SPD im Kreis Unna vor der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte

dzKommunalwahl

Mario Löhr als Landratskandidat, Martin Wiggermann als Spitzenkandidat für den Kreistag: Die SPD hat am Samstag ihre Mannschaft für die Kommunalwahl im Kreis Unna aufgestellt.

Kreis Unna

, 20.06.2020, 12:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mario Löhr und Martin Wiggermann bilden das SPD-Spitzengespann für die Kommunalwahl im Kreis Unna; Löhr als Landratskandidat, Wiggermann neben ihm als Spitzenkandidat für den Kreistag.

Jetzt lesen

Die Sozialdemokraten schickten die beiden mit dem Votum der Delegierten am Samstag in der Stadthalle Kamen offiziell ins Rennen. Brigitte Cziehso aus Lünen, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag, rückte hinter Wiggermann auf Platz 2 der Liste, gefolgt von Hartmut Ganzke aus Unna, Angelika Chur aus Bergkamen und Jens Hebebrand aus Lünen.

SPD-Kreistagsfraktionschefin Brigitte Cziehso, bei der letzten Kommunalwahl noch Spitzenkandidatin der SPD, gratulierte Martin Wiggermann nach dessen Nominierung für den ersten Listenplatz auf der Reserveliste.

SPD-Kreistagsfraktionschefin Brigitte Cziehso, bei der letzten Kommunalwahl noch Spitzenkandidatin der SPD, gratulierte Martin Wiggermann nach dessen Nominierung für den ersten Listenplatz auf der Reserveliste. © Stefan Milk

Die 16 Jahre lange Ära von Landrat Michael Makiolla endet mit dieser Wahl, die SPD wird insofern nicht mehr auf einen vermeintlichen Amtsbonus setzen. Klar, Mario Löhr ist als amtierender Bürgermeister der Stadt Selm insbesondere im Nordkreis bekannt. Dass die SPD Martin Wiggermann neben ihm aufstellt, kommt der Besetzung des Quarterbacks gleich: Der 63-jährige Lehrer aus Kamen genießt als stellvertretender Landrat einen hohen Bekanntheitsgrad in allen Städten und Gemeinden des Kreises Unna; noch dazu macht er seit 22 Jahren Politik im Kreistag.

Wiggermann: SPD-Stammwähler weniger geworden

Einfach wird es gleichwohl auch mit ihm nicht, die SPD hat wohl schon zuversichtlicher auf Wahlen geblickt. Das sagte auch Wiggermann am Samstag: „Uns steht eine große Herausforderung bevor, vielleicht die größte bei Kommunalwahlen der letzten Jahrzehnte“, so Wiggermann. „Früher haben die Menschen gesagt: ‚Die Sozis werden es schon richten‘ – diese Menschen sind weniger geworden“, rief Wiggermann seinen Genossen zu: „Von diesem Parteitag muss die Botschaft ausgehen, dass wir auch weiterhin eine gute Wahl für den Kreis Unna sind und wir das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler auch weiterhin verdient haben.“

Jetzt lesen

„Das ist keine Vision, für die Helmut Schmidt mich zum Arzt geschickt hätte; das ist machbar.“
Martin Wiggermann, SPD-Spitzenkandidat

Als Erfolge der Sozialdemokratie im Kreis Unna führte Wiggermann den sozialen Arbeitsmarkt „in einer bundesweit einmaligen Größenordnung“ hin und auf die Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit in den vergangenen fünf Jahren. „Wir haben gezeigt, dass wir handlungsfähig waren, wir waren Initiator und auch Motor.“

Übrigens glaubt Wiggermann offenbar an einen durchschlagenden Erfolg der SPD im Kreis Unna. Er zeigte sich überzeugt, dass die SPD nach dem 13. September neben dem Landrat wieder alle Bürgermeister im Kreis Unna stellt. „Das ist keine Vision, für die Helmut Schmidt mich zum Arzt geschickt hätte; das ist machbar“, so Wiggermann.

Fast 100 Prozent für Mario Löhr: Der SPD-Landratskandidat reagierte sichtlich erleichtert auf das Votum seiner Genossen.

Fast 100 Prozent für Mario Löhr: Der SPD-Landratskandidat reagierte sichtlich erleichtert auf das Votum seiner Genossen. © Alexander Heine

Die Wahl Mario Löhrs zum Landratskandidaten war am Samstag nur noch eine Formalie, er ist bereits im Mai vergangenen Jahres von seiner Partei nominiert worden. „Jetzt an morgen denken“, überschrieb er seine Landratskandidatur und nannte die kommunale Finanzausstattung, die Digitalisierung sowie die Gesundheits- und Pflegeversorgung als „große Voraussetzungen in den nächsten Jahren“. Löhr: „Wir müssen jetzt die Rahmenbedingungen schaffen, damit wir in unseren Städten keinen Ärztemangel haben.“

Löhr: „Mit mir kein Rütteln am Kulturprogramm“

Die Menschen im Kreis Unna könnten sich auf die SPD verlassen. „Mir war es immer wichtig, den Leuten von vornherein zu sagen, wo wir hin wollen“, sagte er. Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik, Bildungs- und Chancengleichheit würden „auch weiterhin ein Thema der Sozialdemokraten“ sein.

Mario Löhr, Landratskandidat der SPD im Kreis Unna, überschreibt seine Kandidatur mit dem Satz: „Jetzt an morgen denken.“

Mario Löhr, Landratskandidat der SPD im Kreis Unna, überschreibt seine Kandidatur mit dem Satz: „Jetzt an morgen denken.“ © Stefan Milk

Ferner versprach Löhr: „Klima- und Naturschutz ist wichtig und wird auch weiterhin ein Markenzeichen hier im Kreis Unna sein.“ Zum Kulturangebot in der Region unter anderem mit der Neuen Philharmonie, Haus Opherdicke und Schloss Cappenberg, dem Lichtkunstzentrum und dem Hilpert-Theater sagte er: „Mit mir wird es kein Rütteln am Kulturprogramm geben.“

Fast 100 Prozent für Mario Löhr

Die Sozialdemokraten trauen ihm das Landratsamt zu, so viel ist sicher. Sie wählten ihn mit der überwältigenden Mehrheit von 127 Ja-Stimmen; bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Prozessauftakt in Dortmund
Mutmaßlicher Drogendealer aus Unna: „Wollte niemanden nach Geld fragen“
Hellweger Anzeiger Wochenmarkt
Lösung nach dem Wochenmarkt-Streit: Händler kümmern sich eigenständig um Absperrungen
Meistgelesen