. „Wir sind gerüstet und wir können das“, sagt Rauert.

Krankenhäuser gut vorbereitet

Gut vorbereitet auf mögliche Verdachtsfälle sehen sich auch Unnas Krankenhäuser: „Wir arbeiten streng nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes und in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt“, so Dr. Uwe Devrient, Hygienebeauftragter Arzt vom Evangelischen Krankenhaus.

Wenn Patienten etwa mit Husten und Fieber das Evangelische Krankenhaus aufsuchen, werde abgefragt, ob diese sich etwa 14 Tage vor Erkrankungsbeginn in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder sie Kontakt zu Erkrankten hatten. „Wenn dies der Fall sein sollte, wird der Patient in einem Isolierzimmer untergebracht.“ Ärzte und Pflegende trügen bereits während der Diagnostik Schutzkleidung, so Pressesprecherin Bettina Szallies.

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