Spendable Biker verhelfen dem Lebenszentrum Königsborn zu einem besonderen Bike

dzRollfiets für Behinderte

Ein ganz besonderes Bike haben Harley-Davidson-Fans der Region dem Lebenszentrum Königsborn gespendet. Als Transport- und Therapiemittel ist das Rollfiets eine willkommene Anschaffung.

von Sebastian Pähler

Königsborn

, 26.02.2019, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Rollfiets ist eine Kombination aus E-Bike und Rollstuhl. Den hinteren Teil bildet ein massives Fahrradgestell, während der Lenker wie bei einem Lastenfahrrad mit einem Rollstuhl verbunden ist. Darin, vor dem Fahrer, kann ein Passagier Platz nehmen, der nicht selbst zum Fahren in der Lage ist. Eine harte Sitzschale und Gurte verhindern, dass Passagiere mit einer Körperbehinderung während der Fahrt aus dem Gefährt fallen.

Einzelpreis rund 10.000 Euro

Eins dieser Räder für erwachsene Bewohner hat das Lebenszentrum schon, das neue Gefährt ist aber explizit für Kinder gedacht, die in dem großen Rollfiets-Sitz nicht genügend Halt finden. Rollfiets-Räder für Kinder sind durchaus selten, erläuterte Michael Radix, Geschäftsführer des Lebenszentrums. Denn bei einem Anschaffungspreis von rund 10.000 Euro warten Familien eher, bis ihr Kind groß genug ist für ein Modell, aus dem es nicht mehr herauswächst. Für mehrere kleinen Patienten, die das Rollfiets abwechselnd nutzen, lohnt sich die Anschaffung in jedem Fall. Bei einem Unternehmen in Geldern ist man schließlich fündig geworden, erläuterte Radix.

Motorradfahrer mit großem Herz für behinderte Kinder

Möglich wurde die Anschaffung des besonderen Fahrzeugs durch die Harley-Davidson-Fans des „Westfalen Mitte Chapter“. Der Motorradclub feierte im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Bestehen bei einem Harley-Händler in Kamen. Unter der Überschrift „Feiern und Gutes tun“, hatte man damals die Überschüsse aus der Jubiläumsfeier dem Lebenszentrum gespendet. „Wir wollten damit etwas Gutes tun und sind der Meinung, dass das Geld hier in guten Händen ist“, stellte Dieter Bauersfeld fest. Den Gewinn von über 7000 Euro hat das Chapter schließlich noch auf 7200 Euro aufgestockt, berichtete Chapter-Director Bauersfeld.

Dass die Spende ausgerechnet auch für ein „Bike“ genutzt wurde, war mehr oder weniger Zufall. „Da haben sich zwei gesucht und gefunden“, so Michael Radix lachend. Denn man hatte die Anschaffung eines Rollfiets für Kinder parallel schon ins Auge gefasst.

Wichtiges Therapiemittel

Dass das besondere Rad mehr ist als nur ein Transportmittel, erläuterte Ute Radke bei der Präsentation des neuen Therapiemittels am Dienstag im Lebenszentrum. „Der Gleichgewichtssinn wird angeregt“, erklärte die pädagogische Leiterin. Auch helfen die Vibrationen bei der Fahrt etwa Muskelspasmen zu lösen, und die Sinneseindrücke von Wind und Sonne stimulieren die Wahrnehmung. Nicht zuletzt, so Radke, sei es ja auch das Ziel, den Kindern Teilhabe an einem normalen Leben zu ermöglichen. Das Rollfiets sei ideal für Ausflüge, etwa in den nahegelegenen Kurpark.

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