„Überfällig“: Die SPD in Unna begrüßt den Fraktionsaustritt von Ingrid Kroll

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Nach dem Fraktionsaustritt von Ingrid Kroll fällt die Reaktion der SPD in Unna überraschend aus. Die Genossen begrüßen Krolls Entscheidung – und entwickeln offenbar eine Verschwörungstheorie.

Unna

, 09.10.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Mitglieder hat die Ratsfraktion der Unnaer SPD in den zurückliegenden vier Wochen durch Austritte verloren, aber nicht jedem davon weinen die verbliebenen Genossen viele Tränen nach. Hatte Fraktionschef Bernd Dreisbusch die Austritte von Gudrun Friese-Kracht und Wolfgang Ahlers noch mit Bedauern kommentiert, nennt er die Entscheidung von Ingrid Kroll nun einen „konsequenten und überfälligen Schritt“.

Grund dafür: Kroll hatte bereits seit Monaten nicht mehr an den Sitzungen der SPD-Ratsfraktion teilgenommen, sich stattdessen allein anhand der Verwaltungsvorlagen auf Rats- und Ausschusssitzungen vorbereitet und dort zuletzt mehrfach gegen die SPD-Fraktion gestimmt. „Unter diesen Voraussetzungen ist eine konstruktive Zusammenarbeit in der Tat nicht möglich“, sagt Dreisbusch.

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Parteichef Sebastian Laaser indes befasst sich mit der Frage, warum nun ausgerechnet nach einem personellen Neuanfang an der Fraktionsspitze diejenigen austreten, die ein Problem mit der bisherigen Führung hatten. Die Häufung der Austritte bezeichnet der Stadtverbandsvorsitzende als „merkwürdig“. Und er scheint eine abgestimmte Aktion dahinter zu vermuten: „Dass da jetzt plötzlich so viele Störfeuer kommen, mag Zufall sein. Glauben kann ich daran so recht nicht“, erklärt Laaser.

SPD rügt, dass die Ausgetretenen nicht auch ihr Ratsmandat abgeben

Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat durch die bisherigen Austritte an Stimmgewicht verloren, weil die meisten der Ausgetretenen ihre Ratsarbeit außerhalb der Fraktion fortsetzen. Lediglich Anne-Katrin Wienecke war mit dem Fraktionsaustritt auch als Ratsfrau zurückgetreten, worauf ihre Huckepackkandidatin Karin König für die SPD nachrücken konnte.

Dagegen sitzen in Gestalt von Bärbel Risadelli, Gudrun Friese-Kracht, Wolfgang Ahlers und Ingrid Kroll inzwischen vier Ehemalige der SPD-Fraktion als Fraktionslose im Stadtrat. Die SPD vereint in ihrer Ratsfraktion nur noch 17 Ratsmitglieder, obwohl ihr vom Wahlergebnis her 21 zugestanden worden waren.

Dreisbusch und Laaser bezeichnen es als „kritisch“, dass die Ausgetretenen der Fraktion nicht auch ihr Mandat abgeben. „Wir denken, dass man mit gutem Gewissen sagen kann, dass sie ihre Wahl doch wohl in erster Linie der SPD und nicht ihrem eigenen Namen verdanken. Dem Wählerwillen wird dieses Verhalten nicht gerecht“, formulieren es Fraktions- und Parteichef in einer gemeinsamen Mitteilung.

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