Peinliche Panne: SPD will Kroll und Strathoff für erneute Kandidatur gewinnen

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Vor der Kommunalwahl im September scheinen bei der SPD die Kandidaten nicht gerade Schlange zu stehen. Deshalb rührt die Partei die Werbetrommel. Doch dabei schlägt ihr auch Häme entgegen.

Unna

, 03.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die SPD in Unna angesichts der internen Querelen in den vergangenen Jahren Probleme bekommen könnte, für die Kommunalwahl 2020 genügend Kandidaten zu finden, ist in der Diskussion um die „Causa Risadelli“ und deren Nachwirkungen oft erwähnt worden. Nun scheint es sich zu bewahrheiten: Die Partei muss von sich aus auf die Kandidatensuche gehen. Allerdings wirkt sie ein wenig hilflos dabei.

Denn ein Aufruf des Ortsvereins in der Oberstadt erreicht nun sogar Adressatinnen, die in der SPD offen als unerwünschte Personen gehandelt werden.

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Der Brief mit der Frage, ob man sich eine Ratskandidatur für die SPD vorstellen könne, ging unter anderem auch an Ingrid Kroll. Sie ist zwar tatsächlich SPD-Mitglied, sieht sich aber möglicherweise einem Parteiausschlussverfahren gegenüber. Aus der Ratsfraktion der SPD in Unna ist die Oberstädterin ausgetreten – was Fraktionschef Bernd Dreisbusch betont frei von Bedauern kommentierte.

Aber auch Margarethe Strathoff sollte nun für eine Kandidatur gewonnen werden. Sie erreichte das Rundschreiben der Partei nun kurz nachdem sie aus der Partei ausgetreten war. Strathoff war innerhalb der SPD in die Kritik geraten, weil der von ihr geführte Bürgerverein „Wir für Unna“ eigene politische Ambitionen entwickelt.

In ihrer Reaktion auf die Anfrage dreht sie die Argumentation ihrer bisherigen Parteigenossen ironisch um: Ein Engagement bei der Partei dürfe sie sich zurzeit nicht leisten, weil ihr sonst Ärger bei „Wir für Unna“ drohen könne. Etwas überrascht gab sie sich zudem, weil ihr und Kroll zwischenzeitlich sehr deutlich gemacht worden sei, dass sie künftig auf keiner Kandidatenliste mehr stehen würden.

Die SPD muss viele erfahrene Köpfe ersetzen

Die Erklärung für die ungünstig adressierten Werbebriefe ist simpel: Es handelte sich um Musterschreiben, die an alle Mitglieder des SPD-Ortsvereins in der Oberstadt versandt wurden. Auf eine „Bereinigung“ des Verteilers war dabei verzichtet worden. Und im Falle Margarethe Strathoffs haben sich Parteipost und Austrittserklärung vermutlich einfach überschnitten.

Den Hintergrund der Werbeaktion bestimmen mehrere Probleme. Ein großer Teil der SPD-Ratskandidaten des Jahres 2014 steht 2020 nicht mehr zur Verfügung. Michael Hoffmann und Karl Römer sind verstorben, andere Oberstädter zögern noch mit einer erneuten Kandidatur oder haben sie bereits ausgeschlossen. In wiefern interne Spannungen bei der SPD die Kandidatensuche erschweren, lässt sich dagegen gar nicht seriös belegen.

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