Fast CO2-neutral: Spatenstich für den Bildungscampus

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Der Bildungscampus Unna nimmt Gestalt an: Am Mittwoch setzte Landrat Michael Makiolla gemeinsam mit Unnas erster stellvertretender Bürgermeisterin den symbolischen ersten Spatenstich. Der war CO2-neutral – so sollen es auch die Gebäude des Bildungscampus sein.

Königsborn

, 18.12.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange hat es gedauert, jetzt ist er tatsächlich erfolgt: Landrat Michael Makiolla hat am Mittwoch gemeinsam mit Unnas erster stellvertretender Bürgermeisterin Renate Nick zum Spaten gegriffen und symbolisch das erste Loch zum Baustart des Bildungscampus ausgehoben. Die Abrissarbeiten des ehemaligen Realschulgebäudes hatten den Startschuss immer wieder verzögert.

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Jetzt befindet sich dort, wo einst die Anne-Frank-Realschule stand und bis Sommer 2018 noch Schüler lernten, eine große Brachfläche. Groß genug, um Platz für das Förderzentrum Unna, das Weiterbildungskolleg der Stadt Unna sowie einzelne Klassenräume der umliegenden Berufskollegs zu bieten. Bezugsfertig sein soll das neue Gebäude absehbar im Sommer 2021 sein.

Fast CO2-neutral: Spatenstich für den Bildungscampus

Vor wenigen Monaten lernten hier noch Realschüler, bald sollen hier Förder-, Weiterbildungskollegs- und Berufsschüler die Schulbank drücken: Das Gelände des geplanten Bildungscampus an der Döbelner Straße. © Udo Hennes

Bis dahin gibt es noch viel zu tun. In den vergangenen Tagen wurde zunächst der Baugrund vorbereitet. Damit der Lockergestein-Boden die neuen Gebäude auch trägt, wird er durch das sogenannte „Rüttelstopfverdichtungsverfahren“ verdichtet. Dabei werden – ähnlich einer Pfahlgründung – Löcher in den Boden gebohrt und eine Mischung aus Beton und Schotter eingebracht. Rund 1.100 Pfähle werden auf diese Weise in den Boden eingebracht und so eine Fläche von rund 3.800 Quadratmeter bearbeitet.

Nahezu CO2-neutrales Gebäude

Das neue Gebäude wird zwei Geschosse und eine Fläche von rund 7.700 Quadratmetern haben. Platz bietet der Neubau für insgesamt circa 600 Schülerinnen und Schüler. Geplant hat das Architekturbüro Weicken den Neubau in U-Form. Der Eingang befindet sich an der Döbelner Straße.

„Mit der technischen Ausstattung können wir das Gebäude mit Energie und Wärme fast CO2-neutral versorgen.“
Baudezernent Ludwig Holzbeck

Das Besondere: Das Gebäude wird fast vollständig CO2-neutral sein, sich also nahezu komplett selbst mit Energie versorgen. „Mit der technischen Ausstattung können wir das Gebäude mit Energie und Wärme versorgen“, sagt Baudezernent Ludwig Holzbeck, „der Neubau wird unter anderem Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erhalten.“

Die Energie wird in einem sogenannten „Eiskeller“ gespeichert. Durch die „Betonkernaktivierung“ kann das Gebäude dann durch die so gewonnenen Energie geheizt werden. Dabei handelt es sich um Rohre in den Betonwänden, die die Wärme verteilen – gewissermaßen eine Fußbodenheizung, nur als Wand-Variante.

22-Millionen-Euro-Projekt

Insgesamt kostet der Neubau des Bildungscampus inklusive der Abbrucharbeiten für die ehemalige Anne-Frank-Realschule 22 Millionen Euro. In das Gebäude sollen dann voraussichtlich im Sommer 2021 das Förderzentrum Unna sowie das Weiterbildungskolleg der Kreisstadt Unna ziehen.

Das Förderzentrum wird unter anderem 16 Klassenräume mit Differenzierungsräumen, zwei Werkräume mit Materialräumen sowie einen Maschinenraum und einen 110 Quadratmeter großen Bewegungsraum bekommen. Auch ein überdachter Pausenhof ist geplant. Selbstverständlich wird das Gebäude barrierefrei angelegt.

Fast CO2-neutral: Spatenstich für den Bildungscampus

So sieht nach den Plänen des Architekten das Gebäude des neuen Bildungscampus aus, wenn es fertiggestellt ist – absehbar im Sommer 2021. © Architekturbüro Weicken

Für das Weiterbildungskolleg der Stadt Unna sind sieben Klassenräume vorgesehen. Für die umliegenden Berufskollegs des Kreises Unna sind in dem Gebäude sechs Klassenräume geplant, die über einen separaten Eingang zu erreichen sein werden.

„Für uns als Schulträger ist das ein ganz wichtiges Bauprojekt. Es macht deutlich, dass wir in unsere Schul-Infrastruktur investieren und uns zukunftssicher aufstellen“, sagt Landrat Michael Makiolla, „wir wollen den Schülern eine Lernumgebung auf aktuellem Stand bieten und den Lehrern modernen Unterricht ermöglichen.“

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